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Ichenhausen

19.11.2019

Ex-Kultusminister macht AfD für Antisemitismus mitverantwortlich

Zum Kampf gegen den zunehmenden Antisemitismus rief der frühere bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle bei seinem Auftritt in der Synagoge in Ichenhausen auf.
Foto: Greta Kaiser

In Ichenhausen spricht bei der Reichspogromnacht-Gedenkstunde der frühere Kultusminister Ludwig Spaenle deutliche Worte.

Vor dem Tor der ehemaligen Synagoge ist Polizei postiert. Jüdisches Leben muss auch fast 75 Jahre nach Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geschützt werden. Noch mehr in Zeiten wie diesen, in denen die Grenzen des Unerträglichen immer weiter verschoben werden. Bei einer Gedenkstunde in Ichenhausen wurde am Sonntagabend in beeindruckender Weise an die Opfer der Reichspogromnacht vom 9. November 1938 erinnert. In ganz Deutschland brannten jüdische Gotteshäuser und Geschäfte, tausende Juden waren misshandelt und getötet worden. Allzu viele haben aus der Geschichte nichts gelernt. Im Gegenteil: „Der Antisemitismus zeigt seine Fratze wieder frecher“, bedauerte der frühere bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle in seiner Ansprache.

Spätestens seit dem geplanten Massaker an Juden in Halle sei es Zeit, „deutliche Zeichen gegen das Erstarken von Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Rechtsextremismus zu setzen“, erklärte bei der Begrüßung der Gäste Margaretha Hackermeier, die Vorsitzende der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Augsburg und Schwaben. „Die Verbrechen der Unmenschlichkeit dürfen sich nie mehr wiederholen.“

Ludwig Spaenle: Antisemitismus wird durch das Internet beschleunigt

Ludwig Spaenle ist Beauftragter für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe der bayerischen Staatsregierung. Der Judenhass speise sich aus vielen Quellen, doch alle Begründungen seien „abstrus“ und „geistiger Unrat“ – die Folge von Dummheit, Unwissenheit, Aggression oder fanatischem und ideologischem Rassismus. Antisemitismus gebe es seit Jahrhunderten, neu sei die „Beschleunigung durch das Netz“. Spaenle: „Das wirkt wie Benzin ins offene Feuer.“

Studien zeigen, dass etwa ein Viertel der Deutschen für antisemitische Parolen anfällig ist. „Dem müssen wir uns als Gesellschaft entgegenstellen“, forderte der frühere Kultusminister. Unverzichtbar sei die wahrhaftige und geschichtsbewusste Erinnerung an jüdisches Leben, das es auf deutschem Boden seit 1700 Jahren gebe. „Die Lüge der Verdrängung“ müsse ein Ende haben.

Und wichtig sei die Erinnerungsarbeit nicht zuletzt an den Schulen, wie sie in herausragender Weise vom „Lernzirkel Judentum“ am Günzburger Dossenberger-Gymnasium geleistet werde. Das mache Hoffnung, erklärten auch Margaretha Hackermeier und Reinhold Reibl, der Kreisverbandsvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, neben dem DGB einer der Mitveranstalter der Gedenkstunde.

Pfarrer Stefan Berlin warnt: Holocaust war kein "Vogelschiss"

Für den immer aggressiver werdenden Ton in Gesellschaft und Politik machten die Redner die AfD mitverantwortlich. Für die „menschenverachtenden Äußerungen“ vieler AfD-Funktionäre dürfe es keinen Raum geben, betonte Reibl. „Aus Worten werden Taten.“ Bei der Präsentation des Lernzirkels Judentum ergänzte Pfarrer Stefan Berlin: „Der Holocaust war eben kein Vogelschiss.“

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde vom Vokalensemble des Dossenberger-Gymnasiums unter der Leitung von Oberstudienrat Peter Neuburger. Passend zum Thema des Abends und in hervorragender Weise vorgetragen wurden Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy und jüdische Lieder – eines entstanden im Warschauer Getto.

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19.11.2019

Der wissenschaftliche Begriff Semiten bezeichnet den Sprachraum der Völker mit semitischer Sprache. Dazu gehören z. B. sowohl Hebräisch als auch Arabisch.

Die AfD ist gegen die massive Einwanderung aus dem Nahen Osten und aus Afrika. Es geht letztlich nur darum, eine Völkerwanderung aus dem Nahen Osten und aus Afrika nach Deutschland zu vermeiden.

Bei uns gibt es eine links-grüne Einheitsmeinung, die ein aggressives Kesseltreiben gegen die AfD veranstaltet. Ich wünsche der AfD, dass sie weiterhin gelassen ihre politischen Positionen hält, sie hat weitgehend recht.

Ich bin gerne bereit, eine Lanze für die AfD zu brechen.

Joachim Datko - Physiker, Philosoph

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19.11.2019

Also ist Antisemitismus wird nach gängiger Definition Hass auf die Religionsgemeinschaft Juden verstanden. Die Definition hat an sich nicht mit Sprachen zu tun. Als Philosoph sollte man schon bei den Fakten bleiben und nicht irgendetwas konstruieren.

Quelle. wikipedia

Begriff

Die Französische Revolution von 1789 hatte die Durchsetzung der allgemeinen Menschenrechte und die Bildung von Nationalstaaten europaweit begünstigt. Damit begannen auch andere Staaten ihre Staatsbürger rechtlich gleichzustellen und leiteten eine jüdische Emanzipation ein. Nationalistische Einigungsbewegungen bekämpften diese und suchten der veränderten historischen Lage angepasste Gründe für den tradierten Judenhass des vom Christentum geprägten Mittelalters.

Der Ausdruck „Antisemitismus“ ist eine Neuschöpfung deutscher Antisemiten im Umfeld des Journalisten Wilhelm Marr. Er zielte darauf, „die Judenfeindschaft mit der Zugehörigkeit der Juden zur semitischen Rasse und Völkerfamilie zu begründen und ihr das Gepräge einer auf letzte Ursachen zurückgehenden wissenschaftlichen Lehre zu geben“ (Edmond Jacob: Artikel Antisemitismus, in: Encyclopaedia Judaica, 1928, Sp. 957). Historisch richtete sich der neue Begriff jedoch nie gegen semitische Völker insgesamt, sondern immer nur gegen Juden.[17] Obwohl die semitische Sprachfamilie viele verschiedene Völker umfasst, blieb „Antisemitismus“ stets auf Juden als ethnisches Kollektiv begrenzt. Der Begriff ist also eine etymologische Fehlprägung und vom Ursprung her rassistisch und pseudowissenschaftlich.[18]

Deutsche können Juden sein, genauso wie Juden Deutsche sein können. Schließlich haben wir Religionsfreiheit.

Außerdem sind semintische Sprachen nur im Norden Afrikas verbreitet.

Was ist eigentlich mit der massenhaften Einwanderung aus Osteuropa. Nachweislich sind organisierte Gruppen aus Osteuropa für zahlreichen Straftaten (Einbrüche, Sprengung von Geldautomaten, Zwangsprostitution, ...) verantwortlich. Oder ist das was anders weil die christlichen Hintergrund haben? Verbrecher ist Verbrecher, egal wo er kommt.

Was hat eigentlich Ihr Kommentar mit dem Artikel zu tun? Gegen Einwanderung von tatsächlich oder vermeidlich semitischsprechenden Migraten zu sein, rechtfertigt keine Hetze (von wem auch immer) gegen Deutsche jüdischen oder eines anderen Glaubens.

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