1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Feuerwerk am Waldrand: Ein gefährlicher Spaß?

Günzburg

13.08.2019

Feuerwerk am Waldrand: Ein gefährlicher Spaß?

Das Günzburger Volksfest-Feuerwerk am Montag ist wieder ein Hingucker gewesen. Doch im Hintergrund laufen umfangreiche Vorbereitungen, damit es nicht zu einem Waldbrand kommt.
Bild: Mario Obeser

In Günzburg ist das Feuerwerk zum Volksfest schon über die Bühne gegangen, im Legoland gibt es mehrere dieser Spektakel. Doch was wird getan, damit es nicht zum Waldbrand kommt?

Etwas verregnet war es am Montagabend beim traditionellen Musikfeuerwerk auf dem Günzburger Volksfest. Doch auch heuer konnten die Besucher in den gut acht Minuten wieder eine farbenfrohe Pyrotechnik am Nachthimmel bewundern, als es um 22 Uhr los ging. Zumindest auf der Donaubrücke an der Heidenheimer Straße fanden sich aber, bedingt durch das Wetter, spürbar weniger Interessierte ein, die sich das anschauten.

Doch generell stellt sich die Frage, wie gefährlich es ist, ein Feuerwerk direkt neben einem Waldstück zu veranstalten. Es ist schließlich nicht jedes Mal so verregnet wie am Montag. Die Vorkehrungen sind vielfältig und reichen von wetterangepassten Feuerwerksbomben mit einem höheren Abschuss, einer reduzierten Rückfallhöhe und weniger goldenen Feuerwerksbomben bis hin zum Bewässern von Flächen. Die Feuerwerke würden immer „frisch zubereitet“, wie Stadtsprecherin Julia Ehrlich erklärt, sodass die ausgebildeten Pyrotechniker bei der Zusammenstellung kurzfristig reagieren könnten.

Die Stadt hatte schon den Wald bewässert

„Selbstverständlich findet vorab eine Ortsbegehung durch die Feuerwehr sowie die Pyrotechniker statt.“ Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Günzburg als freiwillige Vorsichtsmaßnahme sogar den Wald um den Abschussplatz bewässert – was auch wieder zu Diskussionen führte (wir berichteten).

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Das Günzburger Volksfest-Feuerwerk am Montag ist wieder ein Hingucker gewesen. Doch im Hintergrund laufen umfangreiche Vorbereitungen, damit es nicht zu einem Waldbrand kommt.
Bild: Mario Obeser

Nicht nur beim Volksfest, sondern auch bei den Langen Nächten im Legoland gehört das Feuerwerk dazu. In der laufenden Saison habe noch zu keiner Zeit eine Waldbrandgefahr bestanden, erklärt Vanessa Brand vom Freizeitpark. Genaue, von Experten erhobene Messdaten darüber seien für alle öffentlich auf der Homepage des Deutschen Wetterdienstes einsehbar. Die Verantwortlichen im Legoland verließen sich bei der Gefahreneinschätzung „niemals auf subjektive Wahrnehmungen, sondern arbeiten Hand in Hand mit der örtlichen Feuerwehr sowie dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz“.

Mit einer Spezialkamera wird die Umgebung überwacht

Alle Stellen müssten dem Abfeuern der Pyrotechnik zustimmen. Zu diesem Zweck seien auch von Behördenseite vor, während und nach dem Feuerwerk zu jeder Zeit Experten dabei, die die Situation einschätzen, genehmigen und überwachen. „So ist die Feuerwehr etwa bei jedem Abschuss mit mehreren Feuerwehrkräften und einem Einsatzfahrzeug als Brandwache vor Ort. Mit einer thermografischen Kamera beobachten sie den Abschussplatz und die Schutzzone.“

Zusätzliche Maßnahmen zur Brandvermeidung würden auch ohne eine signifikante Waldbrandgefahr konsequent von den Mitarbeitern des Legolands durchgeführt. Dazu zähle unter anderem das Bewässern der Feuerwerks-Umgebung bis hin zum Waldrand. Und wie Julia Ehrlich erklärt, gelte auch bei diesen Veranstaltungen im Freizeitpark, dass die Pyrotechniker die Zusammensetzung des Feuerwerks noch verändern könnten, da auch hier alles aktuell vorbereitet werde.

Lesen Sie dazu auch:

Wässern fürs Feuerwerk: Ist das Verschwendung?

Das Günzburger Volksfest-Feuerwerk am Montag ist wieder ein Hingucker gewesen. Doch im Hintergrund laufen umfangreiche Vorbereitungen, damit es nicht zu einem Waldbrand kommt.
Bild: Mario Obeser
Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren