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Handball

05.09.2019

Für die A-Jugendlichen soll die Hochburg Günzburg zur Festung werden

Haben in der Einfachrunde der Bundesliga immerhin fünf Heimspiele garantiert – und wollen diesen Wettbewerbsvorteil nutzen: Die A-Jugendhandballer des VfL Günzburg.
Bild: VfL Günzburg

Mit dem Heimspiel gegen Oftersheim starten die Günzburger A-Jugendhandballer am 8. September in die Bundesliga-Runde. Um oben zu bleiben, muss wirklich alles passen. Vieles ist neu – und manches „Unsinn“, wie Trainer Stephan Hofmeister betont.

Ein Zuschauermagnet war das Bundesliga-Auftaktspiel der Günzburger A-Jugendhandballer in den vergangenen Jahren immer. Das Fachpublikum weiß, dass in der Rebayhalle immer fetziger Sport geboten wird. Am 8. September haben die Sportfreunde in Westschwaben noch einige Gründe mehr als sonst, sich auf den Weg zu machen. Die Punktspiele auf Ebene des Bayerischen Handballverbands beginnen erst eine Woche später und die Heimstätte der Weinroten wurde erneut renoviert. Die Südtribüne wurde elektrifiziert und erscheint in neuer Farbe. Endlich wird auch das mit Spannung erwartete Hallenheft, ein vereinsintern begehrtes Sammlerstück, präsentiert.

Der Gegner, der sich an diesem Sonntag ab 17 Uhr in der Rebayhalle präsentiert, passt auch: Die HG Oftersheim/Schwetzingen hat in Günzburg einen guten Namen. Zu Zweitliga-Zeiten focht der VfL gegen den damaligen TSV Oftersheim spannende Sträuße aus. Heute spielt die HG in der Dritten Liga. Die dortige Jugendarbeit gilt als Talentschmiede. In den Günzburger Bundesliga-Anfängen traf man sich regelmäßig beim Qualifikations-Marathon, danach spielten die Nordbadener aber nur selten in der Süd-Gruppe der Eliteklasse.

Günzburg ist fast schon Bundesliga-Inventar

Fünf Mal schafften das in den vergangenen sieben Jahren die Günzburger. Fast gehört man zum Inventar, dafür ist auch das top-besetzte Vorbereitungsturnier beim VfL ein Indiz. Ruckzuck war es ausgebucht. Leistungsentwicklung ist an der Donau auch zu erkennen. Im Frühjahr wurde in einem fulminanten Schlussspurt erstmals die Liga gehalten, aus ganz Süddeutschland bekommen gut ausgebildete VfL-Jugendspieler mittlerweile Angebote – ein Nebeneffekt, den Coach Stephan Hofmeister übrigens als „kein reines Vergnügen“ bezeichnet.

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Umstrittene Liga-Reform

Geändert hat sich der Bundesliga-Modus. Waren es früher Zwölfer-Staffeln, so sind es jetzt Zehner-Gruppen. Der Deutsche Handball-Bund möchte die Talente noch stärker in den Leistungszentren zusammenfassen. Das ist schlecht für südbayerische Teams. Die Vereine in Bayern und Baden-Württemberg waren dagegen. Doch die Präsidenten Bayerns und Württembergs stimmten dafür und ermöglichten diesen unguten Kompromiss.

Obendrein wurde die Sache kompliziert gemacht. Es wird erst einmal nur eine Einfachrunde gespielt. Doch bei zehn Teams pro Gruppe bedeutet das neun Spiele für jeden Wettbewerber, das sind für die einen Vereine also fünf und für die anderen vier Heimspiele. Hofmeister bezeichnet das als „Unsinn“, denn: „Gerechter macht das das Ganze nicht. Der Heimvorteil ist ein Pfund, das ins Gewicht fällt.“ Immerhin: Seine Jungs dürfen fünfmal vor heimischem Publikum ran.

Nach der Einfachrunde wird die Liga geteilt

Die besten vier Vereine jeder Gruppe gehen anschließend in eine Meisterrunde. Der Rest spielt um einen Pokal. Zunächst wird die Runde unter diesen Teams durch Rückspiele vervollständigt. Die Ersten und Zweiten der vier Gruppen gelangen dann in die Pokal-Endrunde. Wer es ins Halbfinale schafft, ist neben den Teilnehmern der Meisterrrunde für die nachfolgende Bundesliga-Saison gesetzt. Das ist der kühne Traum aller Teilnehmer – auch der Günzburger.

Realistisch gesehen, könnte die aktuelle freilich auch die vorerst letzte Bundesligamannschaft des VfL sein. Die beiden nachfolgenden Jahrgänge sind schon aus Kindheitstagen her arg dünn und mit weniger Auswahlspielern besetzt. Hofmeister bleibt dennoch Optimist und sagt: „Es sei denn, die Mannschaft schafft das Kunststück Klassenerhalt noch einmal, irgendwie.“ Der erfahrene Coach macht in diesem Zusammenhang zum wiederholten Mal deutlich: „Jugend-Bundesliga ist keine Günzburger Selbstverständlichkeit, die sie durch überragende Leistungen der vergangenen Jahre geworden zu sein scheint. Sie ist eher ein mehrfach geglückter Ausnahmefall, der jeweils sehr, sehr hart erarbeitet werden musste.“

Vier Neuzugänge in der Mannschaft

Viele Spieler sind nach Ende der vergangenen Saison in den Aktivenbereich gerutscht. Ein starker Teil um Frieder Bandlow und Louis Dück verblieb. Vom TSV Friedberg kam Torwart-Talent Moritz Fieger dazu, von RW Laupheim Max Reiner sowie Konstantin Pinkl und vom TSV Niederraunau Marius Waldmann. Wie der Vater, so der Sohn, denn auch Markus Waldmann, eine Niederraunauer Handball-Legende, spielte einst beim VfL.

Leise haben die Talentförderer TSV Niederraunau und VfL Günzburg unterdessen begonnen, miteinander zu kooperieren, um vorübergehende Wechsel wie den von Marius Waldmann zum Wohl der Talente einvernehmlich zu ermöglichen. Besonders Hofmeister brachte sich hier ein. Er trainiert als Teil des Deals fortan die Niederraunauer B-Jugend, wohin ihm mit Danil Dyatlov ein VfL-Talent folgte. (zg)

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