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Landkreis

07.10.2014

Falscher Notruf kann viel Ärger bringen

Immer wieder kommt es vor, dass Menschen mutwillig einen Feuermelder betätigen – wer erwischt wird, der wird hart bestraft.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Auch im Landkreis Günzburg werden die 110 und 112 nicht immer nur im Ernstfall gewählt. Das muss gar keine böse Absicht sein.

So erklärt das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West auf Anfrage unserer Zeitung, dass es im Bereich des Präsidiums im vergangenen Jahr 97 Fälle gab, im Kreis Günzburg acht. In diesem Jahr waren es bereits 88 beziehungsweise sieben. Die Fehlalarme ausgelöst haben unter anderem Betrunkene und Kinder, die etwa einen Feuermelder betätigt oder per Telefon einen Brand gemeldet haben. Es kam allerdings auch vor, dass sich jemand für eine andere Person ausgegeben hat, um deren Suizid anzukündigen.

Bei absichtlichem Missbrauch droht harte Strafe

Wenn die 110 gewählt wird, ohne dass es einen Notfall gibt, geschieht das nach Auskunft von Polizeisprecher Christian Owsinski meistens aber ohne Absicht. Entweder, weil jemand die Notruffunktion seines Handys ausprobieren will oder weil sie versehentlich aktiviert wurde. Daher ist bei der Einsatzzentrale zuerst eine Ansage zu hören, die darauf hinweist, wo jemand gerade anruft. So haben die Anrufer noch die Möglichkeit, aufzulegen.

Wer doch absichtlich den Notruf missbraucht, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe rechnen. Wer Notrufeinrichtungen wie Brandmelder beschädigt, kann sogar zwei Jahre ins Gefängnis kommen. Und wer zudem eine Straftat vortäuscht, muss mit noch mehr Ärger rechnen. Die Kosten für einen Einsatz müssen ebenfalls bezahlt werden. Wenn die Polizei nicht ausrücken muss, belässt sie es aber meist bei einer Ermahnung, gerade bei Kindern und Jugendlichen, sagt Präsidiumssprecher Christian Owsinski.

Jeder Anruf muss ernst genommen werden

Damit es nicht soweit kommt, engagiert sich die Feuerwehr in den Schulen und Kindergärten. Bei der Branderziehung wird nicht nur erklärt, was bei einem Notruf zu beachten ist, sondern auch, welche Folgen ein Fehlalarm haben kann, sagt Kreisbrandrat Robert Spiller. Wie bei der Polizei wird auch die 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst nur selten missbraucht, im schlimmsten Fall kann sie aber wegen eines Scherzanrufs für den echten Notfall blockiert sein.

Die Disponenten der Integrierten Leitstelle Krumbach fragen zwar nach, wenn sie einen Missbrauch vermuten. Sie müssen aber jeden Anruf ernst nehmen und schicken im Zweifel immer den Rettungsdienst oder die Feuerwehr. Und das kann im Ernstfall wichtige Zeit kosten.

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