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Handball

01.05.2016

Günzburg setzt sich die Krone auf

Meister: Die Günzburger Handballer setzten sich die Landesliga-Krone auf.
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Meister: Die Günzburger Handballer setzten sich die Landesliga-Krone auf.
Bild: Julian Leitenstorfer

Mit einem Zittersieg holen sich die Weinroten den Landesliga-Titel. Die jungen Spieler verabschieden sich in eine lange Nacht und nehmen für heute Urlaub

Grenzenloser Jubel, Tränen der Freude, Erleichterung und Freude pur – „Bayernliga, wir kommen“ heißt es für die Günzburger Handballer. Als der Titelgewinn nach einem Herzschlagfinale perfekt war, verwandelte das jüngste Team der Handball-Landesliga zusammen mit seinen mitgereisten Fans die Sporthalle in Herrsching in ein Tollhaus. Ohrenbetäubende Siegerschreie und begeisterte Mienen spielten zusammen. Mittendrin erweckten einige in den ersten Minuten den Eindruck, als könnten sie es noch gar nicht recht glauben. Axel Leix zum Beispiel sagte, es fühle sich „überwältigend“ an. Und Christian Geiger bemerkte, er sei „jetzt total erleichtert und einfach nur glücklich“.

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Es passte beinahe zur überragenden Saison der Weinroten, dass auf den letzten Drücker, den grandiosen Erfolg dicht vor Augen, die Nerven Streiche spielten und die Hände ein bisschen zitterten. Das 25:24 mussten sich die Jungs von Trainer Stephan Hofmeister wirklich hart erarbeiten. Wer immer im Vorfeld gedacht hatte, das Saisonabschlussspiel werde zum Spaziergang am Ammersee, musste seine Ansicht jedenfalls schnell korrigieren. Der Mannschaft war ohnehin klar gewesen, dass sich die Gastgeber in Sachen Einstellung nichts nachsagen lassen wollten.

Und so trat Herrsching dann auch auf, führte über weite Strecken der Partie mit zwei, drei Toren Vorsprung und lag auch kurz vor Schluss noch scheinbar sicher 23:20 in Führung. Hofmeister auf der Bank wusste zu diesem Zeitpunkt bereits, dass sich Niederraunau als Fast-Gleichauf-Konkurrent im Titelrennen eine Panne geleistet hatte – „aber der Mannschaft auf dem Feld haben wir das nicht gesagt“, berichtete er in der Rückschau. Und tatsächlich: Im verinnerlichten Gefühl des Gewinnen-Müssens, angetrieben vom famos haltenden Patrick Rösch im Tor und dem großartig aufspielenden Impulsgeber Pascal Buck, legten die Weinroten einen fulminanten Endspurt hin. Die Günzburger warfen das Spiel mit 5:1 Toren aus und freuten sich dann umso ausgelassener, als sie die Meisterschaft unabhängig vom Ergebnis des Landkreis-Rivalen geholt hatten.

Günzburg setzt sich die Krone auf

Dass es überhaupt so knapp zuging, war diesmal absolut keine Sache der Einstellung. Das bestätigte auch Hofmeister in seiner Analyse: „Der Rückraum hat zum ersten Mal in der ganzen Saison Nerven gezeigt. Diese Unsicherheit konnten wir nie ablegen“, sagte er nach dem ordentlich erzitterten Erfolg. Diese Bemerkung nahm er auch gleich zum Anlass, seine Rasselbande in höchsten Tönen zu loben. „Ich bin sehr stolz auf das Team. So ein Durchmarsch ist nicht leicht, und es wurde zur Nervensache. Aber auch diese Prüfung hat die Mannschaft ohne fremde Hilfe hinbekommen.“

Seinen eigenen Anteil wollte Hofmeister in der Stunde des Triumphs weder zu hoch hängen noch zu niedrig ansetzen. „Einen Berufstrainer für die Bezirksoberliga zu holen, war damals aus Sicht der Abteilung sicher eine mutige Entscheidung. Ich habe aber dank einer großartigen Mannschaft geliefert. Der Dreijahresplan ist erfüllt“, führte er aus.

Nun möchte der Meistercoach eine neue Zukunftsvision ausarbeiten. Einen genauen Zeitrahmen, einzelne Bausteine oder gar tragende Säulen wollte er am Tag des Titelgewinns aber noch nicht nennen.

Die große Handball-Sause, die in Herrsching begann, ging während der Heimfahrt im Bus weiter. Zwischendrin gab’s genug Zeit für erste Anekdoten aus dieser Saison, die herausragend für die als Günzburger Weg bezeichnete Entwicklung der vergangenen Jahre steht. So berichtete Leix: „Der Einzige, der vor der Saison daran geglaubt hat, dass wir aufsteigen, war unser Torwart Patrick Bieber. Damals haben wir ihn alle ausgelacht.“ Nun mussten ihm die Mitspieler bei der rauschenden Party in einer Günzburger Innenstadt-Kneipe wohl das eine oder andere Glas ausgeben. Angekündigt war seitens der Handballer in jugendlicher Leichtigkeit übrigens, dass es etwas später werden könnte. Und für den heutigen Montag, so war zu hören, haben alle Spieler Urlaub genommen.

VfL Günzburg Bieber, Rösch; Hermann, Jäger (2), J. Nief (3), Rothbauer, P. Nief, Lehr (3/2), Leix (1), Barthel (2), Buck (5), Groß (4/3), Jensen (5)

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