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Mahnwache in Günzburg

15.03.2015

Grüne: AKW Gundremmingen sofort abschalten

Der Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima vor vier Jahren wurde am Samstag bei einer Veranstaltung auf dem Bürgermeister-Landmann-Platz in Günzburg gedacht. Die Grünen-Bundestagabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl (am Mikrofon) forderte einen kompletten Atomausstieg und einen klaren Kurs für den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Mitglieder der Umweltpartei erinnern in Günzburg an die Opfer von Fukushima. Sie fordern den Stopp der Atommüll-Produktion. Und bedauern, dass die Welt aus der Katastrophe in Japan nicht viel gelernt hat

Die Atomkatastrophe von Fukushima hat sich vor mittlerweile vier Jahren ereignet. Die Folgen für Mensch und Natur sind noch immer nicht absehbar. Hat die Welt daraus gelernt? Offenbar nicht, erklärt die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl. Denn in vielen Ländern erlebe die Atomkraft eine ökonomisch und ökologisch unverantwortliche Renaissance. Bei einer von Grünen und der Mahnwache Gundremmingen veranstalteten Gedenkstunde auf dem Bürgermeister-Landmann-Platz wurde am Samstag von gut 60 Teilnehmern der Opfer von Fukushima gedacht. Gleichzeitig wurden die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerkes Gundremmingen und ein klarer Kurs beim Ausbau der Erneuerbaren Energien gefordert.

Nach einer Schweigeminute für die Opfer der Katastrophe von Fukushima verlas Thomas Wolf von der Mahnwache Gundremmingen den Brief eines japanischen Atomkraftkritikers. Immer mehr Kinder erkrankten an Schilddrüsenkrebs, das Leid der von der Atomkatastrophe betroffenen Menschen sei „unendlich“. Selbst im 250 Kilometer von Fukushima entfernten Tokio seien zahlreiche Bezirke hochgradig radioaktiv verstrahlt. In seinem Schreiben appelliert der Japaner an die Menschen, gegen die riskante Nutzung der Atomkraft zu kämpfen: „Es ist zu spät, wenn es so weit ist“.

Sylvia Kotting-Uhl, die atompolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, war in Fukushima. Tausende von Arbeitern versuchten unter Einsatz ihres Lebens, die havarierten Reaktoren in den Griff zu bekommen, hunderttausende Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers seien inzwischen angefallen. „Wahrscheinlich wird der Pazifik ihr Endlager“, sagte sie.

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Trotz der Katastrophe in Japan werde in vielen Ländern weiter auf die Atomkraft gesetzt – etwa in Großbritannien mit dem Neubau des hoch subventionierten neuen Atomkraftwerkes Hinkley Point. Unter anderem Österreich klage gegen diesen Neubau – bei der Bundesregierung herrsche dagegen Schweigen. Der Atomausstieg müsse mehr sein als „ein Abschaltplan“ für die deutschen Atomkraftwerke. Noch immer gebe es zwei Atomfabriken – zur Urananreicherung in Gronau und zur Produktion von Brennelementen in Lingen. Nicht weniger als 500 000 Atomtransporte fallen laut Kotting-Uhl noch immer jährlich in Deutschland an.

„Gar nichts begriffen“ von der Energiewende habe die bayerische Staatsregierung mit ihrer Verhinderungspolitik, erklärten die Bundestagsabgeordnete und Uli Brenner vom „Forum gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik“. Gundremmingen sei das Atomkraftwerk mit den meisten meldepflichtigen Störfällen.

Beide Rednerinnen forderten das sofortige Abschalten des „unsicheren Atomkraftwerks“. Das Forum werde gegen das Gundremminger Zwischenlager, das größte und „megagefährliche“ Atommülllager Deutschlands, den „Klageweg beschreiten“, kündigte Brenner an.

Die Produktion von weiterem Atommüll müsse gestoppt werden, das Gundremminger Zwischenlager müsse durch eine sicherere Einrichtung irgendwo in Bayern ersetzt werden, außerdem sei es dringlich, in Deutschland endlich ein unterirdisches Endlager für den Atommüll zu finden. „Der Dreck darf nichts ins Ausland“, so Brenner. Ziel müsse es bleiben, Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien zu produzieren – weg von Atom und Kohle und mit Gaskraftwerken nur als Brückentechnologie. Das alles sei die Botschaft der Katastrophe von Fukushima.

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