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Günzburg

02.06.2018

Großes Fest in der ersten festen Bleibe

Jetzt wandelt sich das Naturfreundehaus endgültig zum Musikheim der Stadtkapelle. Doch die rote Fahne der Naturfreunde weht weiter. Es herrscht gute Nachbarschaft, bestätigen die Vorsitzenden Michael Hartl von der Stadtkapelle (links) und Hans-Peter Jeschke von der Ortsgruppe Günzburg der Naturfreunde.
Bild: Sandra Kraus

Die Stadtkapelle Günzburg besteht seit 25 Jahren und weiht ihr eigenes Musikheim ein. Warum auch die Naturfreunde am Wochenende feiern.

Ihr 25-jähriges Vereinsjubiläum versilbert sich die Stadtkapelle Günzburg mit der Einweihung ihres ersten eigenen Musikheims. „Es ist tatsächlich unsere erste feste Bleibe“, freut sich Vorsitzender Michael Hartl. Er ist von Jugend an bei der Stadtkapelle dabei, die ihre Wurzeln 1984 in der Bläserschule und später in der Neuen Stadtkapelle hat. Er erinnert sich an erste Proben im Kolpingsaal, später in der Aula der Knaben-Realschule und natürlich an die Jahre im Prinz-Eugen-Park, die dank des Entgegenkommens von Meidert, Thierer und Partner möglich gewesen waren. Ein Tipp in der Weihnachtszeit 2015 brachte das Naturfreundehaus ins Spiel.

„Es war eine glückliche Fügung, dass es so kam. Wir Naturfreunde hatten eine Heimat abzugeben und die Stadtkapelle war auf der Suche nach einer. Beide profitieren von der gefundenen Lösung, wir haben eine gute und gedeihliche Partnerschaft“, sagt Hans-Peter Jeschke, Vorsitzender der Naturfreunde Ortsgruppe Günzburg. Hartl bestätigt das, fügt aber freimütig an: „Eine Liebe auf den zweiten Blick.“ Denn erst als Architekt Günther Gernert und Bendl-Geschäftsführer Stefan Wiedemann, beide ausgewiesene Bauexperten und Väter von aktiven Stadtkapellen-Musikantinnen, ihr Okay gaben, wagte man sich an Kauf und Umbau der Immobilie im Birket. Im Zentrum stand von Anfang an der Wunsch nach einem optimalen, großzügigen Proberaum im Erdgeschoss. Boden und Wände wurden herausgerissen, mit dem Ausbau allerdings ganz bewusst eine Fachfirma beauftragt. Herausgekommen ist ein 110 Quadratmeter großer Raum, dessen Akustik auf die rund 40-köpfige Blasmusik-Kapelle ausgerichtet ist. Exakt berechnete Seiten- und Wandpaneele, die Bodendämmung und die Akustikdecke erzeugen genau die trockene Akustik, die ein Proberaum braucht. „Unser Dirigent Lukas Weiß hört jetzt wirklich alles, verstecken und sich irgendwie im Nachhall durchmogeln geht nicht mehr“, erählt Michael Hartl von den ersten Proben. Podeste für die Musiker in der zweiten und dritten Reihe sorgen für gute Sicht und perfekten Klang. Seit April probt die Stadtkapelle im Herzstück des neuen Domizils. Auch das Schwäbische Jugendblasorchester überzeugte sich schon von der überragenden Qualität. Im ersten Stock gibt es einen kleinen Proberaum, das Notenarchiv, den Kleiderraum und das Instrumentenarchiv. Im Dachgeschoss ist Platz für einen Jugendraum. Schließlich ist die Stadtkapelle in Sachen Nachwuchs bei den Bläserklassen der Grundschule Süd-Ost und zusammen mit jungen Musikern aus Wasserburg und Reisensburg bei der Jugendkapelle Guntia und der Schülerkapelle aktiv. Das Musikerstüble für das Gemeinschaftserlebnis nach der Probe ist im Keller eingerichtet worden. „Auf 170000 Euro beläuft sich die Bausumme“, zieht Hartl Bilanz. Finanziert wurde aus Eigenmitteln, gefördert wurde vom Kulturfonds Bayern, dem Landkreis und der Stadt, vielfältig unterstützt von Firmen, Gönnern und Vereinsmitgliedern.

Was am 1. August 2016 mit dem Ausräumen begann, findet jetzt knapp zwei Jahre später einen feierlichen Abschluss, wenn am Samstagabend ab 17 Uhr die österreichische Partnerkapelle „Jung St. Marien“ und ab 19.30 Uhr „Blechverrückt“ für Stimmung sorgen. Am Sonntag um 10 Uhr läutet ein ökumenischer Gottesdienst mit Weihe den zweiten Festtag ein. Den Frühschoppen spielt der Musikverein Wasserburg, ab 14 Uhr sind die Schüler und Jugendkapelle an der Reihe. Zum Festausklang übernehmen ab 16.30 Uhr die „Blech(b)engel“ die Bühne im eigens aufgestellten Zelt, für Bewirtung ist gesorgt und die Türen des Musikheims stehen weit offen.

Auch die Naturfreunde feiern kräftig mit. „Wir weihen unsere neue Hütte, die aus dem ehemaligen Freisitz entstanden ist und unser neuer Vereinsraum ist. Sie bekommt einen passenden Namen, der noch streng geheim ist“, sagt Jeschke und lächelt. Die Naturfreunde öffnen ihr großes Grundstück nicht nur für die Jugend des Bund Naturschutz, sondern mittels großem Erlaubnisschild für jedermann. Jeschke blickt sehr realistisch auf seinen Verein, wenn er sagt: „Die Ortsgruppe ist überaltert, hat nur noch knapp 50 Mitglieder und Nachwuchs ist nicht in Sicht. Um den Fortbestand zu sichern, prüfen wir, ob eine Fusion mit der Stadtkapelle möglich ist.“ Zukunftsmusik klingt demnach für die traditionsreichen Naturfreunde und die 25 Jahre junge Stadtkapelle auf dem Gelände am Schmiedlweg an, die ein noch engeres Miteinander andeutet.

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