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Konzert

05.06.2016

Feenhafte Harfenmusik

Lea Maria Löffler, die „HarFe(e)“, bescherte mit ihrem Instrument etwa 100 Zuhörern ein virtuoses Klangerlebnis. Begleitet wurde sie von Mitgliedern des Musica Antiqua Ensembles Günzburg.
Foto: Emil Neuhäusler

Warum Lea Maria Löffler mit ihrem Instrument die Zuhörer in Günzburg verzauberte.

Im Rahmen des „Musikalischen Frühlings im schwäbischen Barockwinkel“ war das Harfenkonzert der 18-jährigen Lea Maria Löffler in der Kirche „Sieben Schmerzen Mariens“ im Bezirkskrankenhaus sicher etwas Besonderes. Die „HarFe(e)“, so auch das Motto des Abends, bescherte mit ihrem Instrument in unbändiger Spielfreude und Ausdruckskraft rund 100 Zuhörern ein virtuoses Klangerlebnis, für das diese sich am Ende mit lang anhaltendem Applaus bedankten. Als musikalische Begleiter fungierten Mitglieder des Musica Antiqua Ensembles Günzburg unter der Leitung von Bernhard Löffler.

Das Musica Antiqua Ensemble, das aus professionellen Musikern gegründet und als festes Ensemble eingerichtet wurde, trat als Quintett mit Cello, Kontrabass und Violinen an. Als erstes Orchester-Solostück hatte Dirigent Löffler, der als Chefdirigent der Niederbayerischen Kammerphilharmonie arbeitet und die Kunst- und Musikschule der Stadt Brühl sowie die Kirchenmusik an St. Gereon in Köln leitet, das „Divertimento in D“ von Wolfgang Amadeus Mozart ausgewählt. Auf den kurz angesetzten Strichen von Cello und Bass jubilierten die heiteren Violinen im Allegro. Im Gegenzug prägten Cello und Bass das warme, andächtige Andante im zweiten Satz. Im abschließenden Presto jagten sich die Instrumente in rasanten Läufen und parierten spielend taktische Finessen.

In der kurzen Komposition „Air“ von Johann Sebastian Bach kreierten die Violinen die Melodie in schönem, lang gezogenem Legato, während Cello und Bass ihre Striche nur leicht andeuteten. Viel Applaus bekam das Orchester für die homogene Aufführung einer der größten Hits der Musikgeschichte, „Eine kleine Nachtmusik“ von Mozart. Beginnend mit dem bekannten Dreiklang agierten die fünf Instrumentalisten lebhaft, leicht und unbeschwert.

Vor dem „Konzert B-Dur op. 4/6“ von Georg Friedrich Händel musste das Quintett seine Instrumente auf die Harfe einstimmen. In Lautstärke und Klangfarbe harmonierten dann Harfe und Streichinstrumente ausgezeichnet, korrespondierten selbst in den schnellen Sätzen homogen und gaben sich doch gegenseitig Freiräume für das Setzen eigener Akzente.

Gemessen am Applaus gehörte das Herz der Zuhörer eindeutig der „HarFe(e)“ Lea Maria Löffler, die ihre Harfe virtuos beherrschte. Auf der einen Seite vermochte der Zuhörer die Augen nicht abzuwenden von den flinken Fingern, mit denen sie auf ihrem Instrument in absoluter Sicherheit Glanzlichter setzte. Auf der anderen Seite schloss man die Augen gerne, um die Ausdrucksvielfalt und den immensen Klangreichtum der Harfe auf sich wirken zu lassen. Lea Maria, die die Harfe von 2008 bis 2013 an der Musikhochschule in Würzburg studierte und schon viele Musikwettbewerbe absolvierte und gewann, verzauberte mit ihren filigranen Harfenklängen das Publikum und brachte ihm die „feenhafte Harfenmusik“, wie Bernhard Löffler am Schluss des Konzertes anmerkte, nahe.

Majestätisch und doch sehr innig intonierte die Solistin einleitend die wundervolle „Fantasie c-moll op. 35“ von L. Spohr. Voll ins Moll für das einleitende Arpeggio, erklang energisch die auf den kurzen, hellen und hohen Saiten gezupfte Melodie. Immer wieder strich sie im Glissando über die Saiten und kreierte Wellen von Tönen und Harmonien und nutzte das mittlere Stimmregister für die Melodieführung in leuchtenden und warmen Tönen. Die Einleitung zu „La Source op.23“ erinnerte sofort an Schuberts „Die Forelle“.

Tatsächlich fängt diese Komposition von A. Zobel die Stimmung an einem Brunnen ein. Tropfen und Spritzer bringen in das ruhig dahinfließende und im Sonnenlicht glitzernde Wasser Bewegung, im Harfenspiel vielfältig Ausdruck findend im Wechsel von Tempo und Lautstärke. Verspielt in der Höhe und einfühlsam in der Tiefe beendete Lea Maria mit „Etude de concert es-moll op. 193“ von F. Godefroid den offiziellen Teil ihres zauberhaften und anspruchsvollen Programms. Mit zwei Zugaben, die letzte in Pop und Swing, bedankte sich die Virtuosin für die entgegengebrachten stehenden Ovationen.

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