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Günzburg

30.05.2020

Getrübte Pfingstfreude beim Heiligst-Geist-Ensemble

Seit 1989 besteht das Heilig-Geist-Ensemble, das als Kirchenchor der Günzburger Heilig-Geist-Kirche gegründet wurde. In diesem Jahr hätte das Ensemble einen großen Auftritt am Pfingstsonntag gehabt, der wegen der Corona-Krise abgesagt wurde. Der Chor rechnet mit weiteren Einschränkungen.
Bild: Martin Gah (Archiv)

Plus Wegen des Coronavirus kann das Günzburger Heilig-Geist-Ensemble in seiner Kirche nicht auftreten. Was das jetzt für diesen Chor bedeutet.

„Eigentlich hatten wir uns alle auf das Patrozinium gefreut. Aber jetzt können wir alle nur leise mitsummen, wenn die Orgel spielt.“ So beschreibt Hanne Heiß-Kimm, langjähriges Mitglied und zugleich Vorsitzende des Fördervereins des Heilig-Geist-Ensembles, die Situation der Sänger, denen das Coronavirus das gemeinsame Proben und zahlreiche Auftritte unmöglich gemacht hat – so wie die große Aufführung am Pfingstsonntag.

Das Vokalensemble wurde 1989 als neuer Kirchenchor für den liturgischen Dienst in der Günzburger Heilig-Geist-Kirche vom damaligen Organisten Bernhard Löffler gegründet, unterstützt vom damaligen Pfarrer Ulrich Däubler. Schon bald wurde der Chor zum Anziehungspunkt für Sänger aus ganz Schwaben. Das mag auch an der professionellen Stimmbildung liegen, für die Löfflers Ehefrau, die Sopranistin Ingrid Fraunholz, sorgte.

So nahm das Ensemble regelmäßig an überregionalen Festivals wie dem Musikalischen Frühling im Schwäbischen Barockwinkel und den Schwäbischen Orgeltagen teil. Es folgten Einladungen zu Konzertreisen im In- und Ausland, zum Beispiel nach Rom, und fünf CD-Einspielungen. Schon früh lag auch ein großes Augenmerk auf der Nachwuchsarbeit. Im November 1990 wurde der Jugendchor gegründet, der seitdem auch immer in den Gottesdiensten präsent ist.

Getrübte Pfingstfreude beim Heiligst-Geist-Ensemble

Seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen nicht mehr gesehen

Unter der musikalischen Leitung von Thomas Bodenmüller, der den Chor von 2006 bis 2014 dirigierte, hatte das Ensemble zahlreiche begeisternde Gottesdienste und Konzerte, die ihren Höhepunkt in der Aufführung des Magnificat von John Rutter 2014 fanden. Am Kirchweihsonntag 2014 übernahm Wolfram Seitz die musikalische Leitung. Er verfasste für den Chor auch eigene Kompositionen, wie etwa ein Magnificat, das 2018 uraufgeführt wurde.

Im Jahr 2020 haben sich die Sängerinnen und Sänger seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen nicht mehr gesehen. „Ursprünglich sollte an einem Konzert zum Muttertag festgehalten werden. Dabei war jedes Mitglied angehalten, zu Hause seine Stimme zu proben“, erzählt Chorleiter Wolfram Seitz. Doch daraus wurde nichts. Jetzt tauschen sich die Chormitglieder nur noch über ihre WhatsApp-Gruppe aus. Das Zusammenkommen fehlt ihnen sehr.

Die Proben müssen wohl noch sehr lange ausfallen

Für das Heilig-Geist-Ensemble werden auch die Nachwirkungen der Corona-Krise massiv zu spüren sein. Sängerin Heiß-Kimm rechnet damit, dass die Proben noch für sehr lange Zeit entfallen müssen. Denn es gebe Studien vom Robert-Koch-Institut, die besagen, dass die Aerosole, also kleine Tröpfchen in der Luft, bei den Sängern wesentlich weiter fliegen als bei den Bläsern. So dürfte die Diözese wohl noch nicht so bald das Okay für Chorproben geben. Zudem werden die großen Projekte, an denen das Heilig-Geist-Ensemble arbeitet, oft von Sponsoren bezahlt. Es ist jedoch fraglich, ob die betreffenden Unternehmer weiterhin Veranstaltungen finanzieren können.

Eine Anekdote ist Heiß-Kimm aus ihrer langen Zeit bei dem Ensemble in Erinnerung geblieben: Unter der Leitung von Thomas Bodenmüller gab es einmal Probleme mit einem auswärtigen Tenor-Solisten. Dieser kam erst ganz knapp vor der Hauptprobe. Dabei bemerkte der Dirigent, dass der Solist nicht gut auf seinen Part vorbereitet war. Also übernahm Bodenmüller neben der Orgel und dem Dirigat auch noch den Tenor-Solopart. „Er war dabei immer souverän“, erinnert sich Heiß-Kimm.

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