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Kreis Günzburg

08.08.2017

Hagel macht den Bauern zu schaffen

Regelrecht in Fetzen gehauen haben Hagelkörner Maispflanzen auf einem Acker nahe Stoffenried – ein hoher Ernteausfall ist die Folge.
Bild: Bernhard Weizenegger

Hitze und Unwetter werden für Landwirte zu einem Problem. Innerhalb der wenigen trockenen Tage wird die Zeit zum Einfahren ihrer Erträge knapp.

Eine erste Erntebilanz fällt im Landkreis bisher eher gemischt aus. Die Frosteinbrüche zum Jahresbeginn und die zuletzt häufiger auftretenden Unwetter verschlechtern das Ergebnis deutlich.

„Die Hitzeperiode kann in Verbindung mit der Nässe zum Problem werden“, bemerkt Stephan Bissinger, Kreisobmann des Bauernverbandes. Es sei nicht auszuschließen, dass sich Schimmelpilze an den Getreidehalmen bilden. Da die Weizenernte derzeit eher schleppend verläuft, hoffen viele Landwirte auf ein beständigeres Wetter. In jedem Fall leide bei längeren Standzeiten die Qualität des Getreides. Der Weizen sei aktuell schon überreif und müsste geerntet werden, da er ansonsten keimt. Ist das der Fall, wird es für die Bauern immer schwieriger, einen Abnehmer zu finden. Für die Gewinnung von Mehl müssten hohe Standards eingehalten werden, sodass der betroffene Weizen häufig nicht mehr von den Mühlen gekauft wird und dann als Futtergetreide verwendet werden müsste. Damit wäre ein großer wirtschaftlicher Schaden für die betroffenen Landwirte verbunden.

Die Wintergerste konnte hingegen bereits eingebracht werden. Die geerntete Menge blieb allerdings auch hier wegen der ungünstigen Witterungsbedingungen im Vergleich zu den Vorjahren etwas hinter den Erwartungen zurück. Dennoch konnte die Ernte laut Bissinger mehrheitlich noch vor Einsetzen der Unwetter-Serie eingeholt werden, wodurch diese von den Auswirkungen verschont geblieben sei.

Beim Mais zeichnet sich derzeit eine gute Entwicklung ab. Er sei für die aktuelle warm-feuchte Wetterlage bestens geeignet. „In diesem Jahr wird es nach bisherigen Prognosen wieder eine gute Maisernte für die Landwirte geben“, sagt Stephan Bissinger. Jedoch sollten im Idealfall weitere Unwetter ausbleiben, um den Erntestand nicht weiter zu verringern.

Es gibt große lokale Unterschiede

Weil Hagelschauer im Landkreis nur punktuell niedergingen, gebe es große lokale Unterschiede. Zuletzt sei neben Stoffenried und Wattenweiler auch Ichenhausen intensiver betroffen gewesen. Auf manchen Flächen werden Ernteausfälle um bis zu 20 Prozent erwartet. „Für die betroffenen Landwirte ist es zwar ärgerlich, aber immer noch im verkraftbaren Ausmaß“, schildert Bissinger die aktuelle Situation.

Auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Krumbach erwartet keine größeren Probleme für die Bauern. Zwar hätten sich die Unwetter zuletzt gehäuft, jedoch gebe es derzeit noch keine Erkenntnisse über außergewöhnliche oder existenzbedrohende Schäden im Landkreis. Im Übrigen gebe es für Landwirte die Möglichkeit eine Hagelversicherung abzuschießen. Gerade wegen der Zunahme kritischer Wetterlagen sollten die Landwirte im Landkreis überprüfen, ob sich der Abschluss einer Versicherung für sie lohne.

Dagegen wirke sich der Schaden durch Insekten trotz idealer Vermehrungsmöglichkeiten im feucht-schwülen Klima nicht auf die Ernteerträge aus. Dies sei wiederum ein Vorteil für die Landwirte im Landkreis Günzburg, denn der Insektendruck habe in manchen Regionen Bayerns in den letzten Monaten weiter zugenommen.

Im Großen und Ganzen erwartet Stephan Bissinger aber ein normales Ernteergebnis. Er hoffe für die nächsten Wochen auf ein regenfreies Wetter, um die Ernte jetzt noch vor der Überreife einholen zu können.

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