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Bubesheim/Kötz

28.06.2019

Feuerwehr: Empfehlung für ein gemeinsames Gerätehaus

Die Feuerwehr hat immer mehr technische Ausrüstung wie Atemschutzgeräte instand zu halten.
Bild: Bernhard Weizenegger

Ziele wie eine "Neustrukturierung" und ein zentrales Feuerwehrhaus werden im neuen Bedarfsplan genannt. Warum das in Bubesheim und Kötz nötig werden könnte.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Diese Erkenntnis von Aristoteles gilt auch für die Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Kötz. Und so empfiehlt Sven Volk, der den Feuerwehrbedarfsplan für die Mitgliedsgemeinden Kötz und Bubesheim erarbeitet hat, nicht nur die Bildung von zwei Schutzbereichen (Bubesheim sowie Großkötz und Kleinkötz mit Ebersbach), sondern er legt den Kötzer Wehren auch ganz dringend eine enge Zusammenarbeit ans Herz.

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Etwa 30 Feuerwehrleute waren zur gemeinsamen Gemeinderatssitzung von Kötz und Bubesheim in die Günzhalle gekommen, in der ein saunaähnliches Klima herrschte. Noch ein paar Schweißtropfen mehr mag Sven Volk den Zuhörern auf die Stirn getrieben haben, als er Ziele wie eine „Neustrukturierung“ der Kötzer Wehren und ein zentrales Feuerwehrhaus nannte. Damit könnte nicht nur die Schlagkraft der ehrenamtlichen Wehren gesteigert, sondern auch Mehrfachvorhaltungen von Material und Gerät vermieden werden, sagte Volk.

Das gemeinsame Ausrücken ist das Ziel

„Kurzfristig sollen alle Feuerwehren erhalten bleiben“, sagte Volk, mittelfristig aber hält er eine Standortanalyse und eine Machbarkeitsuntersuchung für ein zentrales Feuerwehrhaus für unabdingbar. Ziel ist das gemeinsame Ausrücken der Kötzer Wehren, die Aufgaben soll dann ein federführender Kommandant koordinieren. Mindestens zwei der heutigen Standorte könnten dann aufgegeben werden.

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Bei der Versorgung mit Löschwasser ist in Großkötz, Kleinkötz und Ebersbach alles im grünen Bereich, in Bubesheim allerdings sind die Richtlinien der Deutschen Vereinigung des Gas-und Wasserfaches (DVGW) nicht erfüllt. Eine Notversorgung könnte über das Wassernetz der Stadt Leipheim sichergestellt werden, aber dazu gibt es keine vertragliche Regelung. Im nördlichen Bereich von Bubesheim sei die Löschwasserversorgung problematisch, weil unter anderem der Aufbau einer Löschwasserförderung über weite Strecken etwa eine halbe Stunde beanspruche. Auch bei frühzeitigem Eintreffen der Feuerwehr seien „Totalverluste“ durchaus möglich.

Untertags an Wochentagen fehlen vor allem Spezialisten

Sowohl für die Wehren in Groß-und Kleinkötz als auch in Bubesheim gilt: Am Wochenende und in der Nacht sind in der Regel genügend Aktive verfügbar, untertags an Wochentagen fehlen vor allem Atemschutzträger und andere Spezialisten. Noch schlechter sieht es bei der Löschgruppe Ebersbach aus. Insgesamt fehlen den Kötzer Wehren vor allem atemschutztaugliche Einsatzkräfte und Zugführer.

Weil der Aufwand für die Gerätewartung stetig wächst, empfiehlt Volk außerdem nicht nur eine zentrale Gerätewartung für alle Wehren innerhalb der VG, sondern bei einem Bedarf von jährlich etwa 950 Stunden auch die Beschäftigung einer Teilzeitkraft für diese Aufgaben. Bei einer 38,5 Stunden-Woche entspreche dies einer 55-Prozent-Stelle. Auch haftungsrechtliche Gründe sprächen für einen hauptamtlichen Gerätewart.

Frauen sind noch unterrepräsentiert

Ein wesentlicher Punkt war auch die Anwerbung neuer Aktiver. Frauen seien noch deutlich unterrepräsentiert, ebenso Bürger mit Migrationshintergrund, sagte Volk. Wünschenswert sei es außerdem, Feuerwehrleute aus anderen Orten, die in Kötz oder Bubesheim arbeiten, tagsüber für den Dienst in den Wehren der VG zu gewinnen oder auch Neubürger bei der Anmeldung auf das Ehrenamt bei der Feuerwehr aufmerksam zu machen.

Ohne große Diskussion beschlossen beide Gemeinderäte separat und jeweils einstimmig, den Feuerwehrbedarfsplan als Grundlage für künftige Entscheidungen heranzuziehen. Von „großen Herausforderungen“ nicht zuletzt im Hinblick auf die personelle Ausstattung der Wehren sprach der Bubesheimer Bürgermeister Walter Sauter.

Es gibt Hinweise auf mögliche Standorte

Die Erkenntnisse aus dem Gutachten von Sven Volk werden in künftige Planungen einfließen, sagte der Kötzer Bürgermeister Ernst Walter, offen sei aber, in welchem Zeitraum dies geschehen wird. Für eine Zusammenlegung seien die Feuerwehrhäuser in Kötz teilweise „einfach noch zu neu“.

Im Kapitel „Abgeleitete Maßnahmen“ finden sich erste Hinweise auf mögliche Standorte für ein gemeinsames Feuerwehrhaus in Kötz. Einsatzkräfte aus allen drei Ortsteilen sollten den Standort in drei bis acht Minuten erreichen können, Einsatzfahrzeuge sollen im Idealfall innerhalb von 3,5 Minuten Anfahrzeit bis an die äußersten Randbereiche der zusammenhängenden Bebauung gelangen.

Geeignet sind laut Volk nach diesen Kriterien der Bereich entlang der Kreisstraße GZ5 im Osten der Großkötzer Straße, die westliche Bahnhofstraße in Kleinkötz und die Industriestraße.

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