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Kreis Günzburg

30.11.2017

Fälle falscher Polizisten nehmen „epidemieartig“ zu

Betrüger geben sich sehr häufig als Polizisten aus.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Im Bereich Jettingen-Scheppach durchschaute ein Senior die Masche – und informierte die richtige Polizei. Was dann geschah.

Ein Rentner ist im Bereich Jettingen-Scheppach von falschen Polizisten angerufen worden. Er sollte Geld abheben und bereit halten, damit die „Beamten“ es in Verwahrung nehmen können. Doch der Mann, um die 80 Jahre alt, fiel nicht auf diesen Trick herein. Stattdessen informierte er die richtige Polizei, die „verdeckt reagierte“, wie Peter Hirsch sagt. Der stellvertretende Leiter der Inspektion Burgau berichtet aber, dass die Täter nicht erschienen.

Er glaubt nicht, dass sie gemerkt haben, dass sie aufgeflogen waren. Vielmehr könnten sie bereits etwas Lukrativeres in Aussicht gehabt haben – hier ging es um eine fünfstellige Summe im unteren Bereich. Generell seien die Täter aber hochsensibel. „Es reicht schon, dass irgendwo ein Streifenwagen fährt, der mit der Sache gar nichts zu tun hat.“ Wie meistens hätten sie auch hier mit einer falschen Nummer angerufen, mit der die der Polizei imitiert wird. Momentan nehmen nach Hirschs Worten diese Fälle „epidemieartig“ zu. Woran das liegt, kann er sich auch nicht erklären. Aber es gebe regelrechte Callcenter, aus denen die Bürger angerufen werden. Bevorzugt jene, bei denen der Name auf eine ältere Person hindeutet, oder die Nummer auf einen schon lange bestehenden Anschluss.

Es sei im Prinzip dieselbe Masche wie der Enkeltrick, bei dem vorgegaukelt wird, dass ein Angehöriger in Not ist und dringend Geld braucht, das von einem angeblichen Freund abgeholt wird. Aber da das zuletzt öfter durchschaut wurde und die Polizei Vertrauen genießt, hätten die Täter womöglich auf diesen Trick umgeschwenkt. Die Enkel-Masche gibt es, auch in abgewandelter Form, allerdings nach wie vor. Vorsicht ist auch hier angebracht.

Das rät die Polizei

Ebenso registriert die Polizei gerade viele Fälle falscher Gewinnversprechen, teilt das Präsidium Schwaben Süd/West mit. Dabei wird vorgegeben, man habe etwas gewonnen, müsse aber vor der Auszahlung zuerst eine Bearbeitungsgebühr bezahlen. Die Beamten raten grundsätzlich, Familienangehörige und Nachbarn über diese Maschen zu informieren und niemals am Telefon Auskünfte über persönliche Verhältnisse zu geben. Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld. Die örtliche Polizei sollte zurückgerufen werden, wo man sich erkundigen kann. Dafür sollte aber nie die im Display angezeigte Rufnummer verwendet werden, sondern nur die bekannte. Auch sollte nicht auf Gewinnversprechen reagiert und kein Geld überwiesen werden.

In Stadtbergen im Landkreis Augsburg wurden jetzt zwei mutmaßliche Betrüger geschnappt, die sich als Polizisten ausgegeben hatten. Ein 80-Jähriger, der von ihnen mehrmals angerufen worden war, hatte Verdacht geschöpft und die richtige Polizei informiert. Die fassten einen 24- und einen 25-Jährigen bei der Geldübergabe. Sie waren extra dafür aus Nordrhein-Westfalen angereist. Nach der Vernehmung durfte einer der beiden, ein 24-jähriger Student, wieder gehen. Der Zweite – ein 25-jähriger Arbeitsloser, der türkischer Staatsbürger ist – kam dagegen in Untersuchungshaft. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: banden- und gewerbsmäßiger Betrug. mit manu

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