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"Fahrradstadt 2025"

09.01.2020

Günzburger sollen aufs Rad umsteigen

Die Stadt Günzburg möchte bis zum Jahr 2025 Fahrradstadt sein. Am Donnerstag wurden im Rathaus die Pläne vorgestellt, wie in der Großen Kreisstadt das Fahrradfahren noch attraktiver werden soll.
Foto: Peter Wieser

Plus Die Große Kreisstadt möchte in fünf Jahren „Fahrradstadt 2025“ sein. Was sie dabei plant, wie sie das umsetzen möchte und wie sie die Bürger einbinden will.

Fahrradstadt 2025 will Günzburg werden. Das hatte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig bereits in der Bürgerversammlung im November angekündigt. Jetzt gibt es konkrete Pläne, am Donnerstag wurden sie im Günzburger Rathaus vorgestellt. Die Bezeichnung „Fahrradstadt“ ist jedoch kein Prädikat und auch kein offizieller Titel. Was also verbirgt sich dahinter?

Eine der Herausforderungen wird für die Städte künftig die Frage sein, in welche Richtung sich die Mobilität entwickelt. Dass dabei der Individualverkehr mit dem Auto, vor allem im Hinblick auf den Klimawandel, Änderungen erfahren wird, steht fest. „Das Mobilitätskonzept von morgen wird in einer Stadt wie Günzburg sehr vielschichtig aussehen“, sagte Jauernig. Mit 32 Ladepunkten für Elektrofahrzeuge an 16 Stationen und dem von der Stadt geförderten Elektrobus geht diese jetzt schon neue Wege. Künftig möchte die Große Kreisstadt, um im Bild zu bleiben, noch ein Stück kräftiger in die Pedale treten und dabei dem Fahrrad noch mehr an Bedeutung zukommen lassen. Bereits 2006 wurde sie unter 43 bayerischen Kommunen im Wettbewerb „fahrradfreundliche Kommune“ mit dem vierten Platz ausgezeichnet.

Die Wege sind in Günzburg kurz - ideal fürs Fahrrad

Wie sieht das Konzept aus und wie wird man zur Fahrradstadt? Vorab: Das Fahrrad ist umweltfreundlich, platzsparend und nur wenig kostenintensiv. Zudem ist es in einer Stadt der kurzen Wege nicht nur ideales, sondern auf Strecken von bis zu fünf Kilometern auch in vielen Fällen das schnellste Verkehrsmittel überhaupt. Und die Wege sind in Günzburg tatsächlich kurz.

Mit dem „Institut für innovative Städte“, vor allem aber zusammen mit den Bürgen, dem Stadtrat und der Stadtverwaltung möchte die Stadt Günzburg ein individuell auf sich zugeschnittenes Radverkehrskonzept erstellen. Dieses umfasst eine Vielzahl an Maßnahmen, um Radfahren zum einen sicherer und zum anderen attraktiver zu machen, um bequem, schnell und ohne eventuelle Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern von den Wohngebieten zu den Zielen in der Innenstadt oder zu anderen Orten zu gelangen.

Die Bürger sollen eingebunden werden

Mit dem Definieren von Fahrradrouten, Radwegen oder markierten Radwegestreifen, möglicherweise sogar mit Fahrradstraßen, soll ein durchgehendes und zusammenhängendes Radwegenetz entwickelt werden. Ein gemeinsam erarbeiteter Katalog soll im Stadtrat als Entscheidungsgrundlage für die nötigen Beschlüsse und die Freigabe von erforderlichen Finanzmitteln dienen. Ebenfalls angedacht sind attraktive und sinnvolle Fahrradabstellmöglichkeiten – auch mit Ladestellen für E-Bikes. Wie diese aussehen könnten, wird das Konzept entscheiden. Gleichzeitig könnte es eine Art Bonusprogramm geben, etwa mit speziellen Rabatten für Kunden, die mit dem Fahrrad zum Einkaufen kommen. Jauernig erinnert an das Förderprogramm für Lastenfahrräder: Die Resonanz sei so groß gewesen, dass man sich überlege, im Haushalt 2020 die Mittel dafür zu verdoppeln.

Am Mittwoch, 12. Februar, findet um 18 Uhr im Forum am Hofgarten eine Auftaktveranstaltung statt, zu der alle Bürger eingeladen sind. Wünsche und Anregungen sollen auch mittels einer Online-Beteiligung in eine digitale Stadtkarte eingetragen werden können. Auch auf Märkten oder Festen möchte die Stadt mit dem Fachbüro Präsenz zeigen, um Ideen zu sammeln. Nach einer Analyse durch das Fachbüro soll mit Fachpartnern wie dem Allgemeinden Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), der Sicherheitswacht oder der Polizei ein Konzept erarbeitet werden. Ab dem Jahr 2021 soll dieses Schritt für Schritt bis 2025 umgesetzt werden. Vorstellbar ist auch ein Fahrradbeauftragter, der in einem zeitlich vorgegebenen Rahmen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen könnte.

Keine Konkurrenz zu Auto oder Bus

Man sei mit dem Freistaat und mit Förderstellen in Kontakt, es gebe Programme, die solche Ideen in den Kommunen finanziell begleiteten, so Jauernig. Er bezieht sich dabei auch auf ein Gespräch mit Verkehrsminister Hans Reichhart, der, wie er sage, den Prozess aktiv begleiten wolle. Dies könne nicht nur in den großen Metropolen, sondern durchaus auch in einer Stadt mit 22.000 Einwohnern interessant und spannend sein, so Jauernig.

Man wolle keine Konkurrenz zu Auto oder Bus schaffen. Bis 2025 solle jeder in Günzburg bequem, sicher, einfach und gerne radeln können. Ziel seien kurze Wege, bei denen das Rad eine entscheidende Rolle und die Stadt eine Vorreiterrolle spiele. „Wir wollen eine Art Zertifizierung erreichen, Günzburg ist eigentlich prädestiniert dazu.“

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