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Wettenhausen

22.03.2018

Es gibt noch viel mehr zu entdecken als nur die Klötzchenwelt

Schwester Alberta Ziesenböck (Mitte) führte die Teilnehmer des touristischen Jahresauftakts durch das Kloster der Dominikanerinnen Wettenhausen. Das Kloster zählt zu den Höhepunkten im Landkreis, die neben dem Freizeitpark Legoland stärker ins Blickfeld der Besucher aus dem In- und Ausland gerückt werden sollen.
Bild: Rebekka Jakob

Der Landkreis startet in die neue Saison und erwartet Gäste aus dem In- und Ausland. Welche Angebote außerhalb von Legoland dabei künftig eine noch größere Rolle spielen sollen.

Dass draußen noch überall Schnee liegt, ist das Einzige, was die Vorfreude auf die Tourismussaison 2018 im Landkreis Günzburg ein wenig trübt. Mit sensationellen 850 000 Übernachtungen im Vorjahr und einem Zuwachs von fast acht Prozent bei den Ankünften im Rücken hat die Regionalmarketing Günzburg viel Grund zur Vorfreude, die auch ihrem Geschäftsführer Axel Egermann beim Touristischen Jahresauftakt im Kloster Wettenhausen anzumerken war. Heute wird Legoland den Medien seine Neuheiten präsentieren und dann am Samstag den Freizeitpark für dieses Jahr eröffnen. Doch die Touristiker in der Region wollen zeigen, dass es auch außerhalb der Klötzchenwelt einiges zu entdecken gibt.

Dass durchaus auch außerhalb der Öffnungszeiten des Freizeitparks Besucher kommen, belegt Egermann mit Zahlen: So sei die Zahl der Übernachtungen in den Monaten, in denen Legoland geschlossen hat, um 23 Prozent in die Höhe gegangen. „Grund dafür könnte die wachsende Zahl von Tagungen, die Firmen bei uns organisieren, aber auch Angebote wie das Schwäbische Krippenparadies sein.“ Von paradiesischen Zuständen ist das Kloster Wettenhausen zwar noch weit entfernt – Hubert Hafner, Geschäftsführer der Kloster-Entwicklungs gGmbH, gab den Vertretern der Tourismusbranche aber schon einmal einen kleinen Einblick, was hier entstehen könnte. „Wir möchten die Klosteranlage langfristig für die Öffentlichkeit erhalten und zu einem lebendigen Dorfmittelpunkt entwickeln.“

Hafner sprach von verschiedenen Einrichtungen, die in dem derzeit entstehenden Nutzungskonzept vorgesehen sind: Gastronomische, kulturelle und kommunale Einrichtungen sind geplant. „Ein Kloster ohne Biergarten kann man sich doch mittlerweile nicht vorstellen“, so Hafner. Bereits im kommenden Jahr soll in Zusammenarbeit mit dem Landkreis ein Klostermuseum in den Räumen entstehen. Mit einer bayerischen Universität laufen derzeit Gespräche darüber, 15 bis 20 Studenten für 30 Wochen pro Jahr in Wettenhausen unterzubringen. Außerdem ist auch der Bezirk Schwaben an Nutzungsmöglichkeiten interessiert. Was nach wie vor fehlt, ist privates Kapital, um die Gebäude zu sanieren – allein der erste Bauabschnitt mit der Sanierung der Wohnräume der elf Dominikanerinnen wird auf sechs Millionen Euro geschätzt.

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Deutlich schneller geht das Tourismus-Projekt Donautäler voran. Der Premiumradweg mit sieben Teilbereichen soll dieses Jahr weiterentwickelt, die Infrastruktur beispielsweise mit Ladestationen für E-Bikes und Komposttoiletten entlang der Strecke gestärkt werden. Leader-Projektmanagerin Sophia Müller kündigte in Wettenhausen außerdem die Anbringung von Ortsschildern an. „Damit wissen die Radfahrer, durch welche Gemeinde sie gerade fahren.“ Piktogramme sollen außerdem auf Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten verweisen.

Einem weiteren Großprojekt fehlt noch der Name – der Premiumwanderweg im Donau-Auwald läuft derzeit unter dem Arbeitstitel „Auwaldtrail“. Ob es dabei bleibt, ist noch nicht sicher, sagt Lothar Kempfle von Donautal Aktiv. „Die Bezeichnung Trail ist bei den modernen Wanderern ein Begriff“, nennt Kempfle ein wichtiges Argument für die englischsprachige Bezeichnung. Die am schnellsten wachsende Gruppe der Wanderer, Erholungssuchende zwischen 25 und 35 Jahren, könnte man damit vermutlich gezielter auf die 60 Kilometer lange Strecke ab dem Günzburger Bahnhof locken. Und die ist für die Region hoch interessant, sagt Kempfle. „Trotz der steigenden Tourismuszahlen hat die Region in Sachen Wandern bislang überhaupt keine Bedeutung.“ Dabei bringe der Weg entlang des Flusses nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal mit. „Der neue Wanderer will sich nicht schinden. Etappen von acht bis 15 Kilometern sind da ideal. Und die Strecke ist komplett eben.“ Kempfle warb bei den Tourismusanbietern dafür, sich zu dem neuen Premiumwanderweg zu positionieren. Davon könnten auch Anbieter im Landkreis profitieren, die nicht direkt an der Strecke liegen. „Sie können mit der vergleichsweise kurzen Anfahrt punkten.“ Auf die Wanderer zu setzen, könne sich finanziell lohnen. Denn: „Das sind nämlich die Touristen, die im Schnitt das meiste Geld ausgeben.“

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