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Günzburg

22.12.2020

Evangelische Kirchengemeinde streicht Gottesdienste an Weihnachten

In der evangelisch-lutherischen Kirche in der Augsburgerstraße in Günzburg finden an Weihnachten keinen Präsenzgottesdienste statt.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archivfoto)

Der Kirchenvorstand der Evangelische-Lutherischen Kirchengemeinde Günzburg will damit ein „Zeichen der Nächstenliebe“ setzen.

Mit großem Bedauern hat der Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Günzburg, vertreten durch Pfarrer Frank Bienk, am Dienstag mitgeteilt, dass ab sofort und zunächst bis einschließlich 10. Januar keine Gottesdienste mit direkter Gemeindebeteiligung mehr stattfinden.

Intensiv habe der Kirchenvorstand zuletzt am Abend des 21. Dezember beraten, was in der aktuellen Situation vor Ort verantwortbar sei und was nicht. Man sei Politik und Kirchenleitung dankbar, dass die letzte Entscheidung über die Durchführung von Präsenzgottesdiensten bei den Kirchengemeinden vor Ort belassen worden sei, „wir nehmen unsere daraus resultierende Verantwortung sehr ernst“, heißt es in der Mitteilung. Das Interesse der Gemeindeglieder, auch in diesem Jahr Gottesdienste zu feiern, stehe dabei neben der Sorge, dass man durch dieses Handeln zur weiteren Ausbreitung der Corona-Pandemie beitragen könnte.

Kirche weitet Angebote im Internet aus

Einstimmig sei deshalb schließlich die Entscheidung gefallen, dass es in diesem Jahr „ein Zeichen der Nächstenliebe“ sei, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. „Wir verstehen unsere Entscheidung zugleich als Zeichen der Solidarität mit allen Menschen, die im Moment ebenfalls harte Einschnitte hinnehmen müssen, sei es als Künstler, in Handel und Gewerbe, oder im persönlichen Bereich.“ Die Kirchengemeinde teilt mit, dass die Angebote, die Menschen auf anderen Kanälen zu erreichen, ausgeweitet werden.

An Heiligabend wird online und auch in der Günzburger Zeitung der Text für eine Hausandacht bereitstehen, außerdem gibt es einen Videogottesdienst aus der Auferstehungskirche und voraussichtlich noch ein Angebot speziell für Kinder. Wer keinen Zugang zum Internet hat, kann die Angebote in gedruckter Form oder auf DVD beim Pfarramt anfordern. Auch für die Gottesdienste an den beiden Weihnachtstagen und zum Jahreswechsel wird an Angeboten gearbeitet.

Kirchengemeinde will keinen Druck auf andere ausüben

Bei seiner Entscheidung sei sich der Kirchenvorstand bewusst, dass andere Gemeinden anders entschieden hätten. „Wir konnten das für die von uns geplanten Gottesdienste nicht guten Gewissens tun. Wir respektieren aber auch jede andere Entscheidung und wollen durch unseren Beschluss auf niemanden Druck ausüben, es uns gleich zu tun“, heißt es in der Pressemitteilung. Weihnachten falle nicht aus – „aber wir feiern in diesem Jahr anders als gewohnt“. (zg)

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