1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Falsche Polizeibeamte gingen diesmal leer aus

Landkreis Günzburg

09.10.2019

Falsche Polizeibeamte gingen diesmal leer aus

Das Plakat der Polizei warnt vor Betrügern, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben.
Bild: Martin Gerten/dpa

Wieder registrieren die Polizeiinspektionen in der Region dutzende Anrufe von Betrügern. Vor allem Senioren sind dabei nach wie vor im Fokus.

Die Anrufe kommen stets geballt: Allein am Dienstag wurden insgesamt 38 Fälle von Falschen Polizeibeamten im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektionen Günzburg, Burgau, Illertissen, Weißenhorn, Neu-Ulm, Memmingen und Kempten angezeigt. Senioren stehen dabei nach wie vor im Fokus der Betrüger, warnt das Polizeipräsidium in Kempten

Falsche Polizeibeamte am Telefon: So gehen die Betrüger vor

Bereits am vergangenen Sonntag und Montag kam es zu einzelne Anrufe von Falschen Polizeibeamten in Lindau, Kammeltal, Memmingen und Neu-Ulm. Die Vorgehensweise ähnelt sich dabei regelmäßig, heißt es im Polizeibericht: Ein Anrufer gibt sich am Telefon als Polizeibeamter aus und täuscht vor, dass eine Einbrecherbande im Umkreis zur Wohnanschrift des Angerufenen festgenommen wurde. Dabei wären bei der Einbrecherbande Aufzeichnungen aufgefunden worden, die einen bevorstehenden Einbruch beim Angerufenen befürchten lassen. Der falsche Polizeibeamte versucht daraufhin, die angerufenen Senioren nach ihrem Vermögen auszufragen, welches angeblich in Gefahr sei. Die falschen Polizeibeamten drängen dabei die Senioren dazu ihr Vermögen, wie Geld, Schmuck oder Münzen an die falschen Polizeibeamten zu übergeben, um dieses „sicher“ zu verwahren, bis die vorgespielte Gefahr durch Einbrecherbanden beseitigt sei.

Die Betrüger missbrauchen dabei das Vertrauen der Angerufenen in die Polizei und schaffen es dabei auch noch durch eine technische Manipulation im Display der Angerufenen, die Nummer 110 oder der örtlichen Polizei anzeigen zu lassen. So untermauern sie ihre falsche Eigenschaft des Polizeibeamten und erhöhen die Glaubwürdigkeit immens. Dadurch gelingt es den Betrügern zum Teil viele tausend Euro, Schmuck, Münzen oder Goldbarren von den eingeschüchterten Senioren zu ergaunern. Zum Teil wird auch vorgespielt, dass die Wertgegenstände selbst auf der Bank nicht sicher seien und werden sodann von den Angerufenen abgeholt, um diese an die Betrüger weiter zu reichen. Die Betrüger verhalten sich äußerst professionell und sind sehr sprachgewandt.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Das rät die Polizei Betroffenen

  • Geben Sie am Telefon niemandem Auskunft über private und vermögende Verhältnisse.
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf und trennen dadurch die Verbindung.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Vermögensgegenstände an unbekannte Personen.
  • Melden Sie den Anruf sofort der Polizei. Ganz wichtig: Wählen Sie hierzu die Nummer Ihrer örtlichen Dienststelle. Die Verbindung muss dabei zuvor aber zum Betrüger getrennt sein. Idealerweise nutzen Sie dazu einen anderen Apparat, vielleicht den Ihres Nachbarn oder ein Mobiltelefon. Haben Sie keine Angst anzurufen! Lieber einmal zu oft die Polizei informiert, als betrogen zu werden.
  • Informieren Sie Angehörige oder Nachbarn von dem Anruf und der Betrugsmasche.

Betrüger haben dieses Jahr schon 190 000 Euro erbeutet

Glücklicherweise erkannten die Angerufenen in diesen Tagen alle die Betrugsmasche und beendeten das Telefonat, meldet das Polizeipräsidium. Es kam in keinem Fall zu einer Übergabe von Vermögen. Doch das ist leider nicht immer so: Seit Jahresbeginn kam es im gesamten Polizeipräsidium Schwaben Süd/West zu 876 angezeigten Fällen von Falschen Polizeibeamten, bei denen es zu einem Vermögensschaden von knapp 190 000 Euro kam.

Im Jahr 2018 wurden in der Region insgesamt 1339 Fälle registriert, wobei ein Vermögensschaden in Höhe von etwa 471 000 Euro entstand. (zg)

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren