Newsticker

Corona in Deutschland: Gesundheitsämter melden 7595 Neuinfektionen
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Fasching ohne den Wirt

Gastronomie

10.01.2015

Fasching ohne den Wirt

„Unsere Gäste werden gut bewirtet!“, da ist sich Jürgen Laub, Präsident des Kötzer Narren Clubs, sicher. Die Fasnachter hatten kurz vor Beginn der Saison erfahren, dass der Pächter des Günzhallenrestaurants zum Jahresbeginn Schluss macht. Während die Gemeinde Kötz jetzt nach einem neuen Pächter sucht, hat der KNC für die Faschingssaison einen Caterer aus Krumbach engagiert.
Bild: Lorenz

Nach dem Jahreswechsel steht die Kötzer Günzhalle ohne Pächter da. Der Kötzer Narrenclub hat sich pünktlich zum Saisonstart Ersatz gesucht. Warum sich sogar der Landrat in das Thema eingeschaltet hat

Der Wirt hat gekündigt, das Restaurant ist geschlossen, der Fasching findet trotzdem statt. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich die Situation in Kötz bringen, nachdem das Pächterehepaar Amanda und Luis Sailer im Herbst zum Jahresende 2014 gekündigt hat. Seitdem sucht die Gemeinde Kötz nach neuen Wirtsleuten für Restaurant und Halle. Der Kötzer Narrenclub (KNC) musste schnell reagieren, damit das Faschingsvergnügen für seine Gäste nicht von Hunger oder Durst getrübt wird. Auswirkungen hat das jedoch auch auf andere Veranstaltungen – weshalb sich sogar Landrat Hubert Hafner in die Diskussion eingeschaltet hat.

Heute Abend erwartet KNC-Präsident Jürgen Laub ein volles Haus, also 400 bis 500 Gäste beim Hofball, dem ersten Höhepunkt der Saison. So viele Gäste mit eigenen Leuten zu verköstigen, das traut sich der KNC nicht zu, sagt Laub. Der Verein hat zwar etwa 800 Mitglieder, aber die etwa 220 bis 240 Aktiven werden auf und hinter der Bühne gebraucht.

Die Lösung fand sich schließlich in Krumbach: Das Gastronomieunternehmen Falk übernimmt die Bewirtung in dieser Fasnachtssaison. So kurzfristig einen leistungsfähigen Caterer zu finden, sei „nicht ganz einfach“, sagt Jürgen Laub und spricht von einem „Glücksgriff“. Der Krumbacher Gastronom wird mit teilweise vorgekochten Speisen aufwarten, und er darf nach Gesprächen mit der Gemeinde auch die Restaurantküche vor Ort nutzen.

Nur so sei es möglich, Gerichte wie Pommes frites oder Brauerschnitzel frisch aus der Pfanne anzubieten, sagt Laub. Zudem stehen auf der Speisekarte Gerichte wie Schwabentöpfle oder Kässpatzen. „Gutes Essen und gute Bedienung sind bei einem Faschingsball genauso wichtig wie eine gute Darbietung auf der Bühne“, sagt der KNC-Präsident. In den vergangenen Jahren „war es halt manchmal leider so“, dass die Gäste verärgert gewesen seien, weil sie lange auf Speisen oder gar zwei Stunden auf ein Bier hätten warten müssen.

Die Falk KG betreibt in Krumbach einen Hotel-Gasthof und eine Metzgerei mit Partyservice. Der Wirt arbeite in Kötz auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko, sagt Laub, eine Umsatzbeteiligung für den KNC sei nicht vorgesehen. Falk übernehme aber die Hallenmiete, „da ist uns schon geholfen“.

Lediglich bei Kaffee und Kuchen am Seniorennachmittag und bei der kulinarischen Versorgung am Kinderball will der KNC selber aktiv werden. Beim Kinderball – heuer gibt es wegen der kurzen Saison nur einen – ist Selbstbedienung angesagt. „Das können wir stemmen“, ist Laub zuversichtlich.

Ein ganz entschiedenes „Nein!“ kommt von ihm auf die Frage, ob der KNC Interesse am Anpachten des Günzhallenrestaurants hätte. Man habe die Frage im Verein kurz angesprochen und den Gedanken schnell wieder verworfen.

Den schwarzen Peter hat die Gemeinde Kötz, der die Gaststätte an der Günzhalle gehört. Gut ein halbes Dutzend Interessenten hätten zwar schon vorgesprochen, berichtet Bürgermeister Ernst Walter, aber es fehle oft an Gastronomie-Erfahrung. Die Gemeinde wünsche, dass die Gaststätte täglich geöffnet wird, „auch gern mittags“. Außerdem muss der Pächter sowohl das Restaurant als auch bei Veranstaltungen die Halle bewirtschaften.

Die bietet bei Reihenbestuhlung 750 Plätze, 450 bis 500, wenn Tische gestellt sind. Genutzt wurde die Mehrzweckhalle bisher nicht nur beispielsweise bei Seniorennachmittagen des Landkreises und bei türkischen Großhochzeiten, sondern auch bei Veranstaltungen des bisherigen Wirts, den die GZ telefonisch nicht erreichen konnte. Ein Tanztee, bei dem sich anfangs vielleicht 30 Senioren in der Wirtsstube zur Musik drehten, fand so viele Liebhaber, dass das Sonntagsnachmittagsvergnügen in die Halle verlegt werden musste. Unter den 200 Tänzern, die regelmäßig nach Kötz kamen, wurde die Nachricht, dass der Günzhallenpächter aufgibt und vorerst kein Nachfolger in Sicht ist, mit Bestürzung aufgenommen.

„Deshalb wendeten sich die Senioren beim Landkreisseniorentanz an den ebenfalls tanzbegeisterten Landrat“, heißt es in einer Landratsamts-Pressemitteilung mit dem Titel „Landrat rettet Tanztee“. Die Seniorenfachstelle am Landratsamt hat dafür gesorgt, dass der nächste Tanztee am Sonntag, 8. Februar, ab 14.30 Uhr in der Rettenbacher Gemeindehalle stattfinden kann. Weitere Termine soll es laut Pressemitteilung im Vereinsheim in Breitenthal, in Gundremmingen und auch wieder in Kötz geben.

Die Gemeinde Kötz sucht jedenfalls laut Bürgermeister Walter intensiv nach einem Gaststättenpächter, „der neuen Schwung in den Laden reinbringt“. Eine gute Zusammenarbeit mit den Vereinen – Sportler, Schützen, Blasorchester und KNC sind ebenfalls in der Günzhalle aktiv oder angesiedelt – setzt die Kommune voraus. Kurzum, so Walter: Das Restaurant an der Günzhalle „soll ein Mittelpunkt werden, wo man sich gern trifft“. "Diese Woche

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren