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Kommunalpolitik

02.08.2019

Gemeinderat verlässt die Sitzung

Eine grüne Oase ist der Spielplatz in Ettlishofen. Jetzt bekommt er nach dreißig Jahren neue Spielgeräte. Eltern aus Ettlishofen versprachen beim Aufbau mitanzupacken.
Bild: Sandra Kraus

Fritz Deutschenbaur wollte Tagesordnung in Bibertal ändern, doch das wurde abgelehnt

Durchaus ungewöhnlich ist die August-Gemeinderatssitzung in Bibertal gestartet. Gemeinderat Fritz Deutschenbaur wollte einen Tagesordnungspunkt vom nicht-öffentlichen Sitzungsteil im öffentlichen Teil beraten. Die Entscheidung darüber sei außerdem so entscheidend, dass eine namentliche Abstimmung nötig sei. Denn nur so könnten Gemeinderäte haftbar gemacht werden, sollte sich im Nachhinein „Geldverplemperei“ herausstellen. Bürgermeister Oliver Preußner reagierte sehr gelassen, bat die Zuhörer hinaus für die Abstimmung, ob der Tagesordnungspunkt, bei dem es sich wohl um den Bau des neuen Kinderhauses gehandelt haben könnte, öffentlich behandelt werden solle. Als sich die Tür zum Sitzungssaal nach zehn Minuten wieder öffnete, verließ Gemeinderat Fritz Deutschenbaur die Sitzung und ging nach Hause.

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Die Tagesordnung blieb unverändert. Und somit befasste sich der Gemeinderat mit dem Spielplatz in der Osterbachstraße in Ettlishofen. Im Rahmen der Dorferneuerung in den 1990er Jahren wurde er errichtet. Jetzt wünschen sich die Eltern neue Spielgeräte. Wie in ganz Bibertal wohnen auch im kleinen Ettlishofen viele Kinder, elf Kinder unter sechs Jahren und zehn Kinder im Schulalter. „Dazu kommen noch die Verabredungen von Eltern mit ihren Kindern aus anderen Ortsteilen, nach 30 Jahren ist es Zeit etwas zu tun“, plädiere Oliver Preußner für neue Spielgeräte. Auf der Wunschliste von den Eltern standen nach einem Ortstermin mit Bürgermeister Preußner und einem Fachmann eines Spielgeräteherstellers ein Spiel- und Kletterturm, der die vorhandene Hanglage optimal ausnutzt, eine Seilbahn, um den Hügel hinabfahren zu können, sowie Rutsche und Wippe im Austausch, der in die Jahre gekommenen Geräte. Eine echte Neuheit in ganz Bibertal wird das Bodentrampolin sein, das zum Hüpfen und Springen einladen soll. „Es ist robust und träge. Mit seiner geringen Sprungkraft soll es wenig unfallträchtig sein. Außerdem ist es barrierefrei“, stellte Preußner die Neuheit vor. Alle fünf Spielgeräte kosten 19000 Euro, die Eltern bieten ähnlich denen in Kissendorf beim Rotleite-Spielplatz tatkräftige Mithilfe an. Auch die Gemeinderäte waren von dem Konzept überzeugt und einstimmig dafür.

Auch die nächste einstimmige Entscheidung beinhaltete eine Investition für die jungen Bibertaler. In den Grundschulen in Bühl und Kissendorf geht es in Richtung digitales Klassenzimmer. Alle Unterrichtsräume bekommen einen Beamer, der an der Decke aufgehängt wird, eine Projektionsleinwand, und eine Dokumentenkamera. Der Tageslichtprojektor gehört damit in Bibertal der Vergangenheit an. Mit Einbau und Stromversorgung kostet das für die zehn Klassenzimmer 39000 Euro. Dank eines Zuschusses in Höhe von 17000 Euro reduzieren sich die Kosten für die Gemeindekasse.

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„Beim Thema Tablets halten wir uns in Absprache mit der Schulleitung noch zurück. Im Landkreis wird noch über eine etwaige Mail-Adresse nachgedacht, die jeder Erstklässler bekommt und die ihn dann bis zum Schulabschluss begleitet.“ Die Gemeinderäte waren sich einig, dass die Lehrer, die ihnen und den Schülern zu Verfügung gestellte Technik auch nützen müssen. Für Besonnenheit beim Umgang mit den neuen Medien warb SPD-Gemeinderätin Sabine Uebelhör: „Das ist ein brisantes und gefährliches Thema. Auf lange Sicht gesehen ist es schlecht schon die Grundschüler an Tablets heranzuführen. Wir sollten nicht blauäugig alles kaufen, nur weil es Zuschüsse dafür gibt.“ Tatsächlich sind auch in den Jahren 2020 und 2021 Zuschüsse für das digitale Klassenzimmer vorgesehen.

Nicht länger vom schnellen Internet abgehängt sind die beiden Bibertaler Ortsteile Emmenthal und Happach. Seit Anfang Juli ist die Breitbanderschließung für die 23 Grundstücke abgeschlossen. Vom Freistaat Bayern gab es dafür eine 90-prozentige Förderung.

Zum Ende des öffentlichen Sitzungsteils wurde Julita Haringer, die in jeder Sitzung für das Protokoll verantwortlich ist, von Bürgermeister Oliver Preußner verabschiedet. „Heute hat Frau Haringer zum letzten Mal Sitzungsdienst. Ihre erste Sitzung war 2002 unter Bürgermeister Robert Strobel und dauerte gleich bis nach Mitternacht“, sagte Preußner und bedankte sich mit einem Blumenstrauß für die jahrelange erstklassige und zuverlässige Tätigkeit. Julita Haringer wird in Kürze in Pension gehen.

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