Newsticker
Gesundheitsminister entscheiden: Biontech oder Moderna für Zweitimpfung nach Astrazeneca
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Glasfaser: Firmen entschuldigen sich

Großkötz

15.11.2019

Glasfaser: Firmen entschuldigen sich

Schnelles Internet zu bekommen ist gar nicht so einfach.
Foto: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Vertreter von LEW Telnet und Vitronet versprechen, dass alle Mängel in Großkötz beseitigt werden.

Nachdem im Gemeinderat schon vielfach großer Ärger laut geworden ist über den Pfusch beim Verlegen von Leerrohren, in die dann die Glasfaserkabel eingebracht werden, waren jetzt Vertreter von LEW Telnet und Vitronet, dem Generalunternehmer zur Verlegung von Glasfasernetzen, in der Gemeinderatssitzung. Sie haben sich für die Mängel in Großkötz mehrfach entschuldigt und deren Behebung versprochen.

Noch im November sollen 90 Prozent der derzeit in Großkötz bestehenden Baustellen abgeschlossen werden, sagte LEW-Telnet-Geschäftsführer Rainer Müller, bis zum Jahresende sollen zudem 80 bis 90 Prozent aller in Großkötz notwendigen Bauarbeiten erledigt sein. Damit liegt der Glasfaserausbau hinter dem ursprünglichen Zeitplan, nach dem im Herbst die Bautrupps schon in Kleinkötz hätten weitermachen sollen. Davon war in der Gemeinderatssitzung nicht die Rede.

Im Sommer sollen die Arbeiten fertig sein

Man hoffe, im Sommer 2020 dann auch die Arbeiten in Kleinkötz und Ebersbach abzuschließen, sagte Müller und versicherte mehrfach, dass die jetzt in Großkötz arbeitenden Kolonnen „einen wahrnehmbar anderen Standard“ hätten. Vorhandene Baumängel bringe man selbstverständlich so schnell wie möglich in Ordnung, sagte Müller: „Wir können uns nur über den holprigen Start entschuldigen“.

An Müllers Seite saß Thomas Enzler, als Leiter Kabelnetze bei Lew Telnet für den Bau der Glasfaserversorgung zuständig. „Die Qualität der Partnerfirmen ist deutlich gestiegen“, sagte er, und auch Florian Donath, Geschäftsführer von Vitronet, entschuldigte sich. Von der ersten Firma habe man sich trennen müssen, jetzt gebe es in puncto Qualität eine spürbare Verbesserung. Alle Probleme werde man nicht vermeiden können, sagte Enzler, aber man habe „versucht, Mängel sukzessive abzustellen“ und müsse die Baufirmen „an der Hand nehmen“ und intensiv unterstützen.

Manche Stellen mussten mehrfach "neu gemacht" werden

„Nachsteuern“ sei aber nicht immer einfach, gab Müller zu, es gebe Stellen, die „auch schon drei-, vier-, fünfmal neu gemacht“ werden mussten. „Das ist keine Baustelle, auf die wir stolz sind“, resümierte der LEW-Telnet-Geschäftsführer, der Kötz aber auch als „durchaus normale Baustelle“ bezeichnete. „Auch die jetzigen Firmen haben vielleicht noch ein bisschen Luft nach oben“, räumte Müller ein, Ziel sei es jedoch, „gute Leistungen“ zu hinterlassen.

Eine verlängerte Gewährleistungsfrist, nach der Gemeinderat Richard Lochbrunner, mit Hinweis auf viele gravierende Baumängel, fragte, werde man nicht einräumen, sagte Müller, vielmehr werde „so lange nachgearbeitet, bis die Qualität passt.“

So einfach war das Thema nicht erledigt

Mit all diesen Zusicherungen war das Thema in der Sitzung aber nicht erledigt. Die Glasfaser-Baustellen in Großkötz seien „katastrophal angelaufen“, sagte Gemeinderat Norbert Ritter, der das Thema auch schon mehrfach in früheren Gemeinderatssitzungen angesprochen hatte. Schon im Mai habe man die mangelnde Qualität der Arbeiten moniert, die Lechwerke hätten das aber nicht wirklich ernst genommen. Ihm wäre es lieber, es würde langsamer, aber dafür solide gebaut, sagte Ritter.

Von schlechten Erfahrungen in der von den Lechwerken gemeinsam mit den Tiefbaufirmen regelmäßig donnerstags angebotenen Bürgersprechstunde sprach Gemeinderätin Yvonne Hartmann. Ihr Ansprechpartner habe „wirklich keine Ahnung gehabt“, als sie ihn auf gravierende Mängel im Rosenweg ansprach, und er habe sie lediglich auf die Internet-Hotline verweisen können. „Wirklich schade“ war das für Hartmann.

Eigentlich sei der Bauleiter der Tiefbaufirmen bei den Sprechstunden anwesend, sagte Rainer Müller, bei Schäden solle man sich an die Tiefbaufirma wenden, Ansprechpartner sei hier Vitronet. Innerhalb von 24 Stunden dürfen Bürger laut Müller dann eine Antwort erwarten. Zu dem von Gemeinderätin Hartmann geschilderten Vorfall sagte er: „Nicht akzeptabel.“

Lesen Sie dazu auch:

Beanstandungen bei Baustellen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren