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Burgau

03.12.2019

Gans wunderbar: Kindertheater zur Weihnachtszeit

Kommt die Weihnachtsgans Auguste (Dörte Trauzeddel) am Ende doch noch in den Kochtopf? Opernsänger Luitpold Löwenhaupt (Olaf Ude) hat die Axt zwar schon gezückt, doch er zögert noch. Wie das Stück im Neuen Theater Burgau ausgeht, kann man noch mehrmals dort erleben.
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Kommt die Weihnachtsgans Auguste (Dörte Trauzeddel) am Ende doch noch in den Kochtopf? Opernsänger Luitpold Löwenhaupt (Olaf Ude) hat die Axt zwar schon gezückt, doch er zögert noch. Wie das Stück im Neuen Theater Burgau ausgeht, kann man noch mehrmals dort erleben.
Bild: Rebekka Jakob

Das Neue Theater Burgau hat mit "Die Weihnachtsgans Auguste" einen Weihnachtsklassiker im Programm, der Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Spaß macht. Bei der Premiere überrascht auch das Publikum.

Was gibt es schöneres als einen richtigen Bilderbuch-Sonntag? Das Neue Theater Burgau blättert mit seinem Publikum in der Vorweihnachtszeit in einem Kinderbuch-Klassiker. Für „Die Weihnachtsgans Auguste“ öffnet sich das Bühnenbild wie die Seiten eines Lieblingsbuchs vor den kleinen und großen Zuschauern – und heraus springen liebenswert gezeichnete Figuren. Gan(s)z genau hinschauen und hinhören lohnt sich – übrigens auch beim Publikum, wie die Premiere am Sonntagnachmittag gezeigt hat.

Die Weihnachtsgans Auguste soll ein feiner Braten werden

Das Familienstück von Peter Eniskat basiert auf der bekannten Geschichte von Friedrich Wolf, die auch schon mehrfach verfilmt wurde. Sie handelt von Opernsänger Luitpold Löwenhaupt – stimmgewaltig gespielt von Olaf Ude – der sich sehr auf seine bevorstehende Premiere, mehr aber noch auf den Weihnachtsbraten freut. Kurzerhand kauft er also sechs Wochen vor dem Fest eine lebende Gans. Die soll bei den Löwenhaupts daheim bis Weihnachten gemästet und von den Kindern Lohengrin und Isolde inzwischen betreut werden – schließlich wollten die zwei ja unbedingt ein Haustier.

Kommt Augste in den Topf? Szenenfoto mit Dörte Trauzeddel.
Bild: Rebekka Jakob

Also zieht Auguste bei der Familie ein. Und Dörte Trauzeddel merkt man schon beim ersten Ausstieg aus dem feuerroten Kochtopf an, wie viel Spaß sie – in Gummiflossen und mit Federbürzel – mit der Titelrolle des Stücks hat. Gemeinsam mit Max Manßhardt und Selma Berger, die sich mit großem Elan in ihre Rolle als Löwenhaupt-Kinder stürzen, klettert, springt und tanzt sie im Gänsemarsch durch das Bühnenbild, sodass die Federn nur so fliegen.

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Auguste schnattert sich in die Herzen der Familie

Es kommt, wie es kommen muss: Auguste, die sprechende Gans, schnattert sich nicht nur in die Herzen der beiden Kinder, sondern auch in die von Mutter Gertrud – elegant verkörpert von Marion Wessely – und von Haushälterin Therese (Sonja Radinger). Die ist nicht nur der „Fels in der Brandung“ für die Familie im Stück, und weiß, was Gänse wünschen, sondern hält auch mit entzückendem Akzent und großem Charme die Szenerie zusammen. Und alle sind sich einig: Auguste als Weihnachtsbraten wollen sie auf gar keinen Fall verspeisen. Da kann der Vater noch so sehr die Axt schwingen.

Wie das Stück ausgeht? Natürlich Gan(s)z wunderbar, wie es sich für eine Weihnachtsgeschichte schließlich gehört. Wobei so mancher kleine Premieren-Zuschauer sich offenbar ein radikaleres Ende gewünscht hätte: A

Darf die Weihnachtsgans Auguste bei Familie Löwenhaupt bleiben - oder wandert sie doch in den Kochtopf? Szene aus der Premiere des Neuen Theaters Burgau mit Max Manßhardt, Sonja Radinger, Marion Wessely, Dörte Trauzeddel, Olaf Ude und Selma Berger.
Bild: Rebekka Jakob

ls Vater Löwenhaupt die Gans Auguste mit der Axt verfolgt, um den Weihnachtsbraten um die Ecke zu bringen, feuert ein Knirps in der ersten Reihe vernehmbar an: „Schlacht sie! Schlacht sie!“ Zumindest bei dieser Familie dürfte es nach der Aufführung also keine Diskussionen um den Weihnachtsbraten geben ...

Doch auch für die finale Gänserettung gibt es am Ende tosenden Applaus. Den werden die Darsteller und Regisseurin Vera Hupfauer in den nächsten Wochen noch öfter hören: Zahlreiche Schulklassen aus der Region haben sich bereits in Burgau angemeldet, die Bürgerstiftung des Landkreises Günzburg hat die Produktion der „Auguste“ als Kindertheaterstück deshalb finanziell unterstützt.

Es gibt aber auch noch drei öffentliche Vorstellungen von „Die Weihnachtsgans Auguste“ im Neuen Theater Burgau: Am Sonntag, 8. und 15. Dezember sowie am 5. Januar 2020 wird jeweils um 16 Uhr gespielt. Tickets gibt es im Internet.

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