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Handball
03.09.2021

Gábor Czakó: „Wollen beim VfL Günzburg eine Familie bleiben“

So geht’s: Trainer Gábor Czakó erklärt den Neuzugängen André Alves, Sergi Alá Sánchez, Sascha Langhans, Alexander Jahn und Manuel Riemschneider an der Taktiktafel, wie er sich Drittliga-Handball beim VfL Günzburg vorstellt. Am 4. September 2021 beginnt die Saison für die Weinroten mit der Partie beim VfL Pfullingen.
Foto: Ernst Mayer

Der Handball-Drittligist VfL Günzburg startet in die Saison 2021/22. Was Trainer Gábor Czakó über den Liga-Modus, die fünf Neuzugänge und Entwicklungspotenziale sagt.

Ein Sportjahr zum Vergessen liegt hinter Ihnen und Ihrer Mannschaft. Wie sind Sie durch die Corona-Pandemie gekommen, Herr Czakó?

Gábor Czakó: Ich bin einer, der immer nach vorne schaut. Dieses eine Jahr, das hinter uns liegt, ist also nicht mehr prägend für mich. Wenn ich zurückdenke, ist das schon weit weg – obwohl es ein schweres Jahr war. Aber je schneller man an den Punkt kommt, das zu akzeptieren, als ob es die Normalität wäre, desto bessere Karten hat man.

Extrem starke Spielgruppe

Nun beginnt die Saison eins nach Corona und ausnahmslos alle Beteiligten hoffen inständig, dass sie 2021/22 mit dem angesetzten Terminplan durchkommen. Wie in vielen anderen Sportarten wurden im Handball die Staffelgrößen teilweise drastisch reduziert sowie anschließende Playoff- und Playdown-Runden geplant. Wie gefällt Ihnen die Staffel G der 3. Liga?

Gábor Czakó: Wir freuen uns natürlich, dass es überhaupt losgeht. So wie wir uns vor einigen Monaten gefreut haben, als wir endlich wieder trainieren durften. Diese Vorfreude und die Hoffnung, dass die Normalität zurückkehrt, überwiegen also im Moment. Ob der Spielmodus gut oder weniger gut bewältigt werden kann, können wir eher am Ende der Saison beantworten. Aber die Karten werden auf jeden Fall total neu gemischt. Die Staffel G mit ihren zwölf Mannschaften scheint extrem stark zu sein.

Ihr Abteilungsleiter Torsten Zofka hat dieser Tage gesagt, wenn in den ersten drei Spielen ein Punkt raus springen sollte, wäre das schon toll. Was ist Ihre Rechnung für den Auftakt – und besonders für das erste Spiel, das Ihr Team am 4. September 2021 zum VfL Pfullingen führt?

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Gábor Czakó: Ich spreche ungern über solche Dinge. Ich sage lieber: Wir haben je Gegner zwei Chancen zu punkten und wir wollen diese Chance mindestens einmal nutzen. Und die erste Möglichkeit besteht für uns in Pfullingen.

Der Gegner des VfL Günzburg ist immer Favorit

Ein Gegner, der vor heimischer Kulisse aber sicher favorisiert ist gegen den VfL Günzburg.

Gábor Czakó: Dass der Gegner favorisiert ist, können wir wahrscheinlich vor jedem Spiel sagen. Es kann sein, dass ich im Nachhinein, nach Hin- und Rückspiel gegen eine Mannschaft, sagen muss, okay, die spielen in einer anderen Liga. Aber das sollten höchstens zwei andere Mannschaften in der Liga sein. Wobei ich nicht sagen kann, welche zwei das sein könnten.

Wo sehen Sie besondere Stärken beim Auftakt-Gegner?

Gábor Czakó: Die absolute Stärke der Pfullinger ist, dass sie eine gestandene Drittligamannschaft mit vielen guten Spielern haben. Zudem haben sie eine schöne Handball-Vergangenheit – wenn auch nicht eine so schöne wie Günzburg.

Das gesamte Unternehmen Handball im VfL Günzburg ist in den vergangenen Jahren immer professioneller geworden. Sie als Trainer sind längst nicht mehr allein.

Gábor Czakó: Ich habe vor gut einem Jahr angesprochen, dass es aus meiner Sicht für die Mannschaft gut wäre, wenn wir im Bereich Trainerteam breiter aufgestellt wären. Die Komplexität des Spiels verlangt hier einfach mehrere Personen – zumal auf diesem Level, auf dem ja jeder Trainer einen Hauptberuf hat.

Und wie läuft die Zusammenarbeit mit Ihrem Assistenten Sandro Jooß und Torwartcoach Andreas Theimer?

Gábor Czakó: Wir ergänzen uns alle drei in der Hinsicht, dass jeder seine Stärken einbringt. Wir konnten den kompletten Bereich Spielvorbereitung und Gegnerbeobachtung auf ein ganz anderes Niveau erhöhen.

Die Neuzugänge werden ihre Zeit brauchen

Der VfL Günzburg hat für seine Verhältnisse viele, insgesamt fünf, Neuzugänge verpflichtet. Was dürfen sich die Fans von Sergi Alá Sanchez, Manuel Riemschneider und dem gerade erst hinzu gekommenen Portugiesen André Alves versprechen?

