Newsticker
EU kauft bis zu 1,8 Milliarden weitere Biontech-Impfdosen
  1. Startseite
  2. Lokales (Günzburg)
  3. Günzburg: Hier kommt der neue Kindergarten für die Weststadt hin

Günzburg
02.08.2019

Hier kommt der neue Kindergarten für die Weststadt hin

Auf dem Gelände am Kötzer Weg, das die Stadt für den Bau eines neuen Kindergartens nutzen möchte, stehen große Bäume. So viele wie möglich sollen erhalten bleiben, sagen die Planer.
Foto: Bernhard Weizenegger

Im kommenden Jahr sollen am Kötzer Weg in Günzburg Räume für die Betreuung von 65 Kindern entstehen. Die Planer wollen dabei auch viele der großen Bäume erhalten. So soll das Gebäude für zwei Kindergarten- und eine Krippengruppe aussehen.

Die Stadt Günzburg wächst – jedes Jahr sind es zwischen 300 und 400 Menschen, die dazu kommen. Und damit wächst auch der Bedarf an öffentlichen Einrichtungen – allen voran bei der Kinderbetreuung. In der Weststadt – welche die Günzburger historisch bedingt die Unterstadt nennen – soll deswegen ein zusätzlicher Kindergarten entstehen. Im Günzburger Stadtrat stellte Architekt Berthold Braunger nun die Planungen vor. 65 Kinder sollen am Kötzer Weg spielen und lernen können.

Der Platz, den das Ulmer Architekturbüro zu überplanen hatte, ist nicht ganz einfach: Eingerahmt ist das Grundstück am Kötzer Weg von bestehenden Wohnhäusern und Parkplätzen, alte Bäume stehen auf der Fläche. „Unser Ziel ist, möglichst viele der schönen großen Bäume zu erhalten“, so Berthold Braunger in der Stadtratssitzung. Deswegen rückt der Baukörper in den Bereich näher zur Straße, in dem jetzt ein Weg und Parkplätze zu finden sind. Ein kleiner Vorplatz trennt die (wenigen) Parkplätze und den nach hinten versetzten Gehweg vom Kindergarten selbst, der aus einem niedrigen lang gezogenen sowie einem würfelförmigen Baukörper besteht, die ineinander übergehen. Gebaut werden soll massiv mit 49er-Ziegeln sowie Halbfertigteilen aus Stahlbetonverbund für die Decken, damit soll Passivhausstandard erreicht werden. Durch die Konstruktion sei ein minimaler Aufwand von Haustechnik für Lüftung und Kühlung notwendig. Noch nicht entschieden ist, ob eine Erd- oder Luftwärmepumpe zum Einsatz kommen wird.

Kindergarten: Die Räume werden auf verschiedenen Ebenen angeordnet

Ein Haus auf verschiedenen versetzten Ebenen sei vorgesehen, schilderte der Architekt. Im Inneren des Gebäudes führt ein großes Treppenatrium in die unterschiedlichen Bereiche: Die Krippengruppe unten, mit einem eigenen Außenbereich zum Spielen und Entspannen, die beiden Kindergartengruppen mit eigenen Räumen, aber auch gemeinsam genutzten Flächen wie einem großen Schlafraum. „Wir haben uns im Kinderhaus Hagenweide dazu Inspiration geholt, das hat uns sehr geholfen“, so Braunger. Der Kindergarten biete die Möglichkeit, verschiedene Konzepte zu verwirklichen und eine flexible Nutzung zuzulassen. Vorgesehen ist ein teiloffenes pädagogisches Konzept, bei dem jedes Kind seinen festen Platz in seiner vertrauten Stammgruppe hat, gleichzeitig aber auch gruppenübergreifende Angebote wahrnehmen kann.

Baukosten von 4,2 Millionen Euro für den Kindergarten

Das Architekturbüro schätzt in der Summe mit Baukosten von knapp 4,2 Millionen Euro – darin ist die Einrichtung des Kindergartens noch nicht enthalten. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig relativierte die große Summe allerdings: „Wir rechnen damit, dass wir 1,7 Millionen Euro Fördergelder bekommen.“

Stephanie Denzler, als Vorsitzende der Kita Kids & Company erfahren im Kindergartenbau, wandte ein, dass die zwar schönen, aber auch nicht ganz billigen Parkett-Böden, welche die Architekten vorgesehen haben, nicht durch eine preisgünstigere und vor allem sinnvollere Variante ersetzt werden könnten: Mit Holzböden und den für Kindergärten vorgeschriebenen Reinigern habe man keine guten Erfahrungen gemacht.

Einige Parkplätze werden wegfallen

Noch problematischer sahen Stephanie Denzler, aber auch mehrere ihrer Stadtratskollegen die Zahl der Parkplätze, die sich durch den Bau verringern, deren Bedarf aber steigen dürfte. Denn nicht nur Eltern, sondern auch künftige Mitarbeiter brauchten diese. Stadtbaumeister Georg Dietze sagte dazu, dass im hinteren Bereich des Grundstücks neue Parkplätze geschaffen werden sollen. Vor dem neuen Kindergarten sei das leider nicht möglich. Dietze: „Wir haben bereits mit Nachbarn gesprochen, sie haben durchaus Verständnis dafür und sehen auch die Vorteile des neuen Kindergartens.“

Bleibt nur noch eine Frage zu klären, die SPD-Stadträtin Ursula Seitz aufwarf: „Ich hoffe, dass wir auch genügend gutes Personal für unseren neuen Kindergarten finden.“ Bauen möchte die Stadt das Haus jedenfalls bald: Die finanziellen Mittel sollen in den Haushalt 2020 der Stadt eingearbeitet werden.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren