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Leipheim

09.11.2018

Gaskraftwerk: Bauern haben Bedenken wegen Stromtrasse

Landwirte haben in Sachen Gaskraftwerk Bedenken wegen der Stromleitungen.
Bild: Ulrich Wagner (Symbolbild)

Welche Folgen haben die Leitungen in der Erde und in der Luft für die landwirtschaftliche Nutzung? Darum ging es bei einem Erörterungstermin.

Es steht noch immer nicht fest, ob das geplante Gaskraftwerk nach Leipheim kommt oder nicht. Der nächste Schritt dafür wurde gestern aber gemacht. Bei einem Eröterungstermin im Zuge der beiden Planfeststellungsverfahren für die Gas- und Stromanschlüsse des Kraftwerks wurden die Bedenken und Einwände diskutiert. Auch einige Bürger hatten sich geäußert. Es waren nicht viele Kritikpunkte, mit denen sich die Vertreter der zuständigen Regierung von Schwaben und die Vertreter der Projektpartner zu befassen hatten. Die meisten Einwände kamen aus den Reihen der Landwirtschaft.

Oliver Grünberg von den Stadtwerken Ulm/ Neu-Ulm stellte zunächst die Trassenführung noch einmal vor. Vom Kraftwerk soll eine 2,7 Kilometer lange Erdleitung den Strom bis zur neu geplanten Schaltanlage befördern. Von der geht es überirdisch mit einer etwa einen Kilometer langen Freileitung zur bestehenden Höchstspannungsleitung. Die Gastrasse wird komplett unterirdisch verlegt, mittels einer fast sechs Kilometer langen Leitung zur bestehenden Gaspipeline. Die Maße der geplanten Schaltanlage werden mit 160 auf 150 Meter angegeben. Die Masthöhen betragen 55 Meter, die Mastabstände betragen etwa 400 Meter. Und genau die Höhe der Masten war ein Kritikpunkt von Seiten der Landwirte.

Die landwirtschaftlichen Maschinen, so äußerten die Bürger ihre Sorgen, werden immer größer. Gerade für Häcksler, so die Befürchtung, könnte der Abstand nicht ausreichen. Die Vertreter der Regierung von Schwaben und der Projektpartner versuchten, diese Bedenken zu beschwichtigen. In den Planungen sei ein ausreichender Sicherheitsabstand eingeplant, der deutlich höher sei als die gesetzlichen Regelungen. Ältere umliegende Leitungen würden zudem deutlich tiefer verlaufen. So ganz konnten die Bedenken allerdings nicht aus der Welt geschafft werden. Zugestimmt haben die Projektpartner allerdings, die unterirdischen Strom- und Gasleitungen tiefer zu legen als geplant, und zwar 1,50 Meter weit in den Boden.

Ein Landwirt befürchtet enorme Kosten

Ein Landwirt möchte in dem Bereich einen Aussiedlerstandort mit Strom versorgen. Entsprechende Gespräche mit der LEW laufen bereits. Er sah allerdings die Gefahr, dass durch die Verlegung der Gas- und Stromtrasse des Kraftwerks, die er queren müsste, enorme Kosten auf ihn zukommen. Dies soll in Absprache aller Beteiligten geklärt werden, so das Ergebnis der Diskussion.

Ein Bürger, dessen landwirtschaftliche Fläche an das Grundstück der Schaltanlage angrenzt, äußerte Bedenken, weil auf dem Gelände kleine Gewässer als Ausgleichsflächen entstehen sollen. So hält er den geforderten Abstand zu Gewässern für die Ausbringung von Pflanzenschutzmittel nicht ein. Die Projektpartner wollten den Abstand vergrößern, sodass die geforderten 20 Meter eingehalten werden. Der Landwirt forderte, komplett auf die Gewässer verzichten, beziehungswiese diese an anderer Stelle einzuplanen.

Bauern schenken Studien keinen Glauben

Bedenken gab es auch hinsichtlich der Folgen durch die Erwärmung der Stromkabel in der Erde. Die Projektpartner zeigten zwar Studien auf, wonach mit keiner Beeinträchtigung zu rechnen sei, so wirklich wollten die Landwirte dem aber keinen Glauben schenken. Die Projektpartner hatten im Vorfeld aber versichert, dass jedes Jahr eine Begehung mit den Landwirten vor Ort stattfinden soll. Sollten sich Schäden zeigen, so gebe es Entschädigungen. Im kommenden Jahr soll feststehen, wo die Reservekraftwerke entstehen, erst dann ist klar, ob das Gaskraftwerk nach Leipheim kommt.

Derzeit läuft das Ausschreibungsverfahren des Übertragungsnetzbetreibers. Die Aufnahme des kommerziellen Betriebs könnte ab 2021 erfolgen. Projektpartner für den Bau des Gasturbinenkraftwerks sind die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, Siemens und Steag GmbH.

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