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Fußball

10.01.2021

Für Oliver Unsöld war der bayerische Weg nun doch richtig

Vor einem Dreivierteljahr war Oliver Unsöld gegen das bayerische Modell im Amateurfußball. Zu Jahresbeginn 2021 denkt der Trainer des SC Ichenhausen anders über die zeitlich auf zwei Jahre gestreckte Spielzeit.
Bild: Ernst Mayer

Warum der Trainer des Fußball-Landesligisten SC Ichenhausen inzwischen anders über die Zwei-Jahre-Saison urteilt - und wie die anderen bayerischen Vereine denken.

Als einziger der 21 Landesverbände unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes ( DFB) hatte sich der Bayerische Fußball-Verband (BFV) im vergangenen Jahr dazu entschieden, die Spielzeit 2019/20 nicht abzubrechen, unter mehr oder weniger nachvollziehbaren Kriterien zu werten und nach dem Prinzip Hoffnung eine neue Runde auf den Weg zu schicken. Dafür wurden die BFV-Oberen im Frühjahr 2020 teilweise scharf kritisiert.

Nun, zu Jahresbeginn 2021, grübeln die Verantwortlichen in 20 Landesverbänden über Minimalziele. Die Fußballer im Freistaat dagegen dürfen – freilich immer unter dem Damoklesschwert der Pandemie-Entwicklung – einigermaßen entspannt Richtung Frühjahr blicken. Die auf zwei Jahre ausgeweitete Spielzeit 2019/21 befindet sich immerhin bereits auf der Zielgeraden. Die Hoffnung ist groß, dass somit innerhalb dieser Zeitspanne wenigstens eine Runde vollständig zu Ende gebracht werden kann.

Unsöld: "Damals fand ich das nicht nachvollziehbar"

Genau das war die Idee des BFV gewesen. Gut möglich, dass der Verband mit seiner Einschätzung goldrichtig lag, räumen inzwischen auch viele Kritiker des damals eingeschlagenen bayerischen Weges ein. Zu ihnen zählte Oliver Unsöld, Trainer des heimischen Landesligisten SC Ichenhausen. Aus seiner Perspektive war einfach „nicht nachvollziehbar, warum alle anderen Verbände die Saison abgebrochen haben und wir in Bayern nicht.“ Er habe damit seine damals aktuelle Meinung kundgetan, fügt der frühere Profifußballer hinzu.

Die hat sich inzwischen gedreht. Aufgrund der Pandemie-Entwicklung und der dadurch ausgelösten staatlichen Bestimmungen für den Sport ist mehr als fraglich, ob irgendwo sonst in Deutschland eine Spielzeit komplett abgewickelt werden kann. Vielerorts sind die Ligen sogar aufgebläht, da Mannschaften aufsteigen durften, der Abstieg aus oberen Spielebenen aber ausgesetzt wurde.

Negativ-Beispiel Regionalliga Südwest

Unsöld nennt als Beispiel die Regionalliga Südwest, die er als ehemaliger Spieler des SSV Ulm 1846 natürlich genau verfolgt. „Wenn ich sehe, dass die Vereine 42 Spiele abreißen sollen, frage ich mich, wie man das bis 30. Juni über die Runden kriegen will“, sagt er kopfschüttelnd und fügt hinzu: „Wir sind da beim BFV auf der sichereren Seite und ich glaube, wir bekommen unsere neun Spiele, die wir in der Landesliga noch haben, über die Bühne.“

Falls die Entwicklung der Corona-Fallzahlen selbst im Frühjahr keinen geregelten Spielbetrieb zulassen sollte, geht die Welt freilich auch nicht unter, stellt Unsöld klar. „Ich liebe Fußball, aber wir müssen lernen, demütig zu sein. Es gibt andere Bereiche und Branchen, die es viel schlimmer trifft als uns im Amateursport.“

Auf dem Weg zu ihrem womöglich weitsichtigen, auf jeden Fall weitreichenden Beschluss hatten die Verbandsoberen in München die bayerischen Vereine mitgenommen. Eine repräsentative Umfrage ergab im Frühling vor einem Jahr eine sensationell hohe Zustimmung zu diesem Vorschlag. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer aus den 4600 Mitgliedsvereinen hatten damals für die zeitliche Ausdehnung votiert.

Der BFV befragt seine Vereine erneut

Nun hat der BFV seine Vereine noch einmal befragt. Das angesichts der aktuellen Corona-Zahlen wenig überraschende Ergebnis: Aus der Zwei-Drittel- ist eine Drei-Viertel-Mehrheit geworden. 76,8 Prozent der 1664 teilnehmenden Vereinsfunktionäre sagen nun, es sei richtig gewesen, die im März 2019 unterbrochene Spielrunde fortzusetzen.

Das Umfrage-Ergebnis spreche in der weiterhin sehr angespannten Gesamtsituation für sich, urteilt BFV-Präsident Rainer Koch. Zufrieden äußert er: „Allen Unkenrufen zum Trotz funktionieren Verband und Vereine offensichtlich als ein wirklich starkes Team.“ (ica)

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