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Fußball: Ein Sport, zwei Welten

Kommentar Von Till Hofmann
14.11.2018

Zwar kicken Amateure und Profís mit dem gleichen Spielgerät. Aber die Liste der Gemeinsamkeiten ist nicht lang.   

Der Fußball ist nicht mehr das, was er war. Zwar scheint die Sportart Nummer eins im Profibereich nach wie vor Massen in Stadien und vor TV-Schirmen zu versammeln. Die Situation in der Beletage des Volkssports hat aber nichts mit der Realität im Amateurbereich zu tun: ein Sport, zwei Welten.

Um etwas von den Sorgen der kleinen Vereine zu erfahren, hat sich DFB-Präsident Reinhard Grindel ins Schwäbische aufgemacht. Er diskutierte im Vereinsheim des Kreisligisten SSV Margertshausen (Landkreis Augsburg) mit Vereinsvertretern aus dem Fußballbezirk Schwaben – darunter auch welche aus dem Kreis Günzburg (lesen Sie hier den Bericht dazu).

Ein Meinungsaustausch, der nicht nur der Imagepflege dient und in Wirklichkeit Feigenblattcharakter hat, ist löblich. Grindel und der ebenfalls angereiste Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes, Rainer Koch, haben ernsthaft debattiert. Die Lage des Amateurfußballs muss die Herren auch bewegen, die natürlich versuchen, mit Fußball beispielsweise Sponsorengelder zu generieren. Koch selbst, auf DFB-Ebene der Vertreter Grindels, sprach von der schwindenden Attraktivität des Fußballs bei jungen Menschen. Ob der Sport wieder mehr Zuspruch erfährt, wenn der Verband mithilft, Fußball an der elektronischen Spielkonsole in die Amateurklubs einzugliedern, ist sogar an der DFB-spitze (Befürworter Koch, Gegner Grindel) höchst umstritten.

Vermutlich ist das auch nicht das Kernproblem: Die Amateurklubs müssen sich um motivierte und qualifizierte Trainer bemühen; um Eltern, die sich nicht wegducken, wenn ihre Mithilfe gefordert ist und stattdessen auf den (in der Regel zu niedrigen) Mitgliedsbeitrag verweisen, den sie zahlen. Das alles erfordert eine Ehrenamtskultur in den Vereinen, die gelebt werden muss und nicht nur auf dem Papier steht. Die Vereine dürfen Wertschätzung von den Kommunen jenseits der Sonntagsreden erfahren. Ihre Leistung für die Gemeinschaft taugt für mehr als für die Rolle eines Bittstellers. Auch der Fußballverband hat Hausaufgaben zu machen. Im Fußballkreis Augsburg etwa unterstützte ein fähiger hauptamtlicher Verbandsmitarbeiter die ehrenamtlich aufgestellten Klubs noch vor einiger Zeit. Das kam an. Die Fortsetzung des erfolgreichen Versuchs scheiterte an Finanzierungsfragen und wurde still zu Grabe getragen. Das war falsch.

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