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24.02.2018

Experte: Polder gefährdet Insekten

Neues Gutachten zeigt Auswirkung von Flutungen

Der Naturkenner und ausgezeichnete Schmetterlingsexperte Klaus Heinze befürchtet verheerende Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt durch den geplanten Flutpolder im Leipheimer Auwald.

Der im Jahr 2000 mit dem Bayerischen Naturschutzpreis ausgezeichnete Schmetterlingsexperte, Klaus Heinze, erstellte für die Interessenvertretungen „Kein Flutpolder Leipheim“ ein Gutachten und bezieht darin Stellung zu den Auswirkungen des geplanten Flutpolders zwischen Weißingen und Elchingen auf die Insekten und insbesondere auf die Schmetterlinge. „In seinem ausführlichen Gutachten zum Leipheimer Donauwald beschreibt er die katastrophalen Folgen einer Überflutung für die im Donauwald lebenden Schmetterlinge“, heißt es in der Pressemitteilung der Interessensvertretung. Seit über 40 Jahren erforscht er die Tag- und Nachtfalter in der Region, von denen circa 290 Arten (Großschmetterlinge) im Donauwald leben.

Durch die jährlichen Flutungen würden viele Raupen und die meisten Puppen dem Tod durch Ertrinken ausgeliefert. Die wenigen überlebenden Puppen würden aufgrund des verbleibenden Schlicks als geschlüpfte Falter das Tageslicht nie erreichen. Dadurch könnte sich die Falterpopulation nicht mehr aufbauen und würde für immer aus dem Ökosystem verschwinden. Unter den beobachteten 290 Schmetterlingsarten habe er 27 gefährdete Arten entdeckt, die sich auf der Roten Liste befinden. Darunter fallen beispielsweise der stark gefährdete Weißbinden-Zahnspinner sowie der Linden-Sichelflügler, der Kleine Schillerfalter und der auf der Salweide lebende großen Schillerfalter. Die in der Strauchschicht dominierende Traubenkirsche, aber auch die Heckenkirsche beherbergt zudem die Raupen des Kleinen Eisvogels.

Klaus Heinze unterstreicht mit seinem Gutachten die Untersuchungen des Mykologen Manfred Enderle sowie des Vogelkundlers Klaus Schillhansl, die ebenfalls eine Vielzahl von auf der Roten Liste erwähnten Arten für das durch den Flutpolder betroffene Gebiet entdeckt haben. Die Experten unterstützen mit ihren Gutachten die Forderungen der Interessenvertretung „Hochwasserschutz ja – Kein Flutpolder Leipheim“, die Alternativen zum geplanten Flutpolder aufzeigt und fordert. Die IV kündigte an, weitere Gutachten von Experten einholen, die die Folgen und Schadenspotenziale eines Flutpolders aufzeigen. „Diese Gutachten sollen die negativen ökologischen Folgen beleuchten als auch die Gefährdung der lokalen Trinkwasserversorgung und die Schadenspotenziale, die durch die Grundwasserproblematik verursacht werden.“ (zg)

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