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Handball

18.10.2020

Günzburger Geduldsspiele in der Dritten Liga

Gesprächsbedarf: Trainer Gábor Czakó schwört seine Spieler auf die besonderen Herausforderungen der Dritten Liga ein. Einen messbaren Erfolg konnte Aufsteiger VfL Günzburg auch an der Bergstraße nicht feiern.
Bild: Ernst Mayer

Warum Aufsteiger VfL Günzburg auch von der Bergstraße mit leeren Händen heimfährt und sich dennoch keine Sorgen darüber macht, ob es reicht für die Dritte Liga.

Das Resultat ist gleichermaßen überdeutlich wie ernüchternd. 22:31 verloren die Handballer des VfL Günzburg ihr Drittliga-Spiel beim TV Germania Großsachsen. Zwar kann der Aufsteiger von sich behaupten, dass er selbst bei einem Titelkandidaten gut mitgehalten hat (der vergleichsweise knappe Halbzeitstand von 12:14 unterstützt diese Feststellung), aber die vielen Leichtsinnsfehler müssen die Weinroten einfach abstellen, wenn sie in dieser Spielklasse Fuß fassen wollen. Insgesamt 16 technische Fehler unterliefen den Spielern aus Schwaben, die so jede Chance auf einen Auswärtscoup aus der Hand gaben.

Abwehrbeton - aber ein Angriffslüftchen

Das erste Tor der Begegnung erzielte Daniel Jäger in der dritten Minute. Danach konnte sich keine Mannschaft wirklich absetzen, wobei der badische Gastgeber ab dem 1:1 immer vorlegen konnte und der VfL dann wieder ausglich. Schon in den ersten zehn Minuten zeichnete sich das Problem im Günzburger Spiel an diesem Tag ab. Zwar wurde erneut Günzburger Abwehrbeton angerührt, allerdings wurde kein einziges Mal tatsächlich Kapital aus den Ballgewinnen geschlagen. Vielmehr schenkten die Donaustädter dem kräftigen Gegner reihenweise ohne jede Not den Ball. Konsequent wie ein gestandener Drittligist sein muss, zogen die Gastgeber um den besten Werfer an diesem Tag, Patrick Buschsieper, beim Stand von 8:5 (16.) erstmals mit drei Toren davon. Nach dem 10:7 (20.) sollten sich die Günzburger ein wenig berappeln. In der nun folgenden Phase schafften sie es sogar, sich wieder auf Schlagdistanz zum Gegner zu arbeiten.

Wer eine grundlegend veränderte VfL-Mannschaft in Hälfte zwei erhofft hatte, wurde allerdings insbesondere bei den individuellen Fehlern enttäuscht. Zwar wurde in der Abwehr noch mehr als davor gearbeitet und der mittlerweile eingewechselte Torwart Dennis Mendle schaffte es, mit einigen sehenswerten Paraden die gegnerischen Werfer ordentlich zu ärgern, allerdings wurden auch in den zweiten 30 Minuten insgesamt viel zu viele Bälle verloren.

Alle Karten in der Hand

Bis zum 21:18 durch Pascal Buck (43.) hatten die Legostädter allerdings noch alle Karten in der Hand. Als direkt im nächsten Angriff der Abwehrchef der TVG, Jonas Kupijai, nach der dritten Zeitstrafe vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, überwog kurzzeitig Hoffnung auf der roten Seite. Aber auch das so flüchtige Momentum verscheuchten die Gäste mit ein paar schmerzhaften technischen Fehlern.

Spätestens beim 24:21 (50.) war klar, dass Trainer Gábor Czakó mehr Risiko eingehen musste. Er entschied sich für den siebten Feldspieler als Stilmittel. Der Torhüter wird hierfür während des eigenen Ballbesitzes ausgewechselt und dafür bekommt die Angriffsreihe einen zusätzlichen Spieler. Doch was grundsätzlich als taktischer Vorteil gedacht war, entpuppte sich an diesem Tag als sportlicher Todesstoß für Günzburg. In den verbleibenden zehn Minuten schaffte der VfL nur einen Torerfolg, wohingegen die Jungs von der Bergstraße noch sechs mal ins leere Gehäuse einnetzen konnten. Am Ende leuchtete somit der ein wenig zu hohe Endstand von 31:22 auf niedergeschlagene Recken aus Schwaben nieder.

Sandro Jooß ist überzeugt vom Team

Günzburgs Co-Trainer Sandro Jooß war trotz der deutlichen Niederlage überzeugt von der eigenen Mannschaft und sagte: „Klar, wirklich gut für uns sieht das Ergebnis nicht aus. Allerdings bin ich mit der Einstellung meiner Spieler wieder sehr zufrieden. Es wäre mehr drin gewesen. Wir haben es uns mit den vielen technischen Fehlern selber ein wenig kaputt gemacht.“

In den kommenden Trainingstagen gilt es, den Blick nach vorne zu richten und sich auf das Sportliche zu konzentrieren. Schon am nächsten Samstag haben die Aufsteiger vor eigenem Publikum die Chance, den ersten Sieg in der noch jungen Saison einzufahren. (zg)

So haben sie gespielt

TV Germania Großsachsen Lieb, Richter, Hoblaj; Schüler (2), Hildebrandt (5), Meiser (3), König, Kupijai, Kadel (1), Hartz (2), Straub (1), Kehlenbach (3), Reisig (4), Buschsieper (10/5)

VfL Günzburg Bieber, Mendle; Kaulitz (1), Pfetsch (1), Kunst (9/5), M. Jahn, S. Jahn, Buck (5), Grabher, Meye, Ruckdäschel, Jensen (2), Pauli (2), Köppel, Jäger (2)

Schiedsrichter Schürhoff, Steinebach

Zuschauer 150

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