1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Gehört den Elektroautos die Zukunft?

Energie

02.07.2018

Gehört den Elektroautos die Zukunft?

Eine weiße Flotte an Elektrofahrzeugen der unterschiedlichsten Autobauer stand für Testfahrten bereit. Viele nutzten das Angebot und drückten das Gaspedal auf der ehemaligen Rollbahn bis zum Anschlag durch.
Bild: Sandra Kraus

Auf dem Areal Pro in Leipheim konnten die Besucher eine Reihe geräuschloser Fahrzeuge testen. Warum viele angetan sind, aber Kaufen  keine Option ist.

Eine ganze Flotte von zum Teil PS-starken Elektro- und Hybridfahrzeugen stand beim Aktionstag zur Elektromobilität auf dem Areal Pro zum Test bereit. Dort wo am östlichen Landebahnkopf einmal Alpha-Jets lautstark beschleunigten, zeigten die E-Fahrzeuge ganz geräuschlos, wie viel Power in ihnen steckt. Georg Nüßlein, Mitglied des Bundestages, steht hinter der Veranstaltung, die zum achten Mal stattfand und für die ein Dutzend Firmen ihre sauberen Flitzer zum Probefahren bereitstellten.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Neugierig auf die verschiedenen Modelle der Autobauer war das Ehepaar Silvia und Thomas Banholzer aus Offingen. Ihr Fazit, während sie auf eine Probefahrt im Porsche warteten: „Die Beschleunigung im BMW war toll. Das geräuschlose Fahren ist gewöhnungsbedürftig. Die E-Mobilität wird nicht die Zukunft sein, sondern das Wasserstoffauto.“ Begeistert von den Autos waren Ingeborg und Dietmar Doser aus Bibertal. „Das nächste Auto könnte durchaus ein E-Auto sein. Wir haben eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und könnten den eigenen Strom nutzen. Die Reichweite ist kein Problem für uns, wir nutzen das Auto nur im Nahverkehr, in den Urlaub geht es mit Bahn oder Flugzeug.“

E-Autos werden gebraucht, um Klimaziele zu erreichen

Von der Probefahrt im Porsche mit seinen 245 PS, die auf der vom ADAC Südbayern ausgewiesenen Strecke vollausgenutzt werden können, schwärmte Philipp Glaser aus Burtenbach: „Die Leistung ist toll und der Abzug kein Vergleich mit einem Benziner.“ Doch Kaufen ist für ihn keine Option. „Vielleicht in 15 Jahren, wenn die Technik ausgereift ist und man das Auto zum Reisen nutzen kann, es in zwei Minuten vollgetankt ist und es nicht mehr so teuer ist“, erklärte er. Für Hans Scheel, der mit einigen Autos auf dem Aktionstag vertreten war, steht fest, dass die E-Autos gebraucht werden, um die Klimaziele zu erfüllen. Für ihn ist es selbstverständlich, zum Semmelholen in die Leipheimer Innenstadt mit dem E-Auto zu fahren.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

136 Elektroautos waren Ende Mai im Landkreis zugelassen, 38 mehr als im Vorjahr, dazu kommen noch die 321 Hybrid-Fahrzeuge, die ein stolzes Plus von 118 Fahrzeugen aufweisen. Nüßlein, Initiator des Aktionstags und für die Umwelt- und Klimapolitik verantwortliche stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ist sich sicher: „E-Autos können problemlos die Zweitfahrzeuge sein. Außerdem müssen wir die erneuerbaren Energien auf Dauer mehr mit der Mobilität verzahnen. Der Überschuss an Tagen mit viel Sonne und Wind kann in Mobilität umgewandelt werden. Und dann reduzieren E-Autos zudem noch den Straßenlärm.“ Auf zwei Faktoren käme es an. Zum einen auf die Autobauer, die die Modelle bauen, und auf die Menschen, die sie kaufen. Selbst ein Elektroauto fahren, kommt für den Berliner Abgeordneten und Dieselfahrer nicht in Frage, es scheitere an der Reichweite.

Ein neues Kapitel muss geschrieben werden

Tief in der Geschichte des Automobils gekramt, hatte Zweiter Bürgermeister Rainer Kreibich. Schon 1888 sei das erste kutschenähnliche Elektroauto gebaut worden, elf Jahre gab es die Elektrorekordfahrt mit fast 106 Stundenkilometern, damals mit Verbrennungsmotoren unerreichbar. Für Kreibich ist heute die Mobilität mit dem großen „E“ die Zukunft, es müsse ein neues Kapitel der Autogeschichte geschrieben werden. Um handfeste Argumente, wie Reichweite, Stromverbrauch, Ausstattung, Preis und Fördergelder in Höhe von 4000 Euro für Elektro- und 3000 Euro für Hybridfahrzeuge, ging es bei den Gesprächen an den Autos und den Info-Ständen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren