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Therapiezentrum Burgau

30.01.2020

Gespräche nicht nur über Gott: Neue Seelsorgerin in der Klinik

Marit Hole ist die neue evangelische Seelsorgerin im Therapiezentrum Burgau.
Bild: Christian Kirstges

Pfarrerin Marit Hole kümmert sich um die evangelischen Patienten im Therapiezentrum Burgau. Doch hier wird nicht streng zwischen den Konfessionen unterschieden.

Schon seit geraumer Zeit war die Stelle der evangelischen Seelsorge im Therapiezentrum in Burgau vakant. Aus gesundheitlichen Gründen konnte Hilde Rothmund die Aufgabe nicht mehr wahrnehmen, der katholische Pastoralreferent Manfred Heinz kümmerte sich seither zusätzlich um die evangelischen Patienten. Doch seit Anfang dieses Monats gibt es eine Nachfolgerin: Marit Hole.

Zwölf Jahre war sie in Weingarten in Baden-Württemberg unter anderem in der Hochschul- und Klinikseelsorge tätig, doch seit August lebt sie mit ihrer Familie nun schon in Günzburg. Da ihr Mann zwischenzeitlich eine Stelle in München angetreten hatte, ließ sich das Ehepaar mit den drei Kindern in der Kreisstadt nieder, die Fernzugverbindung machte Günzburg als Wohnort zusätzlich attraktiv.

Sie lernt gerade die Arbeit im Therapiezentrum kennen

Während sie die Patienten in dem Krankenhaus, für das sie zuvor zuständig war, vielleicht einmal gesehen habe, sei das in der spezialisierten Klinik in Burgau natürlich anders. „Ich freue mich auf diese Kontinuität“ – eben darauf, die Menschen ein längeres Stück auf ihrem Weg zu begleiten. Erst einmal muss sie das Haus kennenlernen und begleitet dazu auch die Therapeuten, die sich über das Interesse freuten, erzählt die 45-Jährige. „Ich versuche, mich in die Stationen einzufinden und einzugliedern.“ Was sie bereits festgestellt hat: „Es ist sehr familiär hier.“ Und bei den Gesprächen mit den Patienten gehe es mitunter gar nicht um die Religion, sondern auch mal um den Hund, der zu Hause wartet.

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Generell werde nicht strikt nach den Konfessionen unterschieden, „die Ökumene funktioniert“. Die Gottesdienste am Freitagnachmittag seien zwar oft eher schwach besucht, aber es kämen auch Burgauer, sodass die Kapelle des Therapiezentrums ein Ort der Begegnung zwischen den Patienten und den Einheimischen sei. Hauptsächlich spiele sich die Seelsorge ohnehin auf den Zimmern ab, und sie selbst wolle möglichst wenig Zeit im Büro verbringen sondern auf den Fluren greifbar sein.

Im Seelsorge-Team wird es einen weiteren Wechsel geben

Marit Hole hat keine volle Stelle, sie möchte sich auch um ihre Kinder kümmern, die sieben, zehn und zwölf Jahre alt sind. Aber die Zeit, die sie arbeitet, gehört vollständig dem Therapiezentrum. Dort werde es in diesem Jahr einen weiteren Wechsel in der Seelsorge geben: Ihr katholischer Kollege gehe im Mai in den Ruhestand, dessen Nachfolger komme im März.

Für die Familie sei es schon ein Schritt gewesen, sich „zu verpflanzen“. Es gehe natürlich in einigen Bereichen anders zu in Bayern als in Baden-Württemberg – sei es, dass von der Schulaufgabe statt von der Klassenarbeit gesprochen werde oder man Breze statt Brezel sage, die auch noch anders gemacht sei. Aber „wir fühlen uns wohl hier, wir sind freundlich empfangen worden“. Ihrem Mann und den Kindern werde sie natürlich noch zeigen, wo sie in Burgau tätig ist. Ihr ist es wichtig, hier etwas einzubringen, was nicht medizinisch ist, einfach auch nur mal zuzuhören. „In der Krankheit gibt es Menschen, die sich von Gott entfernen, aber auch andere, die sich stärker dem Glauben öffnen.“

Termin Der Einführungsgottesdienst von Pfarrerin Marit Hole, der auch von Dekan Jürgen Pommer gehalten wird, ist am Freitag, 7. Februar, um 15 Uhr in der Kapelle des Therapiezentrums.

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