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Bühne

28.11.2015

Großer Erfolg für den kleinen Prinzen

Die berühmte Geschichte vom Kleinen Prinzen hat Herwig Nerdinger vertont, gespielt haben das Stück Schüler des St. Thomas Gymnasiums: Die eitle Rose (Syntia Stempfle) drangsaliert den kleinen Prinzen (Paul Wiedemann), bis er seinen Planeten verlässt.
Bild: Andrea Linder

Der Haldenwanger Herwig Nerdinger hat die Geschichte vertont. Auf die Bühne gebracht haben die Uraufführung die Thomasianer. Für sie gab es ein besonderes Geschenk

Die „echte“ vorweihnachtliche Stimmung setzt bei vielen Menschen ein, wenn sie einen bestimmten Film sehen, ein bestimmtes Buch lesen oder auch eine bestimmte Geschichte hören. „Der kleine Prinz“ des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry ist ein solches Werk, und mit dessen Umsetzung als modernes musikalisches Märchen begeisterten die Klasse 6a und das Orchester des St.-Thomas-Gymnasiums Wettenhausen in den vergangenen Tagen über 1200 Zuschauer jeder Altersklasse.

In der Rolle des Piloten Antoine agierte Deutschlehrer und Regisseur Peter Berger zugleich als „indirekter“ Erzähler der Geschichte. Im Gespräch mit dem von Trauer und Zweifeln geplagten kleinen Prinzen (gespielt von Johanna Farion und Paul Wiedemann) entdeckt er den Zauber der Kindheit und den Sinn für das Wesentliche, das für das Auge unsichtbar ist.

Die stolze, alles andere als bescheidene Rose (Leda Baumgartner und Syntia Stempfle) hat dem kleinen Prinzen ihre Liebe zu ihm verschwiegen, ihn dafür aber ziemlich unter ihre Kontrolle gebracht und den Jungen damit letztendlich von seinem Planeten vertrieben. Auf seiner Reise durch die Welten und auf der Suche nach einem Freund begegnet der Prinz neben dem Piloten den verschiedensten Persönlichkeiten: dem seltsamen König ohne Untertan (Max Neitmann und Moritz Hegele), dem komplett übertrieben Eitlen (Johannes Sterk und Nella Picha), dem mitleiderregenden Säufer (Linus Wagner und Niklas Messerschmidt), dem emsigen Verkäufer (Michael Frey und Christian Kuhn) sowie dem hyperaktiven Manager (Leo Hammerdinger und Lukas Hartmann). Der kleine Prinz legt die Unzufriedenheit der Erwachsenen bloß, indem er sie mit sehr simplen Wahrheiten konfrontiert. Mit der mysteriösen „Schlange“ (Evelyn Eser und Jeannine Hehlinger) führt der Junge ein recht interessantes Gespräch über den Tod.

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Drei Rosen (Lena Lukas, Pia Reichard und Clara Siemons) zeigen ihm unter anderem auf, dass „seine“ Rose gar kein wirkliches Einzelexemplar ihrer Gattung ist, wie diese stets zu behaupten pflegte. Mit dem schlauen Fuchs (Felix Farion und Sebastian Neuburger) setzt der Junge schließlich den Lehrsatz „zähmen heißt sich vertraut machen“ um. Es entsteht eine Partnerschaft, in der man sich gegenseitig braucht und schätzt, in der es keine Unterschiede mehr gibt. Und so erkennt der kleine Prinz dann auch die tatsächliche Einzigartigkeit „seiner“ Rose. Der Fuchs ist anschließend noch derjenige, der den Jungen lehrt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Die knapp einstündige Vorstellung des „Kleinen Prinzen“ im Thomas-Saal des St.-Thomas-Gymnasiums zog das Publikum in ihren Bann. Die jungen Schauspieler erfüllten ihre Rollen beeindruckend authentisch, Chor und Orchester setzten Herwig Nerdingers Musik überzeugend und gefühlvoll um.

Die Zuschauer erlebten am Dienstag die Uraufführung in Anwesenheit des Haldenwanger Komponisten. Für das Bühnenbild hatte die Klasse 6a einen ganzen Kosmos von Planeten und Asteroiden samt ihren seltsamen Bewohnern geschaffen. Neben den fantasievollen Kostümen perfektionierte auch die Ton- und Lichtregie der routinierten Technikercrew aus den höheren Jahrgangsstufen des Gymnasiums die Vorstellungen. Die Projektleiter Peter Berger und Markus Putzke waren nach insgesamt vier Aufführungen – zwei Abendterminen und zwei Vormittagsvorstellungen für benachbarte Schulen sowie für die Unterstufe des St.-Thomas-Gymnasiums – ebenso erschöpft wie stolz.

Schulleiter Albert Reile hatte den jungen Künstlern bereits am Tag zuvor ein viel umjubeltes „Geschenk“ gemacht: Ihr Nachmittagsunterricht durfte aufgrund ihrer „anstrengenden Zusatzleistungen“ ausnahmsweise entfallen.

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