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Kommunalwahl 2020

16.03.2020

Günzburger Stadtrat: SPD verliert drastisch

Wer nimmt in Zukunft an den Sitzungen des Stadtrats in Günzburg teil? Diese Frage ist nun beantwortet. Stärkste Fraktion ist ab Mai die CSU, dahinter liegt die SPD. Warum es viele neue Gesichter im Günzburger Stadtrat geben wird.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Obwohl die CSU Stimmen verliert, ist sie einer der Gewinner der Wahlen. Grund zur Freude gibt es auch bei GBL/Grüne. Gemischte Gefühle bei Freien Wählern.

Meistens gibt es nach Wahlen – ganz gleich, ob auf Kommunal- oder Landesebene – ein ähnliches Bild: Die Ergebnisse werden so lange sortiert, eingeordnet und interpretiert, dass es für einen passt und sich am Ende jeder als Gewinner fühlt. In Günzburg gibt es eine Ausnahme: Zwar sind auch hier die meisten Parteien mehr als zufrieden, nicht jedoch die SPD. Als „sehr enttäuschend“ und „bitter“ bezeichnete Stadträtin und SPD-Ortsvorsitzende Simone Riemenschneider-Blatter den Wahlausgang.

Ein Drittel weniger Stimmen als noch vor sechs Jahren holte die SPD (2020: 20,3 Prozent, 2014: 30,5 Prozent). „Wir haben drei Stimmenfänger verloren; das konnten wir so nicht ausgleichen“, sagte Riemenschneider-Blatter. Damit spielte sie auf das freiwillige Ausscheiden der SPD-Stadträte Manfred Büchele, Siegfried Ranz und Helga Springer-Gloning an. In Zukunft gehören nur noch sechs SPD-ler, bisher sind es sieben, dem neuen Stadtrat an. Einer von ihnen ist der erst 24-jährige Student Michael Jahn, der laut der Ortsvorsitzenden eine Bereicherung für den Stadtrat sein wird und für den Generationenwechsel in der SPD stehe.

CSU verliert in Günzburg leicht, Stephanie Denzler verliert stark

Deutlich besser war die Stimmung in den Reihen der CSU. Zwar wurde der Stimmenanteil von vor sechs Jahren nicht ganz erreicht (25,8 statt 28,2 Prozent), dennoch war Fraktionsvorsitzende Stephanie Denzler sehr zufrieden: „Wir sind die mit Abstand stärkste Fraktion. Über die acht Mandate freue ich mich riesig.“ Bisher waren es sieben. Der Zuwachs in der CSU ist mit der Ausweitung des Stadtrats von 24 auf 30 Personen aufgrund der Bevölkerungszunahme in Günzburg zu erklären. Ihr eigenes Ergebnis konnte Denzler hingegen noch nicht interpretieren. War sie vor sechs Jahren noch Stimmenkönigin (4484), fiel sie nun auf 3434 Stimmen zurück. „Ich mache mir da natürlich meine Gedanken und werde das in den nächsten Wochen analysieren“, sagte Denzler.

Gemischte Gefühle herrschten auch bei den Freien Wählern. Sie gewannen einen fünften Sitz hinzu, obwohl 2. Bürgermeister Anton Gollmitzer sich keine großen Hoffnungen darauf machte. Auch das Ergebnis von Sybille Löhle, die trotz Listenplatz elf das drittbeste Ergebnis der Freien Wähler erzielte, freute Gollmitzer. Zugleich zeigte er sich noch immer geschockt vom Tod Wolfgang Hackels, der am Wochenende überraschend starb. Gollmitzer bezeichnete ihn als guten Freund, der ein Ideengeber der Freien Wähler war. Dessen Beliebtheit zeigte sich auch am Wahlausgang: Hackel hätte den Einzug in den Stadtrat geschafft; für ihn rückt nun Christa Wall nach.

GBL/Grüne sind in Günzburg die großen Gewinner

Wer der große Gewinner der Wahl ist, darin waren sich alle Fraktionen einig: die gemeinsame Liste von GBL und Grüne. Fünf statt bisher zwei Sitze sind der Lohn für die 17,4 erreichten Prozent. Vor sechs Jahren waren es 9,7 Prozent. Neben den amtierenden Stadträten Angelika Fischer und Birgit Rembold ziehen auch Martin Endhardt, Jutta Reiter und Bernhard Lohr ins Gremium ein.

Großes vor hatte der Unabhängige Wählerblock, doch am Ende hingen die Trauben zu hoch. Mindestens fünf Sitze waren das Ziel eines aufwendig geführten Wahlkampfes, am Ende musste sich die UWB mit deren vier begnügen. Die 14,5 Prozent Stimmen entsprechen exakt dem Ergebnis von 2014, auch die Anzahl der Sitze bleibt gleich. Die einzig positive Randnotiz für die UWB: Ihr Kandidat Ferdinand Munk ist der Stimmenkönig in Günzburg (4961). Dessen Tochter Margit Werdich-Munk (CSU) folgte mit 4681 Stimmen knapp hinter ihm. UWB-Fraktionsvorsitzender Hans Kaltenecker bewertete die Ergebnisse der Führungsriege positiv. Allerdings habe man es nicht geschafft, in der Innen- und Unterstadt – im Gegensatz zu den Stadtteilen – gute Ergebnisse einzufahren. „Da klemmt es. Wir werden versuchen, unser Wahlprogramm umzusetzen und die richtigen Anträge im Stadtrat zu stellen, um anders wahrgenommen zu werden“, sagte Kaltenecker.

FDP zieht mit zwei Kandidaten in Günzburger Stadtrat ein

Zufriedene Gesichter gibt es hingegen bei der FDP. Trat die Partei vor sechs Jahren erst gar nicht an, erreichte sie am Sonntag 5,1 Prozent und damit zwei Sitze. Mit Joachim Bandlow und Georg Kithil sind gleich beide neuen Stadträte Allgemeinmediziner. Die Wahlbeteiligung in Günzburg lag bei 47,3 Prozent.

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