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Versorgung

06.03.2016

Gemeinde zahlt für Geldautomat

Auch in Gundremmingen wird die Bankfiliale geschlossen, der Geldautomat bleibt aber bestehen. Dafür muss die Gemeinde allerdings tief in die Kasse greifen.
Bild: Peter Wieser (Symbolfoto)

Die Bank in Gundremmingen wird geschlossen. Damit die Bürger nicht ganz abgeschnitten werden, bleibt ein eingeschränkter Service. Die Bedingungen missfallen dem Rat.

In Gundremmingen sind die Tage der gemeinsam von Sparkasse und Raiffeisenbank betriebenen Filiale gezählt (wir berichteten). „Das Schicksal einer kleinen Kommune“, bemerkte nun dazu Bürgermeister Tobias Bühler (CSU) bei der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstag. Aus seiner Sicht sei es allerdings sehr wichtig, den Geldautomaten weiterhin zu behalten, vor allem in Bezug auf Senioren und Jugendliche. Nach Verhandlungen mit den beiden Banken gäbe es dafür eine Möglichkeit: die Beteiligung der Gemeinde mit 10000 Euro jährlich an den Kosten. Eine Lösung, die ihn nicht glücklich mache, sagte Bühler.

Auch die Ratsmitglieder sind darüber alles andere als begeistert. Sogar von Erpressung war die Rede. Dass die Gemeinde in Vorkasse gehen solle, bereite ihr Bauchschmerzen und gefalle ihr gar nicht, sagte die Dritte Bürgermeisterin Heike Eggenmüller-Hörsch (FWG/UWG). „Was den Service angeht, der bei den Banken so groß geschrieben sei, ist das ein Unding.“ Wenn man die Nahversorgung stärken wolle, sollte ein Geldautomat vorhanden sein, da es doch stets heiße, die Banken seien nah am Kunden, meinte auch Alexa Kille (CSU). Zweiter Bürgermeister Anton Frei (GfG) schloss sich dem an und auch Ernst Böck (FWG/UWG) betonte: „Das ist nicht Aufgabe der Gemeinde.“ In jedem Fall solle mit einem Schild am Automaten darauf hingewiesen werden, wenn sich die Gemeinde daran beteilige – der Bürger solle dies auch wissen, betonte Markus Wecker (GfG).

Wenn die Bürger ihr Geld in Gundremmingen abheben, blieben sie hier. Geschehe dies in Offingen, würden sie auch dort einkaufen, sagte Alfred Herrmann (CSU), dem dies ebenfalls nicht „schmeckte“. Vor allem weil der Wunsch nach einem Dorfladen vorhanden sei. Lothar Grimm (FWG/UWG) verwies auf die guten Geschäftsbeziehungen mit den beiden Banken und bat Bürgermeister Bühler, nochmals Gespräche aufzunehmen. „Wenn wir sagen, wir machen es nicht, kommt der Automat weg“, erklärte Bühler. Er ist aber bereit, noch einmal zu verhandeln. Wenn auch ungern, so wurde mit drei Gegenstimmen entschieden, das Angebot der Banken anzunehmen. Der Automat wird in Gundremmingen bleiben, das Thema selbst allerdings dürfte noch nicht vom Tisch sein.

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Noch weitere Themen im Gemeinderat

Altbürgermeister: Bald feiert der frühere langjährige Bürgermeister Wolfgang Mayer seinen 60. Geburtstag. Aufgrund seiner Verdienste für die Gemeinde beschloss der Rat einstimmig, ihm den Ehrentitel Altbürgermeister zu verleihen. Das soll aus Anlass der Geburtstagsfeier am 3. April geschehen.

Sportlerehrung: Die Spielvereinigung Gundremmingen hatte auf die Erfolge ihrer Turnmädchen hingewiesen und angeregt, drei Mal die silberne und sechs Mal die bronzene Sportmedaille der Gemeinde zu verleihen. „Wir sind stolz, was im Sport so abgeht“, bemerkte Bühler, der gleichzeitig ein Lob an die Trainerinnen und Abteilungsleiterinnen aussprach. Der Anregung wurde einstimmig zugestimmt.

Bürgle: Der Heimatverein möchte in einem „Blick in die Vergangenheit“ die Bodendenkmäler zwischen Gundremmingen und Aislingen besser erlebbar machen. Dabei handelt es sich um das „Bürgle“, eine spätrömische Befestigung, beziehungsweise die Mansio, eine Wohn- und Badeanlage, und die Töpferei, die vom Jahr 110 bis in das dritte Jahrhundert nach Christi existiert habe. Vorsitzender Hans Joas stellte das Projekt vor. Anhand von Schautafeln sollen die drei römischen Relikte wieder in Erinnerung gerufen werden. Mit Hilfe einer speziellen Vorrichtung und dem Blick durch einen Ring und eine Plexiglasscheibe, ähnlich wie durch ein Fenster, soll verdeutlicht werden, wie die Befestigungsanlage an dieser Stelle einmal ausgesehen habe. Neben einem Zuschuss vom Landesamt für Denkmalpflege wird sich auch die Gemeinde Gundremmingen, unter anderem für Sitzgelegenheiten, daran mit beteiligen. Es sei lobenswert und schön von den Ehrenamtlichen, dieses Thema wieder aufzugreifen, es werde eine Bereicherung für Gundremmingen sein.

Dorfladen: Am Wochenende werden die Bürger die Fragebögen zum Thema Dorfladen erhalten (wir berichteten). Darin geht es unter anderem um das Kaufverhalten und die Möglichkeit, sich ehrenamtlich einzubringen. Bühler verwies darauf, dass das Verkaufspersonal aus Angestellten bestehen müsse.

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