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Bubesheim/Leipheim

27.07.2020

Fliegerhorst Leipheim seit Jahren zu: Warum ist ein Teil weiter Sperrgebiet?

Das Foto aus dem Jahr 2006 zeigt den Fliegerhorst Leipheim, als er noch eine Bundeswehr-Liegenschaft war. In der rechten unteren Ecke ist noch ein Teil davon in Betrieb. Details dürfen nicht gezeigt werden.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Die militärische Nutzung des Fliegerhorsts im Bereich Leipheim und Bubesheim endete vor fast zwölf Jahren. An einer Ecke machen Schilder aber weiter klar: Betreten verboten!

Wer von Bubesheim kommend auf das Areal Pro zufährt, sieht dort vor allem Wald. Und an einem mit Stacheldraht bewehrten Zaun Schilder mit der Aufschrift „Militärischer Bereich“. Das Betreten ist verboten, Filmen und Fotografieren sind es auch. Dabei endete die militärische Nutzung des Fliegerhorsts Leipheim, der zu einem guten Teil auch auf Bubesheimer Gemarkung liegt, zum 31. Dezember 2008. Sind die Schilder damals vergessen worden oder warum hängen sie noch dort?

Der Zaun jedenfalls ist in diesem Bereich deutlich neuer als der ein paar Meter weiter. Und ein Blick auf das Satellitenbild von Google Maps zeigt: Hier, inmitten eines Wäldchens am Rand der ehemaligen Shelter-Schleife, stehen noch drei kleinere Gebäude. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt die Geschäftsführerin des Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Landkreis Günzburg, Simone Gastl, dass die Schilder nicht veraltet seien.

Vielmehr befinde sich das 1,7 Hektar große Grundstück auf Bubesheimer Gemarkung noch im Eigentum der Bundesrepublik. Hier stehe eine Pipeline-Übergabestation. Ein Erwerb dieser Flächen sei vom Zweckverband übrigens nicht geplant, fügt sie hinzu. In der Tat klebt hier an einem Tor ein Aufkleber, der auf eine Fernleitung hinweist und eine Dienststelle in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz.

Fliegerhorst Leipheim seit Jahren zu: Warum ist ein Teil weiter Sperrgebiet?

Vom Ex-Fliegerhorst Leipheim aus werden Nato-Streitkräfte mit Kerosin versorgt

Das auch angefragte Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr verweist auf die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – die für die Liegenschaften zuständig ist –, und von dort geht es weiter zur Fernleitungs-Betriebsgesellschaft. Auf deren Internetseite wird erklärt, dass sie „Dienstleister beim Betrieb der deutschen Anteile der Nato-Pipeline-Systeme CEPS (Central Europe Pipeline System) und NEPS (North European Pipeline System) in Deutschland ist.

„Dazu gehören der Transport und die Lagerung von Flug- und Bodenkraftstoffen für die Nato-Streitkräfte und zivile Kunden (Mineralölhersteller und -händler) im Rahmen der zur Verfügung stehenden Kapazitäten nach Abdeckung des militärischen Bedarfs.“ Auch würden deutsche Zivilflughäfen mit Kerosin versorgt und der Treibstoff aus deutscher Raffinerieproduktion transportiert. Man leiste einen Beitrag zur „Versorgungssicherheit der Nato-Streitkräfte mit Flug- und Bodenkraftstoffen zur Landes- und Bündnisverteidigung, der Versorgung der Flughäfen mit Kerosin und der Industrie mit anderen Mineralölprodukten und der Kooperation der Bundeswehr mit der Wirtschaft“.

Für einen Besuch der Anlage gibt es keine Genehmigung

Ein Standort ist in Idar-Oberstein, der Sitz in der früheren Hauptstadt Bonn. Auf die Anfrage unserer Zeitung, ob ein Besuch der Anlage möglich ist, stimmt sich die Gesellschaft wiederum mit dem zuvor erwähnten Bundesamt ab. Die Antwort: Man sei gehalten, keine Genehmigung für die erbetene Besichtigung der Pumpstation Leipheim zu erteilen.

„Der Sprecher des Amtes verweist darauf, dass die Einrichtungen der Fernleitungsbetriebsgesellschaft mbH als einsatzwichtige und somit schutzbedürftige militärische Objekte und militärische Sicherheitsbereiche eingestuft sind. Die Pipelinesysteme der Nato und Bundeswehr dienen der Versorgung der Streitkräfte des Bündnisses im Frieden und Verteidigungsfall.“ Auch das Fotografieren der Anlage von außen ist nicht gestattet.

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