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Austausch

24.11.2018

Gymnasiastinnen erleben Abenteuer in Afrika

Strahlende Gesichter bei Gastgebern und Gästen: Schülerinnen und Lehrkräfte des Günzburger Maria-Ward-Gymnasiums haben die Loreto School Queenswood in Südafrika besucht. Der Kontakt kam zustande, weil der Chor der südafrikanischen Schule im vergangenen Jahr in Günzburg gastierte.
Bild: Maria Fock

„Kommt uns doch mal besuchen“, sagte der Direktor der südafrikanischen Partnerschule den Maria-Ward-Schülerinnen bei einem Besuch in Günzburg. Jetzt war es so weit

Es war ein wunderbares Konzert des Senior Chores der Loreto School Queenswood, das im Oktober 2017 in der Frauenkirche in Günzburg erklang. Dabei sagte der Direktor der südafrikanischen Schule, Marcello Pallozzi, den Günzburger Maria-Ward-Schülerinnen folgenschweren Satz: „Ihr könnt uns ja dann auch mal besuchen kommen.“ Dieser Satz und die Freundschaften, die zwischen den Schülerinnen der Loreto School Queenswood und des Maria-Ward-Gymnasiums Günzburg letztes Jahr entstanden waren, motivierten die Günzburgerinnen, zu einem Rücktausch nach Südafrika aufzubrechen. Aline Wagner aus der Q11, Tabea Seifried und Pia Löhle (beide aus der 10 a) haben ihre Eindrücke dieser Reise für die GZ zusammengefasst.

Die Verbindung zwischen der Loreto School Queenswood in Pretoria und dem Maria-Ward-Gymnasium in Günzburg kam durch das weltweite Netz der Loreto/Maria Ward Schulen zustande, deren Gründerin Maria Ward war. In diesen katholischen Privatschulen setzt man sich für soziale Gerechtigkeit und eine gleichwertige Bildung von Mädchen und Jungen ein, wobei die Fähigkeiten und die Persönlichkeit des einzelnen Kindes im Mittelpunkt stehen.

Nach einem halben Jahr Vorbereitung, unzähligen Treffen und viel Angstschweiß der Eltern machten sich 26 Schülerinnen aus den Klassen sechs bis zwölf des Maria-Ward-Gymnasiums Günzburg mit drei Lehrkräften und der Mutter einer Schülerin auf den Weg zum Flughafen in München, um 28 Stunden später an der Loreto School Queenswood in Pretoria müde, aber dennoch aufgeregt und voller Vorfreude, anzukommen.

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Das Wiedersehen mit den südafrikanischen Mädchen und deren Familien war sehr herzlich, alle fühlten sich sofort wohl. Einigermaßen ausgeruht kamen alle früh am nächsten Tag an der Schule zusammen, um zu einem interessanten Ausflug nach Johannesburg, etwa 60 Kilometer von Pretoria entfernt, aufzubrechen. Es ging nach Gold Reef City, einen Freizeitpark und eine ehemalige Goldmine.

Am nächsten Tag führte der Ausflug nach Lesedi Village, ein kulturelles Dorf, in welchem die Besucher die Traditionen und die Lebensweise der verschiedenen Stämme Südafrikas erlebten. Abgerundet wurde die Führung durch eine beeindruckende Vorführung verschiedener afrikanischer Tänze und einem afrikanischen Büffet. „Vor allem das Krokodilfleisch schmeckte uns sehr gut“, berichten die Schülerinnen.

Mit einer feierlichen Messe zu Allerseelen begann der Freitag. Hierbei führten die Günzburger Gäste vor der südafrikanischen Schulgemeinschaft die geistlichen Lieder auf, die sie vor der Reise einstudiert hatten. Eines der Lieder sangen sie zusammen mit dem Senior Chor. Dieser gemeinsame Gesang war wie ein Symbol für unsere Gemeinschaft und die durch den Austausch entstandenen Freundschaften.

Anschließend brachen die Günzburger zu einem Ausflug nach Maropeng auf, zur Wiege der Menschheit. In der Region in der Nähe von Johannesburg wurden die Skelette des Urmenschen gefunden, darum gehört die Cradle of Humankind zum Weltkulturerbe. Einen Tag verbrachten die Mädchen außerdem mit ihren Gastfamilien – manche fuhren zum Einkaufen in eine große Mall, andere besichtigten eine Leoparden-Aufzuchtstation oder besuchten die Verwandtschaft der Familien.

Das Highlight der Reise war der Besuch des Nationalparks Pilanesberg: In dem mehr als 572 Quadratkilometer großen, landschaftlich sehr reizvollen Areal entdeckten die Besucher bei einer Safari-Tour am Abend des ersten Tages Elefanten, Antilopen, Nashörner, Zebras, Giraffen, Warzenschweine, Gnus, Nilpferde und aus etwas weiterer Entfernung sogar Löwen.

Südafrika hat jedoch nicht nur schöne Seiten, sondern auch so einige Schattenseiten, wie die Günzburger Schülerinnen ebenfalls erfuhren. „An vielen sogenannten „Townships“ sind wir zwar nur vorbeigefahren, doch allein dieser Anblick hat uns allen Gänsehaut beschert“, schildern die Mädchen. „In winzigen Hütten, die nur aus Blech notdürftig zusammengebaut sind, wohnt ein großer Teil der afrikanischen Bevölkerung. Viele dieser erbärmlichen Behausungen entstanden in der Zeit der Apartheid, also der Rassentrennung, wie wir bei unserem Besuch des Apartheid Museums in Johannesburg gelernt haben.“

Am letzten Tag fiel allen der Abschied von unseren südafrikanischen Freundinnen und der Schulfamilie schwer. Als die Gäste in die drei schuleigenen Busse gestiegen waren, fuhren sie langsam durch ein Spalier winkender Mädchen und Jungen, die Luftballons in den Händen hielten und im Chor „We love you“ riefen. „Überwältigt von der Warmherzigkeit, der Gastfreundschaft und der Dankbarkeit dieser Kinder, die für immer einen Platz in unseren Herzen haben werden, machten wir uns auf den Rückweg nach Deutschland, wo wir nach dem langen Flug an einem kalten, nebligen Novembertag wieder in München landeten.“ Der Austausch mit der südafrikanischen Schwesterschule sei ein fantastisches und wundervolles Erlebnis für die Schülerinnen gewesen. „Wir sind froh und dankbar dafür, dass wir in Pretoria unsere bereits letztes Jahr entstandenen Freundschaften vertiefen konnten.“

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