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Saisonabbruch

18.02.2021

Für die Handballer im Landkreis Günzburg ist die Saison zu Ende

Es wird eine ganze Zeit dauern, ehe Lasse Sadlo (TSV Niederraunau) wieder Handball spielen kann: Der Bayerische Handball-Verband hat die Saison jetzt abgebrochen.
Bild: Ernst Mayer

Plus Der Bayerische Handball-Verband beendet die Runde ohne Wertung. Was Verantwortliche von VfL Günzburg, TSV Niederraunau und VfL Leipheim davon halten.

Die Handball-Spielzeit in Bayern ist beendet. Eine Wertung findet nicht statt; es wird demnach weder Auf- noch Absteiger geben. Auch die Ligen-Zusammensetzung bleibt unverändert. Alle Spielklassen werden auf den Stand zu Beginn der Saison 2020/21 gesetzt. Ist das die richtige Entscheidung? Die Handball-Basis im Landkreis Günzburg hat dazu eine klare Meinung.

Zur einvernehmlich gefassten Entscheidung kamen das Präsidium und die Bezirksvorsitzenden des Bayerischen Handball-Verbands (BHV) vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie. Zur Begründung gab die Verbandsspitze in München an: „Durch die politischen Vorgaben, die Ungewissheit einer möglichen Wiederaufnahme des Handballsports und die zeitlich begrenzte Möglichkeit, eine Saison noch sportlich fair abzuschließen, ist dem Bayerischen Handball-Verband keine andere Vorgehensweise möglich.“

Die Handball-Basis im Landkreis Günzburg ist mit dem Saisonabbruch einverstanden. Unsere Gesprächspartner beurteilen ihn als vernünftig, richtig und konsequent in einer Zeit der pandemieverursachten Ungewissheiten und Gefahren. So sagt zum Beispiel Torsten Zofka, Spartenchef des VfL Günzburg: „Für mich war es der logische Schluss nach den ganzen Spiel- und Trainingsverboten. Jede andere Entscheidung wäre anfechtbar gewesen. Das aber will kein Verband und auch kein Verein.“

Bernd Maisch ist ein bisschen traurig

Ein bisschen traurig ist der Abteilungsleiter des TSV Niederraunau, Bernd Maisch. „Wir verlieren ein Jahr“, sagt er und betont, in dieser Spielzeit hätten sich die Mittelschwaben mit allen Mannschaften besonders gut aufgestellt präsentiert. Genau das prägt nun seinen optimistischen Blick in die sportliche Zukunft. Maisch sieht Perspektiven in Niederraunau und glaubt, dass der TSV besser aus der Sache kommt als manch anderer Verein. Nun gelte es, Künftiges zu gestalten statt Vergangenem nachzutrauern. „Nach der Saison ist vor der Saison. Wir müssen dranbleiben und uns aufs Neue konzentrieren – wann immer das stattfindet.“

Sehr gelassen nehmen die Handballer des VfL Leipheim die Verbands-Entscheidung entgegen. Alle Jugendteams des Vereins spielen auf unteren Ebenen, die Frauen haben in der Bezirksoberliga nur eine Begegnung absolviert – „und die Runde jetzt als Tabellenführer abgeschlossen“, wie Abteilungsleiter Wolfgang Mayer mit einem Lachen erwähnt.

Wovor Wolfgang Mayer ein bisschen Angst hat

Sorgenvoll blickt er dagegen jenem Tag entgegen, an dem Mannschaftstraining wieder möglich sein wird. Mayer hat „ein bisschen Angst davor, dass wir dann vielleicht merken, dass einige Jugendliche den Laptop inzwischen dem Sport vorziehen“.

Völlig entspannt reagiert der VfL-Funktionär unterdessen auf die Frage, wann es seiner Meinung nach weitergehen kann mit dem Kontaktsport Handball. „Vor Ostern kann ich mir das nicht vorstellen. Und ganz ehrlich: Wenn es wegen Corona erst später passt, kommt es auf zwei Monate hin oder her auch nicht an.“

Planungssicherheit auch in der Bayernliga

Ganz so locker kann und darf das ein leistungssportorientierter Verein wie der VfL Günzburg nicht sehen. Zofka ist deshalb froh, dass er durch die aktuelle BHV-Entscheidung auch in Sachen Frauen-Bayernliga Planungssicherheit besitzt. Hier wurde ja bis zuletzt versucht, andere Krisen-Konzepte am Leben zu halten.

Klar ist auch, wann es denn losgehen soll mit der Spielzeit 21/22. Im August und hier lieber etwas früher als später – das ist die Kernaussage des Deutschen Handball-Bundes (DHB). Klappt das, Herr Zofka? „Ich will daran glauben. Aber ich kann nicht einmal sagen, dass ich daran glaube. Das Entwicklungsgeschehen dieser Pandemie hat schon so viele Glaubenssätze zerschmettert ...“

Was wird aus der Dritten Liga?

Zeitlich vor dem BHV hatten bereits einige weitere Landesverbände die Spielzeit ohne Wertung beendet. Praktisch zeitgleich annullierte der Handballverband Sachsen-Anhalt die Saison. Eine entsprechende Vereinbarung in Baden-Württemberg wurde bereits eine Woche früher getroffen. Im Erwachsenenbereich ausgenommen von all diesen Beschlüssen ist die Frage nach dem Aufstieg zur und dem Abstieg aus der Dritten Liga. Hier entscheidet der Deutsche Handball-Bund.

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