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Burgau

08.09.2019

Familienspaß auf zwei Rädern

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16 Bilder
Im Klosterhof in Wettenhausen segnete Pfarrer Soni Abraham nach dem Gottesdienst die Fahrräder.

Burgau war am Wochenende das Zentrum des Radtourismus. Von der Markgrafenstadt aus starten tausende Radler auf gut ausgeschilderten Strecken durch den nördlichen Landkreis Günzburg und in den Nachbarlandkreis. Wo nächstes Jahr geradelt wird.

Schon eine ganze Weile vor Beginn des 15. Donautal-Radelspaßes herrsche bei der Zentralveranstaltung bei der Burgauer Grundschule am Sonntag reger Betrieb. Die größte Radveranstaltung in ganz Schwaben will Natur, Kultur und Genuss unter einen Hut bringen – der Radelspaß sei die Veranstaltung schlechthin, sagen Landrat Hubert Hafner und Dillingens Landrat Leo Schrell in ihren Grußworten. „Ein tolles Ereignis in der Region – was gibt es Schöneres als in der Natur zu radeln“, schließen sich Burgaus Bürgermeister Konrad Barm und Christian Blümm von Hauptsponsor Erdgas Schwaben an.

Erst aufwärmen, dann losradeln

Also: Gemeinsam vor der Bühne ein bisschen aufwärmen und ab an den Start. Entweder die 13 Kilometer lange AOK-Familienrunde über Mindelaltheim und Konzenberg, oder die mittlere Runde über Limbach, Wettenhausen und Jettingen. Richtig zur Sache geht es bei der 62-Kilometer-Strecke über Dürrlauingen nach Aislingen und über den Holzwinkel, Freihalden und Jettingen wieder zurück. Erst einmal für die kurze Strecke haben sich die Familien Enzler und Wohnhas aus Burgau entschieden. Für Familien mit Kindern sind sie ideal. „Wir haben Premiere und sind das erste Mal dabei“, sagen sie. Überhaupt sind zahlreiche Familien, Gruppen und Teams unter den Teilnehmern. Das Burgauer Osswald- sowie das Flowers and More-Team gehen auf die mittlere Tour und kommen damit auch pünktlich zur Fahrradsegnung: Nach dem Gottesdienst segnet Pfarrer Soni Abraham im Wettenhauser Klosterhof die vielen Räder. „Toll, wenn man sieht, was die Leute entlang der Strecke so bieten“, sagt Lothar Kempfle vom Veranstalter Donautal-Aktiv. Während bei der Zentralveranstaltung auf der Showbühne ein abwechslungsreiches Programm und zahlreiche Informationen zu den Themen Bewegung, Ernährung und Entspannung geboten sind, warten entlang der Strecken zahlreiche Aktionen und allerlei Kulinarisches, teilweise mit Blasmusikbegleitung, auf die Radler. Ob im Arboretum in Freihalden, beim Torflehrpfad in Jettingen oder bei Ebersbach, wo der Verein Bündnis Mensch und Natur auf die Natur aufmerksam macht – es gibt viel zu erleben. „Traumhaft, entlang der Feldwege und Waldwege zu radeln“, meint Dieter Seibold aus Burgau.

Kultur und Reparatur

Etwas Pech dagegen haben Ira Böse und Florian Einsiedler mit ihrem Tandem: Erst löst sich ein Pedal, dann folgt auch noch ein Plattfuß. Dafür sind sie Bei Dentatus vom Eichberg, dem Burgauer Ritterpoeten gut aufgehoben: Der erzählt, während Abu’s mobiler Fahrradservice das Tandem wieder in Gang setzt. Seine schwäbischen „Versla“ vereinen „Kultur und Reparatur“, wie die beiden Tandemfahrer schmunzelnd bemerken.

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Dem 15. Radelspaß folgt im kommenden Jahr der 16., nämlich mit der Zentralveranstaltung in Wertingen. Am Ende der Veranstaltung übergibt Burgaus Bürgermeister Konrad Barm das symbolische Radelspaß-Fahrrad an Wertingens Zweiten Bürgermeister Johann Bröll.

Bernhard, Ferdinand und Benedikt wollen unbedingt nach Mindelaltheim. Die drei Brüder radeln mit ihren Eltern Ulla und Andreas von Konzenberg auf einer alternativen Route und steigen dort in die lange Rundstrecke Donautal L über 62 Kilometer ein. „Wir sind bestimmt schon zum zehnten Mal beim Radelspaß dabei“, sagt Papa Andreas. Derweil machen die Buben unter Anleitung der Bow Targets aus Ellerbach eine gute Figur – und treffen auf Anhieb die Scheiben.

Gleich ist es geschafft

Dann geht es steil den Berg hinauf Richtung Dürrlauingen. Aber wo es rauf geht, ist ja auch die Abfahrt nicht weit. Aufmunternde Sprüche wie „gleich ist es geschafft“ oder „1500 Meter bis zum Pitstop“ stehen an solchen Steigungen. Und so ist die Strecke für manch Ungeübten schon eine konditionelle Herausforderung. Darum tut es gut, wenn die Teilnehmer alle paar Kilometer an einer der 25 Raststationen essen und trinken können. Die örtlichen Vereine haben sich unendlich viel Arbeit gemacht, den 15. Donautal-Radelspaß zu einer erfolgreichen Veranstaltung zu machen und sich in bester Weise zu präsentieren.

Früh am Vormittag bereits eine Fischsemmel oder frittiertes Karpfenfilet – für manchen Radfahrer, der bereits eine Anfahrt bis Burgau zurückgelegt hat, ist das kein Problem. Immerhin werden beim emsigen Treten in die Pedale jede Menge Kalorien verbraucht. Kulinarisch ist für jeden etwas dabei: Ob Burger vom selbst gezogenen Angusrind der Familie Neidlinger in Baumgarten oder der Schweinehals am Feuerwehrhaus in Holzheim: Seit fünf Uhr am Morgen liegen etwa 75 Kilogramm Fleisch im selbst gebauten Smoker von Daniel Müller. Feuerwehr und Brezgabar sind nicht nur im gleichen Vereinsheim untergebracht, sie stemmen mit etwa 50 Helfern die Bewirtung der hungrigen Gäste. Es hat sich herumgesprochen, dass die Holzheimer eine Delikatesse anbieten. Darum ist gegen 13 Uhr nur noch etwa ein Drittel des Fleisches übrig.

Spielerisch leicht mit Elektromotor

Der Anstieg danach hat es wieder in sich: Auf Schotter geht es hinauf, zwischen Mais und Sonnenblumen. Glücklicherweise ist es kühl, die Sonne würde den eingewachsenen Weg in einen Backofen verwandeln. Mancher Radfahrer geht da lieber zu Fuß – außer die Pedelec-Fraktion. Der Anteil der Räder mit elektrischem Zusatzmotor nimmt deutlich zu. Spielerisch leichtfüßig strampeln die modernen Mountainbikes über die Steinpiste hinweg.

Wenig später fallen die ersten Tropfen. In Waldkirch wird es Schnürlregen und in Winterbach schüttet es. Wer da innerhalb von zwei Minuten nicht unter ein Dach flüchten kann, ist nass bis auf die Unterhose. Der guten Stimmung macht das keinen Abbruch. Tapfer wird weitergeradelt und immer wieder gibt es wärmende Getränke und selbst gebackenen Kuchen.

Die ganze große Runde schaffen dann nur die Frühaufsteher oder Unerschrockenen. Fazit: Eine tolle Veranstaltung für alle Generationen, die bei besserem Wetter alle belohnt: Bis zum nächsten Jahr in Wertingen.

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