Newsticker
Heiko Maas bringt Regel-Lockerungen für Geimpfte ins Spiel
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Fluglärm: Günzburgs OB Jauernig beschwert sich bei der Bundeswehr

Günzburg

19.12.2020

Fluglärm: Günzburgs OB Jauernig beschwert sich bei der Bundeswehr

Die Betankung in der Luft wird hier von einem Airbus A400M Transportflugzeug, einem Panavia 200 Tornado Kampfjet und einem Eurofighter Typhoon Mehrzweckkampfflugzeug geübt. Über Lärm durch Militärmaschinen beschweren sich immer wieder Bürger.
Bild: Christophe Gateau/dpa (Symbolbild)

Der Günzburger Oberbürgermeister Gerhard Jauernig ärgert sich über Fluglärm in der Region. Ihn hatten mehrere Beschwerden von Bürgern erreicht.

Zahlreiche Beschwerden über einen „sehr intensiven militärischen Flugbetrieb über Günzburg“ haben den Günzburger Oberbürgermeister nach eigener Darstellung in den zurückliegenden sechs Wochen erreicht. Den Ärger dieser Bürger machte sich jetzt Gerhard Jauernig zu eigen. In einem Brief mit Absendedatum 18. Dezember, der unserer Redaktion vorliegt, wendet er sich an das Luftfahrtamt der Bundeswehr. Das ist die dem Verteidigungsministerium nachgeordnete Behörde, die mit der Aufnahme und Bearbeitung aller Anfragen und Beschwerden zum Thema „Militärischer Flugbetrieb“ in ganz Deutschland beauftragt ist.

Der für Luftkampf- und Abfangübungen sowie technische Flüge zeitweise für die Luftwaffe reservierte Luftraum erstreckt sich über Teile von Bayern und Baden-Württemberg – auch über Günzburg. Gut 3000 Meter über Grund dürfen die Piloten üben: von Montag bis Donnerstag zwischen 8 und 23.30 Uhr, freitags zwischen 8 und 17 Uhr. Am Wochenende und an Feiertagen findet kein Übungsflugbetrieb statt.

OB Jauernig: "Mir mangelt es (...) schlicht an Transparenz"

Jauernig gesteht zu, dass nicht jeder Flugverkehr mittel- und langfristig im Detail planbar ist, da auch die Witterung eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Und offenbar ist der maximal zulässige Flugbetrieb, wie er in einem Krisenfall ausgeschöpft werden könnte, für 2020 nur zu 20 Prozent erreicht. Aber die bereits damit verbundene Beeinträchtigung der Bewohner ist für den Politiker unstreitig. Außerdem müsse die Häufung der Flugbewegungen zuletzt einem Übungsplan folgen, der den verantwortlichen Stellen im Vorfeld bekannt sei.

An diesem Punkt setzt Jauernigs Hauptkritik an. Er fragt, warum keine aktive Information zum Beispiel an Kreisverwaltungsbehörden im betroffenen Luftraum erfolgt, wenn es mehr Militärflüge als üblich gibt. „Mir mangelt es (...) schlicht an Transparenz“, schreibt er an das Luftfahrtamt. Auch online zugängliche Pläne, in denen die Nutzung des Luftraums aufgeführt ist, gelten nur für den aktuellen und für den Folgetag. Eine Rückverfolgung oder Vorausschau sei nicht möglich.

Mit den Informationen könne kaum jemand etwas anfangen

Realsatirisch wird es, wenn der OB bemängelt, dass zudem die Einträge nur auf Englisch gehalten und auf Fachbegriffe gekürzt sind. Er zitiert ein aktuelles Beispiel: „EDGG/LANGEN ED-R117 FROM 17 Dec 2020 07:00 until 17 Dec 2020 13:00 at Lower Limit GND to Upper Limit F105.“ Damit könne kaum einer etwas anfangen, mit Transparenz habe das nichts zu tun.

Jauernig bittet abschließend darum, den Schutz der Bevölkerung nicht nur im Sinne der militärischen Verteidigung zu sehen. „Wir erwarten hier eine kritische Eigenreflexion und mehr Bürgernähe.“ (ioa, zg)

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren