Newsticker

Krankenkasse DAK: Corona-Krise hat Fehlzeiten bislang nicht erhöht
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Gegen die Corona-App: Nicht in ständiger Sorge leben

Gegen die Corona-App: Nicht in ständiger Sorge leben

Gegen die Corona-App: Nicht in ständiger Sorge leben
Kommentar Von Michael Lindner
19.06.2020

Die Corona-Warnapp ist da. Und unser Autor ist skeptisch. Bisher hat er sie nicht auf sein Smartphone geladen. Was er befürchtet, schreibt er in seinem Kommentar.

Was, wieso hast du nicht die Warn-App? – Diese Frage habe ich von Bekannten und Verwandten nicht nur einmal gehört, seitdem das bundesweite Warnsystem auf dem Markt ist. Und das Beste an dieser Frage ist, dass die vermeintlich passende Antwort meist noch mitgeliefert wird. Bestimmt wegen des Datenschutzes, lautet es vorwurfsvoll. Nein, damit hat meine Entscheidung absolut nichts zu tun. Denn wer auf WhatsApp, Facebook und Co. unterwegs ist, darf dies nicht als Begründung hernehmen. Vor allem, nachdem mehrere Experten – darunter der so kritische Chaos Computer Club – sich in den vergangenen Tagen äußerst positiv über die Corona-Warn-App geäußert haben.

Dass die App helfen kann, Infektionswege besser nachzuvollziehen, ist unstrittig. Und doch habe ich mich bewusst gegen eine Installierung auf meinem Smartphone entschieden. Warum? Weil ich nicht in ständiger Sorge leben möchte, dass ich bei jedem Aufleuchten meines Handys eine Warnmeldung erhalten könnte, mit einer infizierten Person irgendwann und irgendwie Kontakt gehabt zu haben.

Corona-App: Was, wenn ich einem Infizierten begegne?

Auf diese permanente innere Anspannung kann ich gerne verzichten. Ich möchte nicht beim Vibrieren des Smartphones zusammenzucken, aus Sorge vor einer eventuellen Warnmeldung, nur um Sekunden später zu erfahren, dass meine Frau vielleicht den Einkauf schon erledigt hat oder länger als geplant im Büro bleiben muss.

Gegen die Corona-App: Nicht in ständiger Sorge leben

Dass ich mich gegen die App entscheide, bedeutet keinesfalls, dass ich das Virus auch nur annähernd auf die leichte Schulter nehme. Die Mund-Nase-Maske wird getragen, die Hände zigfach gewaschen und auf den empfohlenen Abstand zu den Mitmenschen penibel geachtet. Und wenn mir jemand in der Schlange beim Metzger zu nah auf die Pelle rückt, bin ich so frei, denjenigen darauf hinzuweisen, die 1,5 Meter Abstand zu wahren. Ich befürchte nur, dass die Warn-App bei einigen Menschen zu einer Schein-Sicherheit und damit zu einem lockereren, sprich unvorsichtigerem Umgang und Verhalten führt. Hoffentlich bewahrheitet sich das nicht.

Lesen Sie dazu auch, was Politiker im Kreis Günzburg zu der App sagen:

Günzburger OB über Corona-App: „Wir können es nur gemeinsam schaffen“

Das Pro zum Contra - Alexander Sing schreibt, warum er die App nutzt:

Warum ich die Corona-App nutze

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren