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Jubilare

14.06.2019

Goldhochzeitsreise in die Türkei

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Das Ehepaar kurz nach ihrer Hochzeit (das Bild entstand im Jahr 1970) und heute: Sündüs und Hüsnü Künbül aus Günzburg feiern Goldene Hochzeit.
Bild: Wieser

Sündüs und Hüsnü Künbül sind 50 Jahre verheiratet

Giresun ist eine Stadt am Schwarzen Meer im Nordosten der Türkei mit rund 100 000 Einwohnern. Giresun, knapp 3000 Kilometer von Günzburg entfernt, ist auch der Ort, aus dem Sündüs (67) und Hüsnü (73) Künbül stammen. Heute feiert das Ehepaar Goldene Hochzeit. „Wir haben uns gesehen und uns sofort ineinander verliebt“, erzählen sie. Bei einer Feier in der Nachbarschaft sei das gewesen, vor ungefähr 53 Jahren.

Drei Jahre später haben sie dann geheiratet. „Es war schön“, erinnert sich Sündüs Künbül. Drei Tage lang habe man mit vielen, vielen Gästen gefeiert, getanzt und gegessen, im Hochzeitssaal und auch im Freien. Eine so große Hochzeit sei heute auch in der Türkei nur noch selten, fügt ihr Mann Hüsnü hinzu.

Um die Stadt Giresun werden vor allem Haselnüsse angebaut. Auch Hüsnü Künbül besaß eine solche Plantage, seine Frau half ihm bei der täglichen Arbeit. Während dieser Zeit wurden in Deutschland Arbeitskräfte gesucht. Dass sich auch ihm die Möglichkeit bot, in Deutschland zu arbeiten, sei ein Glücksfall gewesen.

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1969 kam Hüsnü Künbül mit dem Zug nach München, verbrachte zwei Jahre in Mainz und arbeitete drei Jahre bei den Kunert-Werken in Immenstadt. 1972 kam seine Frau Sündüs nach und sie zogen nach Günzburg. Beide arbeiteten anschließend bei der Molkerei Schweyer, die später von der Molkerei Zott übernommen wurde. Es sei ein sehr gutes Arbeitsverhältnis gewesen, betont Hüsnü Künbül. Immerhin sei er dort ganze 38 Jahre lang beschäftigt gewesen. Bei seiner Frau waren es sogar vier Jahre mehr.

Die Künbüls haben zwei Söhne und drei Töchter, die in Günzburg, Burgau, Augsburg und Stuttgart leben. Hinzu kommen noch elf Enkel. Auf die Frage, wie sie denn ihre Goldene Hochzeit feiern werden, lachen sie: „Das haben wir schon am vergangenen Sonntag, mit 40 Personen im Garten. Und die Nachbarn haben gleich mitgefeiert.“

Das Haus, in dem die Künbüls wohnen, haben sie 2007 gekauft. Die vielen Rosen verraten sofort: Ihre Liebe gehört dem Garten. Dort gedeihen nicht nur Äpfel, Birnen oder alle Arten von Gemüse, sogar Pfirsiche und Feigen gibt es dort. Die seien halt hier in Günzburg etwas kleiner als in der Türkei, sagt Hüsnü Künbül. Und noch etwas gibt es dort: Haselnusssträucher, von denen jedes Jahr immerhin ein Sack voll Haselnüsse zusammenkommt. Der Garten sei schon immer, auch in der Türkei, eine große Leidenschaft beider gewesen.

Zwei bis drei Mal im Jahr reisen die Künbüls in ihre alte Heimat. In gut einer Woche werden sie wieder in den Flieger steigen, sich sozusagen auf die „Goldene Hochzeitsreise“ begeben. Verwandte und Bekannte warten schon darauf. Und wenn sie zurückkämen, seien es die Nachbarn in Günzburg, fügen sie hinzu. Sündüs und Hüsnü Künbül wünschen sich, dass dies noch lange so bleibt. Nur: Auch wenn sie ihre Heimat sowohl in der Türkei als auch in Deutschland hätten, man stehe eben immer ein bisschen zwischen zwei Ländern.

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