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Günzburg

25.07.2015

„Gott vergibt, auch wenn wir mal Mist bauen“

Bei Abschlussgottesdiensten von Schülern ist der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (Mitte) eher selten. Für Günzburg machte er am Freitag eine Ausnahme. Gemeinsam mit Pfarrer Ulrich Däubler (nicht im Bild) und Emin Ülker, dem Hodscha von Ditib Günzburg feierte er den Abschlussgottesdienst der Dominikus-Zimmermann-Realschüler.
Bild: Erich Hermann

Auf was es im Leben ankommt, hat der evangelische Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm den Günzburger Realschülern mit auf den Weg gegeben. Dabei kommt er sonst nur selten auf solche Feiern.

In seiner Heilig-Geist-Kirche begrüßte Pfarrer Ulrich Däubler am Freitag einen besonderen Gast – den evangelischen Landesbischof in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche (EKD) in Deutschland ist. Der Geistliche war nach Günzburg gekommen, um beim Abschlussgottesdienst für die 44 Absolventen der Dominikus-Zimmermann-Realschule die Predigt zu halten. Bedford-Strohm sprach den Jugendlichen Mut und Gottvertrauen auf ihrem weiteren Lebensweg zu. Auch bei Misserfolgen dürfe nie die Hoffnung aufgegeben werden. „Denn Gott vergibt uns, auch wenn wir mal Mist bauen“.

Er konnte der Einladung nicht widerstehen

Der Landesbischof räumte ein, eher selten beim Abschlussgottesdienst für Schulabsolventen anwesend zu sein. Die Einladung der evangelischen Schüler der Knabenrealschule sei „aber so herzlich gewesen, dass ich nicht widerstehen konnte“, erklärte Bedford-Strohm.

„Gott vergibt, auch wenn wir mal Mist bauen“

Pfarrer Däubler betonte bei seiner Begrüßung der Absolventen und ihrer Familienangehörigen, für alles sei letztlich Gott da. „Er soll euer Begleiter sein auf dem Weg zu einem sinnvollen, schönen und erfolgreichen Leben“, sagte er den Schulabsolventen. Als Vertreter der türkisch-islamischen Gemeinde bat Imam Emin Ülker Allah um Gnade und Beistand für die Jugendlichen.

Schulleiterin Roswitha Schön erklärte in einer kurzen Ansprache, Gott könne man viele Namen geben. „Aber es gibt nur einen Frieden“, griff sie einen Satz aus dem Gebet von Pfarrer Däubler auf: „Du Rose des Friedens blühe“. Die Rektorin: „Ich freue mich, dass diese Rose des Friedens unter uns blüht“.

Eigene Beiträge zu dem von Religionspädagogin Elke Warnecke organisierten Gottesdienst leisteten auch die Jugendlichen. Er stand unter dem Motto „Doch, das Leben ist ein Wunschkonzert“. Einige ihrer Wünsche hatten Schüler der 9. Klassen auf Plakaten formuliert: Liebe, Heirat, Familie, Kinder, Freunde, Glück, Frieden und sichere Arbeit, aber auch Geld, Autos, Musik und Party. In einer modernen Fassung des Märchens vom Fischer und seiner Frau wurde der Frage nachgegangen: Gibt es Zufriedenheit, gibt es ein Genug?

Wir sollten zufrieden sein mit dem, was wir haben

Der Landesbischof griff die Antwort in seiner Predigt auf: „Vielleicht sollten wir lernen, mit dem zufrieden zu sein, was wir sind und was wir haben“. Dankbarkeit, das lehre die Glücksforschung, sei die tragende Säule eines zufriedenen Lebens. Der Dank etwa dafür, „dass wir jeden Tag zu essen und zu trinken, ein Dach über dem Kopf und Frieden haben“. Denn scheinbar Selbstverständliches sei nicht selbstverständlich. Wichtig sei der besondere Dank an Gott, „dass wir von ihm so wunderbar gemacht sind“.

Angesichts der Situation in vielen Teilen der Welt sei es schwierig, nicht die Hoffnung zu verlieren. Sie aber dürfe niemals aufgegeben werden, erinnerte der Landesbischof an die Befreiung der schwarzen Sklaven aus ihrer scheinbar hoffnungslosen Lage. Bedford-Strohm: „Es ist tröstlich zu wissen, dass Gewalt und Unrecht letztlich nicht siegen“. Erst recht dürften sich die Menschen nicht von kleineren oder größeren Misserfolgen entmutigen lassen. „Gott geht manchmal krumme Wege, aber er lässt euch nicht allein“, sagte der Geistliche zu den Jugendlichen. „Deshalb hört nie auf zu hoffen“.

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