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Krimi

27.02.2015

Grenzenloses Verbrechen an der Donau

Der Ulmer Autor Hermann Severin las im Günzburger Hotel Traube aus seinen Romanen „Donaurot“ und „Heuschreckentanz“.
Bild: Gah

Hermann Severin stellt sein neues Buch „Donaurot“ vor. Was das Morden mit der Insolvenz einer Burtenbacher Firma zu tun hat

Eine Vorpremiere erlebten die Zuhörer der Dichterlesung, die der Günzburger Autorenverein im Hotel Traube veranstaltete. Einige Monate vor Veröffentlichung des Buches „Donaurot“ trug der Ulmer Autor Hermann Severin zwei Kapitel daraus vor. Es ist der zweite Teil einer geplanten Donautrilogie. Zum ersten Teil „Heuschreckentanz“ ließ der Autor sich von der Insolvenz einer Burtenbacher Firma inspirieren. Die Fortsetzung hängt inhaltlich allerdings nur sehr lose damit zusammen. Was bleibt, ist der zentrale Schauplatz um Ulm und das ermittelnde Personal: die Kommissare Horst Leicht und Otto Müller, die Gerichtsmedizinerin Dr. Ute Werr, die Oberstaatsanwältin Marlene Rossmann, der Gerichtspräsident Anton Zeiss und der Lokalreporter Peter Plum.

Zum Inhalt von „Donaurot“: In einer Stadt an der Donau wird ein Mann erschossen aufgefunden. Alles deutet auf einen ziemlich gewöhnlichen Mord aus Eifersucht hin. Tatsächlich aber handelt es sich um den Teil eines grenzenlosen Verbrechens.

Bei der Darstellung einer Zugfahrt von Belgrad nach Ulm blickt der Autor auf die dunklen Seiten der vordergründig idyllischen Donaustädte: „Vorbei an der Stadt Linz, die der primitive Menschenschlächter zu einer europäischen Kunstmetropole ausbauen wollte. Vorbei an Straubing, wo Herzog Ernst von Bayern seine unstandesgemäße Schwiegertochter ertränken ließ. Vorbei auch an Günzburg, das man einst Klein-Wien nannte, das aber für alle Zeiten mit dem Namen des Todesengels von Auschwitz verbunden bleibt“.

Außerdem zeichnet der Autor Hermann Severin keinen seiner Charaktere ohne Herz. Zum Beispiel den Oberstudiendirektor Wilhelm Dachstein, Leiter eines humanistischen Gymnasiums. Seinem Freund Maximilian Mayer gesteht er, den Mord an dem Balkanbewohner Milan begangen zu haben. Er hat erfahren, dass ein anderer der Tat angeklagt wird. Um zu verhindern, dass ein anderer für ihn ins Gefängnis geht, will er sich der Polizei stellen. Doch das ist nicht der einzige Wesenszug Dachsteins, der ihn für die Leser sympathisch macht. Er kämpft auch für eine bessere Wertschätzung der Donau-Anrainerstaaten. Allen voran Serbien, das aus seiner Sicht allzu pauschal als Kriegstreiber dargestellt wird. Dachstein weiß, dass aus Deutschland Waffentransporte nach Weißenburg gingen, damit die Türkenkriege geführt werden konnten. Und noch mehr stört ihn: Rumänien und Bulgarien müssen sich heute ohne europäische Hilfe selbst aus dem Dreck ziehen. Ungarn wird misstrauisch beäugt, obwohl es den Eisernen Vorhang niedergerissen hat und mit Semmelweis in Europas Krankenhäusern erstmals Hygiene einführte.

Doch die Vorpremiere von „Donaurot“ ist nicht der einzige Teil des Abends. Severin liest auch nochmals aus dem Vorgänger „Heuschreckentanz“. Darin wird der Eigentümer eines mittelständischen Unternehmens durch Berater um sein Vermögen gebracht. Völlig legal. Mithilfe seines alten Anwalts und eines afrikanischen Freundes versucht er, sein Vermögen zurückzuholen, mit ganz und gar nicht legalen Mitteln. Das Publikum hängt von der ersten bis zur letzten Minute der Lesung an Severins Lippen. Der Roman „Donaurot“ kommt voraussichtlich dieses Jahr zu den großen Ferien auf den Markt.

Der Günzburger Autorenverein trifft sich immer am letzten Dienstag im Monat um 19 Uhr im Hotel Traube.

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