Gábor Czakó: Wir haben schon in den wenigen Spielen der dann abgebrochenen Drittliga-Saison gesehen, dass wir konkurrenzfähig sind, dass aber ein paar Prozent fehlen, um das Punktekonto schöner aussehen zu lassen. Jetzt sind im täglichen Training Spieler dazu gekommen, die mit Handball ganz anders aufgewachsen sind. Sie bringen die Spieler, die bereits hier waren, voran. Wie das dann im Punktspiel aussieht, davon müssen wir uns erst ein Bild machen – und die Fans auch. Denn eines ist sicher: Auch wenn die Neuen teilweise schon auf höherem Niveau gespielt haben, werden sie ihre Eingewöhnungszeit brauchen. Wir versuchen, sie so aufzunehmen, dass diese Zeit möglichst kurz ist. Aber das sind alles junge Menschen in einer neuen Umgebung und ich möchte sie jetzt schon vor zu hohen Erwartungen im Umfeld schützen.

Haben Sie keine Sorge, dass das Gerüst oder, wenn Sie so wollen, die Hierarchien in der Mannschaft leiden könnten?

Gábor Czakó: Nein, überhaupt nicht. Obwohl wir nun ein paar externe Neuzugänge haben, wollen wir beim VfL Günzburg eine Familie bleiben.

Ein wenig im Schatten des Hypes um diese drei Verstärkungen stehen die Rückkehr von Alexander Jahn zu seinem Heimatverein und der neue Torwart Sascha Langhans. Besitzen die beiden Spieler aus der Region das Potenzial für die Dritte Liga?

Gábor Czakó: Wir wollten einen festen dritten Torwart, der immer da ist und auch Potenzial für die Zukunft mitbringt. Es geht bei Sascha Langhans nicht darum, dass wir im ersten Saisonspiel gegen Pfullingen so oder so aussehen wollen. Wir möchten ihm die Möglichkeit geben, vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt hier Stammtorhüter zu sein. Dafür setzt er alles ein und dann ist das eine Win-Win-Situation für uns. Alexander Jahn kehrt zurück, hat hier beim VfL seine Vergangenheit. Er gibt auch richtig Gas. Die Tür zur ersten Mannschaft ist immer offen. Das kann sehr schnell gehen.

Platzierung für den Coach kein vordergründiges Ziel

Ist in dieser neuen 3. Liga mehr drin als eine Platzierung für die Abstiegsrunde? Um alle Sorgen los zu sein, müsste der VfL Günzburg immerhin Sechster werden.

Gábor Czakó: Die Platzierung ist kein vordergründiges Ziel bei mir. Wir wollen, wie bereits gesagt, unsere Chancen nutzen. Am liebsten starten wir gleich so, dass wir uns gar nicht als mögliche Absteiger betrachten. Wie viele Punkte das dann bringt und wofür diese Punkte reichen, kann vor Saisonbeginn keiner sagen. Für mich ist ein Ziel, das greifbar ist, besser als jetzt zu sagen, im März möchte ich Sechster sein.

Ziel jedes Trainers in einer Mannschaftssportart ist, alle Positionen mindestens mit zwei möglichst gleichwertig guten Spielern zu besetzen. Ist das beim VfL Günzburg erreicht?

Gábor Czakó: Im Training muss ich ja schon mal zwei auf jeder Position haben, um Spielsituationen zu simulieren – und da haben wir noch nicht über Verletzungen und Ausfälle gesprochen. Ich erinnere an Matevz Kunst, der noch an den Folgen seines Kreuzbandrisses leidet. Wir hoffen, dass er im Januar wieder einsatzfähig ist. Und an Julian Ruckdäschel, der sich kurz vor Saisonstart ebenfalls einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Aber wir können 16 Spieler auf dem Spielberichtsbogen eintragen. Und wir sind sehr glücklich, das wir eine deutlich bessere Kadergröße haben als in der Vergangenheit.

Fokussiert auf den Torerfolg: Linksaußen Balász Tóth im Vorbereitungsspiel des Handball-Drittligisten VfL Günzburg gegen den TSV Blaustein.
Foto: Ernst Mayer

Haben Sie Ihre erste Sieben für das Auftaktspiel bereits im Kopf?

Gábor Czakó: Sagen wir so: Ich habe eine klare Vorstellung mit mehreren Optionen.

Gábor Czakó: "Freue mich vor allem für die Jungs"

Worauf freuen Sie sich so kurz vor dem Anpfiff am meisten?

Gábor Czakó: Ich freue mich vor allem für die Jungs, dass es endlich losgeht. Sie haben in den vergangenen vier Monaten so fleißig trainiert, obwohl die Situation ja phasenweise ausweglos schien. Selbstverständlich freue ich mich auch für die Zuschauer. Die waren hier in Günzburg immer ein entscheidender Faktor. Das wird auf jeden Fall ein Kribbeln geben, wenn wir beim ersten Heimspiel gegen Fürstenfeldbruck in einer möglichst gut gefüllten Halle spielen können.

Das Gespräch führte Jan Kubica

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