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Günzburg

30.12.2018

Futsal-Turnier: Siegen in Schönheit, Scheitern in Schmerzen

Das tut richtig weh: Der Bubesheimer Yahya Dinc ist im Gruppenspiel gegen Thannhausen zu Fall gekommen und auf die Schulter gekracht. Die Diagnose lautet: Schlüsselbeinbruch.
Foto: Ernst Mayer

Favorit FC Gundelfingen setzt sich bei der Günzburger Vorrunde zur schwäbischen Futsal-Meisterschaft durch. Ein Bubesheimer erleidet einen Schlüsselbeinbruch.

Der FC Gundelfingen steht im Finale um die 40. schwäbische Meisterschaft im Hallenfußball. Der Favorit gewann das Qualifikationsturnier in Günzburg nach einer technisch starken und insgesamt dominanten Vorstellung verdient. Die Endrunde des Jubiläumsturniers findet am 12. Januar 2019 erneut in Günzburg statt.

Das spielerische Niveau dieser Vorrunde war überwiegend in Ordnung und auch die Schiedsrichter präsentierten sich in guter Tagesform. Spielentscheidende Fehlurteile fällten sie jedenfalls nicht. Enorm positiv wirkte sich die enge regionale Bündelung der Teilnehmer auf die Zuschauerzahl aus. So zeigte sich Bezirksspielleiter Rainer Zeiser „angenehm überrascht“, dass in der Anfangsphase des Turniers mehr als 450 Augenzeugen in der Rebayhalle waren. Am Ende wurden 380 zahlende Zuschauer genannt. Unter anderem führte Zeiser die gute Atmosphäre in der Halle darauf zurück, dass mit der SG Röfingen-Konzenberg und der SG Reisensburg-Leinheim zwei Außenseiter dabei waren, die Futsal total annehmen, in der noch jungen Vergangenheit dieser Hallenfußball-Variante schon Erfolge feierten und auch ihre Fans immer wieder motivieren.

Den Siegerpokal und die 250 Euro Prämie nahm der Gundelfinger Fabio Kühn entgegen.
Foto: Ernst Mayer

Die Reisensburger verabschiedeten sich ungewollt früh

Sportlich erzeugte das Turnier keine Euphorieschübe bei den vier teilnehmenden Vereinen aus dem Landkreis Günzburg. Als Schlusslicht der Gruppe 1 verabschiedeten sich die Reisensburger ungewollt früh aus dem Turnier. Ein Tor trennte sie letztlich vom Halbfinale. Niklas Fink hätte es zum Auftakt gegen Glött erzielen können, doch er verpasste vier Sekunden vor Schluss eine Monsterchance.

Im Spiel gegen Gundelfingen dann hätte sich der amtierende Kreismeister eine Niederlage mit zwei Toren Differenz leisten können. Doch allzu schnell stand es 0:4 und obwohl sich die SG noch einmal herankämpfte, endete das torreichste Spiel des Abends 3:6. Trainer Uli Bunk kommentierte nach dem Aus: „Wir hatten uns für das Gundelfingen-Spiel vorgenommen, gut und tief zu stehen. Das war normal immer unsere Stärke. Aber diesmal war das Umschaltverhalten einfach schlecht.“

In Gruppe 2 unterstrich die SG Röfingen-Konzenberg ihre Hallen-Qualitäten gleich zu Beginn. Die Kreisklasse-Kicker wirbelte die zwei Spielebenen höher stehenden Thannhauser durcheinander und gewannen sicher 2:0. Das Publikum war dankbar; mehrfach wurden die Kombinationen mit Szenenapplaus bedacht. Auch Turnier-Gastgeber SC Bubesheim hatte seine liebe Mühe mit den Röfingern, erreichte aber trotzdem einen verdienten 4:2-Erfolg. Hakan Polat erzielte aufseiten des Favoriten alle Treffer.

„Für uns ging es darum, Spaß zu haben und verletzungsfrei zu bleiben“

Gegen den hauptsächlich mit Spielern aus der zweiten Mannschaft angetretenen Bezirksliga-Konkurrenten TSG Thannhausen spielten die Bubesheimer anschließend ein lockeres 3:0 heraus. Anil Zambak, Trainer der torlos ausgeschiedenen TSG, nahm die Ergebnisse nicht allzu schwer. „Für uns ging es darum, Spaß zu haben und verletzungsfrei zu bleiben. Die spielerische Leistung war okay“, lobte er die Seinen. Auf Bubesheimer Seite kam derweil keine Freude über den Gruppensieg auf. Ursache war ein böser Unfall: Eine halbe Minute vor Schluss der Partie gegen die TSG fiel Mittelfeldakteur Yahya Dinc nach einer Allerweltsaktion auf die Schulter und verharrte mit schmerzverzerrter Miene am Boden. Der herbei gerufene Notarzt stellte einen Schlüsselbeinbruch fest und nahm den Fußballer gleich mit ins Krankenhaus.

Bezirksspielleiter Rainer Zeiser zeichnete TSG-Keeper Ozan Hakin als besten Torwart des Turniers aus
Foto: Ernst Mayer

Es blieb nicht der einzige Dämpfer für die Bubesheimer. Das Halbfinale gegen Glött überstanden sie noch. Etwas glücklich und mit solider Maurerarbeit zwar, aber angesichts der Harmlosigkeit des Kontrahenten auch nicht unverdient. Doch unmittelbar nach Spielende handelte sich Torwart Johannes Kircher die Rote Karte ein, weil ihm kurz die Sicherungen durchbrannten und er sich zu einer Tätlichkeit gegen Peter Matkey hinreißen ließ.

Mit ein bisschen Glück hätte der Vorjahres-Erfolg wiederholt werden können

Im Finale gegen Gundelfingen stand dann Alattin Polat zwischen den Pfosten. An ihm lag es nicht, dass die Bubesheimer 2:4 scheiterten. Mit ein bisschen Glück hätte der Bezirksligist seinen Vorjahres-Erfolg sogar wiederholen können. Doch Gundelfingen stellte die etwas besseren Einzelspieler, verfügte bis zum Schluss über zwei funktionierende Feldspieler-Blöcke und korrigierte zwischenzeitliche Erfolgserlebnisse des SCB konsequent. Dessen Spielertrainer Marvin Länge betonte die positiven Erkenntnisse, indem er sagte: „Ich finde, wir haben uns mit diesem Kader gut verkauft. Die Jungs können zufrieden sein.“ Mit einem Blick durch die Halle fügte er hinzu: „Gegen alle Kritik an Futsal haben wir gesehen, dass sogar eine Vorrunde viele Zuschauer anlocken kann.“

Die Gundelfinger hatten sich im Semifinale deutlich 7:2 gegen Röfingen-Konzenberg durchgesetzt. Und das, obwohl der krasse Außenseiter bereits nach wenigen Sekunden führte und die Sache in der ersten Halbzeit (mindestens) auf Augenhöhe hielt. SG-Trainer Manuel Mehl bemerkte nach dem Aus schmerzfrei: „Für unsere Verhältnisse haben wir uns ordentlich aus der Affäre gezogen. Am Ende ist uns die Luft ausgegangen. Es war für uns etwas Besonderes, als Kreisklasse-Verein mitspielen zu dürfen.“

Lesen Sie hier das Interview mit Karl Dir: „Futsal ist kein tot geborenes Kind“

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