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Kreis Günzburg

25.11.2017

Experten betonen: „Bildung öffnet Türen“

Die alte Kreidetafel hat ausgedient. Moderne Medien werden in der Grundschule Gundremmingen täglich verwendet.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Bei der ersten Bildungskonferenz des Landkreises wird viel Kritik am bestehenden System geäußert. Welche Probleme es gibt und welche Rolle die Digitalisierung spielt.

Maria Granz ist sich sicher: „Das Fundament der Bildung beginnt im Kindergarten und in der Grundschule.“ Für das Freiwilligenzentrum Stellwerk war die Konzenbergerin am Freitag bei der Bildungskonferenz des Landkreises, die im Forum am Hofgarten stattfand. An einem Infostand informierte sie über die Arbeit der Einrichtung.

Die Bildungskonferenz fand zum ersten Mal statt. Neben den Infoständen zahlreicher Einrichtungen konnten die etwa 200 Teilnehmer auch an Workshops zu verschiedenen Themen teilnehmen. Im Mittelpunkt stand der Vortrag des Bildungsvisionärs Wassilios Fthenakis. Er kritisierte das bestehende Bildungssystem in Deutschland. Gerade das Thema Digitalisierung sei eine große Herausforderung. „Wir benötigen eine tief greifende Reform des Bildungssystems“, forderte er. Das Hauptaugenmerk legt er auf die Bildung im Kindergarten und in der Grundschule – hier könne man am meisten bewirken. Und die Zukunft der Bildung sieht er klar in der Digitalisierung, Medienkompetenz sei daher enorm wichtig.

So sieht es auch Stefanie Schmid, Rektorin der Grund- und Mittelschule in Leipheim. „Wir müssen Kinder in ihrer digitalen Kompetenz stärken, das Kultusministerium muss dafür aber auch die Voraussetzungen schaffen“, forderte sie am Rande der Veranstaltung. Die Bildungskonferenz ist für sie eine gute Möglichkeit, um Kontakte zu knüpfen. Hier könnten Bildungsakteure der verschiedensten Einrichtungen, von der frühkindlichen Förderung bis hin zur Erwachsenenbildung, über Probleme und Herausforderungen diskutieren. „Hier trifft man auf gegenseitige Hilfsbereitschaft“, zog die Rektorin eine positive Bilanz. Ein großes Interesse hatte sie an den Themen Inklusion und Digitalisierung, zu denen es auch Workshops gab. Burkard Sterk ist als Schulberater im Landkreis Günzburg tätig.

Neue Fachkräfte für die Kinderbetreuung sind nötig

„Hier gibt es eine Plattform, hier kann man sich austauschen und Ideen für gemeinsame Projekte sammeln“, sagte er über die Bildungskonferenz, die unter dem Motto „Bildung bewegt“ stand. Sie war gleichzeitig der Abschluss des Vhs-Herbstschwerpunkts „Bildung, Betreuung und Erziehung“ und der Auftakt des Projekts „Haus der kleinen Forscher“, das an diesem Tag vorgestellt worden ist.

2016 hat der Landkreis Günzburg das Qualitätssiegel „Bildungsregion“ erhalten. Der Landkreis, so wurde von allen Seiten betont, sei sich bewusst, welch zentrale Rolle die Bildung in der Gesellschaft spielt. „Bildung öffnet Türen, Bildung bereitet Kinder auf das zukünftige Leben vor und Bildung sichert Frieden und Demokratie“, sagte Landrat Hubert Hafner in seinen Grußworten. Für den Regierungsdirektor Markus Reipen fängt Bildung zwar im Kindesalter an, hört aber auch bei Erwachsenen nicht auf. Ein zentraler Aspekt ist für ihn neben der Aus- und Weiterbildung aber auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Deshalb seien neue Fachkräfte nötig, um Kinder betreuen zu können.

Kornelia Haugg, Abteilungsleiterin beim Bundesministerium Bildung und Forschung, betonte, dass Lernen und Bildung ein lebenslanger Prozess ist. „Die Ansiedlung von neuen Unternehmen funktioniert nur, wenn Fachkräfte da sind. Neue Innovationen gelingen nur, wenn kluge Köpfe vor Ort sind.“

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