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Sport

09.11.2017

Günzburger CSU wendet sich gegen hohe Hallengebühren

Überzogene Vorstellungen des Kreises kritisiert Ruth Niemetz.
Bild: Weizenegger

Pläne des Landkreises schlagen hohe Wellen. Ruth Niemetz ist „mehr als verwundert“

Günzburgs dritte Bürgermeisterin Ruth Niemetz ( CSU) ist nach eigenen Angaben „mehr als verwundert“ über das Fass, das der Kreistag gerade aufmacht: Ohne Not werde da eine für die Sportvereine enorme Gebührenerhöhung in den Raum gestellt, ohne dass mit den betroffenen Vereinsvorständen und den Bürgermeistern vorher Klartext geredet worden sei. „Eine Erhöhung auf das über Vierfache des bisherigen Gebührensatzes verkraftet auf Dauer kein Verein. Das Sportangebot wird zwangsläufig sinken.“

Und das wolle in Günzburg niemand; wenigstens niemand aus der örtlichen CSU. Deren Vorstand, dem etliche Sportvereins-Vorstandsmitglieder und -Vorsitzende angehören, hatte seit der vergangenen Woche den Mitgliedern des Kreisausschusses kräftig Informationen überlassen. Denn es gehe schließlich um wirklich viel, nämlich die wertvolle Jugendarbeit, die gerade in den Sportvereinen geleistet werde.

„In Zeiten, in denen uns das Ehrenamt wichtiger denn je erscheint, in denen es extrem wichtig ist, dass Kinder (und auch Erwachsene) sich bewegen sollen, weil sie leider oftmals übergewichtig sind, und in Zeiten, in denen wir den Menschen eine sinnvolle Beschäftigung geben sollten, ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass der Landkreis andenkt, die Gebühren in einem solchen Maß zu erhöhen.“ Das sagt Stephanie Denzler, die als Günzburger Kreisrätin für die CSU im Kreistag sitzt.

Darüber hinaus gehe es bei der wertvollen Vereinsarbeit, die hier geleistet wird, auch um die Stärkung der Sozialkompetenz bei jungen Menschen, die auch bei zahlreichen Gelegenheiten von Politikern aller Couleur angemahnt werde, so Denzler weiter: „Wenn man diese Aspekte in Relation setzt, dann sollte uns das im Landkreis den Betrag auch wert sein.“ Der stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende Philipp Rauner, selbst Vorsitzender eines Sportvereins, macht eine Rechnung auf: Er müsse für das Wintertraining der Fußballjugendmannschaften seines Vereins bei ungefähr zehn Hallenstunden in den Landkreishallen plötzlich 2000 Euro mehr berappen. Das Geld fehle dann anderswo, zum Beispiel für Trainerzahlungen oder Gerätschaften; oder es müsste als Beitragserhöhung umgelegt werden. All das seien für ihn keine attraktiven Alternativen.

Einer moderaten Steigerung zwischen fünf und zehn Prozent des bisherigen Beitrags werde man sich nicht verschließen, sind sich die Günzburger CSU-Vertreter einig, aber eine Steigerung in dieser Größenordnung sei nicht vertretbar.

Der CSU-Vorstand sieht noch ein weiteres Problem: Man hätte in Günzburg dann zwei sehr unterschiedliche „Hallenmieten“ für das Jugend- und Kindertraining. Der Stadtrat sei nicht umsonst stolz darauf, dass diese Trainingszeiten von der Allgemeinheit, also aus dem Stadtsäckel, gezahlt würden. Was passiere nun, wenn null Euro neben 14 Euro pro Stunde und Hallenteil im Training aufeinander träfen? Gibt es künftig noch mehr Gerangel um die wertvolle Trainingszeit in den eh schon knappen Sporthallen?, fragt sich die Günzburger CSU.

Verwunderung herrscht bei Ruth Niemetz auch darüber, dass man dem Auslöser für die Debatte, dem sogenannten Eichenauer Urteil, so viel Raum zugestehe. Schließlich betrage der diskutierte Mehrerlös für den Landkreis lediglich 42 Cent pro Einwohnerkopf. „Welcher Bürgermeister traut sich zu klagen für eine solche Summe bei der Kreisumlage, wenn die politische Wirkung für ihn verheerend wäre?“, bittet Niemetz die Kollegen zu bedenken. Daher wird der örtliche CSU-Vorstand Günzburg alles Erdenkliche zur Unterstützung beitragen, „um die Kuh vom Eis zu bringen. Wir sind erst mal froh, dass Zeit für Gespräche eingeräumt ist. Und wer weiß, vielleicht hat man ganz umsonst die Pferde scheu gemacht.“ (zg)

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