Newsticker
Kassenärzte erwarten Aufhebung der Impf-Priorisierungen im Mai
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Finanzielle Unterstützung für Störche im Kreis Günzburg

Landkreis Günzburg

25.01.2021

Finanzielle Unterstützung für Störche im Kreis Günzburg

Der Landkreis Günzburg setzt das Vogelprogramm fort und stellt dafür Geld zur Verfügung. Hohe Storchendichte im Landkreis.
Foto: Alexander Kaya

Plus Der Landkreis Günzburg setzt das Vogelprogramm fort und stellt dafür Geld zur Verfügung. Hohe Storchendichte im Landkreis.

Störche sind faszinierende Vögel. Umso mehr freute sich Landrat Hans Reichhart, dass die Zahl der im Landkreis brütenden Tiere 2020 erneut nach oben gegangen war. Ganz anders ist es um den Großen Brachvogel bestellt. Er ist vom Aussterben bedroht. Vergangenes Jahr war im Landkreis nur noch eine Brut festgestellt worden. Über die Gründe dafür entbrannte bei der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Kreisausschuss eine kurze Debatte. Einstimmig wurde aber beschlossen, die Storchen- und Brachvogelprogramme des Landkreises fortzuführen und dafür jeweils 5000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Vergangenes Jahr waren im Landkreis 37 Brutpaare mit insgesamt 88 Jungtieren registriert worden – damit zählt der Landkreis zu den schwäbischen Regionen mit der höchsten Storchendichte. Der Großteil der Vögel nistete im Mindeltal, aber auch inmitten etlicher Städte und Gemeinden fanden Neuankömmlinge einen Platz, um ihre Jungen großzuziehen. „Unsere Maßnahmen haben sich gelohnt“, bilanzierte der Landrat. Um weitere Erfolge zu erzielen, stellt der Landkreis auch heuer wieder 5000 Euro für sein Storchenprogramm bereit.

Brachvogelprogramm im Kreis Günzburg wird fortgesetzt

Auch das Brachvogelprogramm wird weiterhin mit 5000 Euro fortgesetzt. Der große Vogel hat Hilfe besonders nötig. Denn er ist vom Aussterben bedroht. In ganz Bayern gibt es schätzungsweise nur noch 500 Brutpaare, eines davon im Wiesenbrütergebiet „Ried“ bei Mindelzell und Balzhausen. Eine weitere Brut gab es voriges Jahr noch kurz hinter der Grenze zum Landkreis Unterallgäu.

Im schriftlichen Sachvortrag für die Sitzung der beiden Ausschüsse stand zu lesen, dass das häufige Mähen der Wiesen und der verstärkte Umbruch von Grünland im Wiesenbrütergebiet „Ried“ ganz wesentlich zum Rückgang der Brachvögel beigetragen hätten. Dagegen verwahrte sich FDP-Kreisrat Stephan Bissinger, zugleich Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes. Der Umbruch von Grünland sei seit 2014 verboten, die Grünlandflächen hätten seitdem sogar zugenommen. Die Landwirtschaft könne nicht ständig als Sündenbock dienen. Die Wogen glätteten sich, als Landrat Reichhart darauf verwies, dass in der Sitzungsvorlage ausdrücklich von der Vergangenheit die Rede sei. Klar sei, dass ohne Mithilfe der Landwirte der Schutz der Brachvögel nicht zu machen sei.

Grünen-Kreisrätin Angelika Fischer fragte nach, ob 5000 Euro für das Brachvogelprogramm ausreichend seien. Der Landrat erwiderte, Geld zum Schutz der Tiere fließe auch aus anderen Töpfen. Damit würden unter anderem Landwirte entschädigt, wenn sie zum Erhalt der Vögel wirtschaftliche Einbußen hinnehmen müssen. Ansprechpartner in solchen Fällen sei die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt.

Lesen Sie dazu auch:

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren