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Soziales

12.10.2017

Freunde für junge Migranten

Stadtjugendpfleger Simon Paintner-Frei koordiniert das Projekt.
Bild: I. Lorenz

Ein Projekt gegen Rassismus und für Wertschätzung startet in Ichenhausen

Das Projekt ist gut, aber die Stadt Ichenhausen will es noch weiter fassen: Nicht nur geflüchtete Kinder und Jugendliche, sondern überhaupt „Personen mit Migrationshintergrund“ (Bürgermeister Robert Strobel) sollen vom Projekt „Willkommen bei Freunden“ profitieren. Es geht vor allem darum, dass junge Menschen ihr Grundrecht auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe wahrnehmen können.

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und das Bundesfamilienministerium haben bundesweit das Programm „Willkommen bei Freunden - Bündnisse für junge Flüchtlinge“ ins Leben gerufen. Dass die DKJS auf Ichenhausen zugekommen ist, bezeichnete Stadtrat und Integrationsreferent Stefan Riederle als ein „glückliches Zusammentreffen“, denn die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund an der Grund- und Mittelschule sei so hoch wie noch nie bisher.

Claudia Haas, Beratungslehrerin an der Freiherr-von-Stain-Mittelschule hat denn auch den Kontakt hergestellt und ein erstes Treffen mit der DKJS organisiert. Außer ihr haben vom Stadtrat Heidi Schneid und Stefan Riederle sowie Stadtjugendpfleger Simon Paintner-Frei und Michael Strohdeicher teilgenommen, der Bundesfreiwilligendienst im Asylsektor in Ichenhausen leistet. Die Rektoren von Grundschule und Mittelschule seien ebenfalls an Bord, sagte Bürgermeister Strobel in der Stadtratssitzung.

Die Organisation des Projekts in Ichenhausen übernimmt die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Ansprechpartner vor Ort ist der Ichenhauser Stadtjugendpfleger Simon Paintner-Frei.

Überblick über die Lebensumstände von Kindern und Jugendlichen in Ichenhausen mit Flüchtlings- oder Migrationshintergrund soll noch in diesem Jahr ein Analyseworkshop mit Multiplikatoren und involvierten Institutionen geben. Die Migranten selber sollen bis Mitte 2018 befragt werden und dann auch Fachtagungen für pädagogisch Handelnde stattfinden. Konkret geht es darum, bestehende Angebote zu erfassen, sie zu vernetzen, Verbesserungspotenzial zu erkennen und die schon bestehenden Angebote zu optimieren. Die Stadt Ichenhausen und alle Beteiligten müssen dafür hauptsächlich Zeit und Aufgeschlossenheit investieren.„Kosten können lediglich im minimalen Bereich durch den eventuellen Versand von Einladungen entstehen“, erfuhren die Stadträte in der Sitzung.

Die Bündnisbeteiligten werden „darauf achten, dass die Ressourcen aller Menschen erkannt und aktiv eingebunden werden, gleichwohl ob sie schon lange hier leben oder gerade angekommen sind“, heißt es in der Zielerklärung, und: „Wertschätzung für die Sichtweisen und Erfahrungen anderer Personen sind für das Bündnis selbstverständlich.“ Unmissverständlich formuliert ist aber auch dies: „Gleichzeitig dulden wir keine rassistischen Aussagen und Verhaltensweisen in der Stadt Ichenhausen.“ Dies soll laut Zielvereinbarung des Bündnisses dazu beitragen, dass alle Menschen sich in Ichenhausen sicher fühlen und ein neues Zuhause finden können.

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