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Landkreis Günzburg

14.04.2015

Etwas Verdächtiges gesehen? Rufen Sie die Polizei!

Wer etwas Verdächtiges bemerkt, sollte sofort die Polizei rufen. So steigen die Chancen, Einbrecher zu ergreifen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Die Zahl der Einbrüche steigt. Da ist die Polizei auf die Hilfe der Bürger angewiesen. Doch sie gibt ihnen auch Tipps. Wie jetzt auf dem Günzburger Wochenmarkt.

Bevor sie gestern nach Günzburg zum Wochenmarkt gefahren ist, hat eine Frau an ihrem Haus extra noch die Rollläden heruntergelassen. „Das hält ja schon etwas ab“, erzählt sie mit gewissem Stolz einem der Polizisten, die auf dem Marktplatz gerade die Passanten zum Thema Einbruchschutz informieren. Er muss sie enttäuschen: „Das bringt nichts, das hält einen Einbrecher keine Sekunde auf.“

Doch was lässt sich dann tun, um das Haus oder die Wohnung zu schützen? Fenster und Türen lassen sich natürlich umrüsten, um einem Einbrecher länger widerstehen zu können. Je länger ein Täter braucht, um ins Gebäude zu gelangen, desto größer ist schließlich die Wahrscheinlichkeit, dass er aufgibt und sich ein leichteres Ziel sucht. Es sind aber auch die vermeintlichen Selbstverständlichkeiten, die helfen, sagen die Beamten am Infostand. Immer absperren, alle Fenster und Türen vor dem Verlassen des Zuhauses schließen, Licht anschalten und den Eindruck erwecken, dass jemand daheim ist. Auch die Nachbarn sollten bei längerer Abwesenheit informiert werden, damit sie den Briefkasten leeren, das Haus im Blick behalten und Verdächtiges sofort der Polizei melden können.

Selbstverständlich ist das alles zwar noch nicht, sagt Günzburgs Polizeichef Ernst Maguhn. Aber die Menschen seien im Lauf der Jahre doch sensibler für das Thema geworden. Gerade weil die Zahl der Einbrüche steigt, dementsprechend oft darüber etwa in der Zeitung berichtet wird und die Polizei wie auf dem Wochenmarkt aktiv auf die Leute zugeht. Er hat trotzdem den Eindruck, dass mancher die Gefahr und vor allem die Folgen unterschätzt. „Manche sagen, sie seien ja versichert, aber ein Einbruch kann auch psychische Probleme hervorrufen.“ Wenn jemand die Privatsphäre verletzt, muss manches Opfer sogar wegziehen, weil die Angst einfach zu groß geworden ist.

Auch scheuten sich manche, die Polizei zu rufen, wenn ihnen etwas verdächtig vorkommt. So wie ein Herr aus Haldenwang, der Maguhn gerade erzählt hat, dass er zusammen mit einem Nachbarn Männer beobachtet hat, die nicht ins Wohngebiet gehörten. „Aber ich kann deshalb ja nicht direkt die Polizei rufen, sie haben ja nur geschaut“, sagt er. Maguhn versucht ihm zu erklären, dass die Beamten aber meist nur dann Einbrecher stellen können, wenn ihnen etwas gemeldet wird. „Lieber rufen Sie einmal zu viel an als einmal zu wenig“, betont er. „Wir überprüfen dann die Person, und wenn alles in Ordnung ist, hat das ja keine Konsequenzen.“

Für die Beamten ist der Infostand auch eine gute Möglichkeit, der Polizei ein Gesicht zu geben und ins Gespräch zu kommen. Das nutzen die Passanten ausgiebig. Viele nehmen sich die Informationsbroschüren mit und lassen sich beraten, viele sprechen die Beamten aber auch auf andere Sachen an. Vor allem, wo in der Stadt vermeintlich zu schnell gefahren wird, beschäftigt sie. Maguhn und seine Kollegen nehmen das gelassen. Sie freuen sich, dass die Leute das Gespräch mit ihnen suchen. Und so vielleicht auch erreichen, dass sich mehr direkt melden, wenn ihnen etwas verdächtig ist.

Beratung Informationen zum Einbruchschutz gibt es bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in Neu-Ulm, Telefon 0731/8013-289. Wer etwas Verdächtiges melden will, sollte unbedingt sofort den Polizeinotruf 110 wählen.

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