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Handball
11.10.2021

Günzburgerinnen spielen zu lange zu unentschlossen

Willen und Zielstrebigkeit strahlt Alena Harder bei diesem Abschluss aus. Sechs Tore erzielte die Günzburgerin im Bayernliga-Heimspiel gegen Ismaning. Die Partie ging verloren, weil der VfL insgesamt zu zaghaft blieb und spielerisch nur phasenweise auf sehr hohem Niveau agieren konnte.
Foto: Ernst Mayer

Warum die Günzburger Handballerinnen ihr Bayernliga-Heimspiel gegen Ismaning verlieren und welche Erkenntnisse sie für die nächsten Aufgaben mitnehmen müssen.

Nach einem temporeichen Bayernliga-Spiel haben die Handballerinnen des VfL Günzburg den Kürzeren gezogen. In der heimischen Rebayhalle unterlagen sie dem TSV Ismaning 25:30 (11:15). Dabei durchlebten die knapp 100 Fans ein Wechselbad der Gefühle.

Die ersten beiden Treffer der Begegnung erzielte Tanja Stoll. Beim 3:3 hatten die Oberbayerinnen den Ausgleich erspielt: Weil die Gäste hinten wie vorne einfach mehr Zweikämpfe gewannen, gerieten die Kees-Schützlinge schnell ins Hintertreffen. Beide Teams hetzten in Höchstgeschwindigkeit durch die Halle, nur war der TSV-Rückraum viel entschlossener. Elena Kohde glänzte in dieser Phase mit kraftvollen Durchbrüchen und Lotta Rohmert knallte immer wieder mutig aus dem Schlagwurf.

Weinrote Zaghaftigkeit

Das war bei den Einheimischen anders, oft spielten sie aus aussichtsreicher Position weiter oder verweigerten wegen einer vorausgegangen „Fahrkarte“ den Abschluss. Solche Chancen kommen nicht wieder. Das 4:8 und später das 5:10 auf der Anzeigentafel dokumentierten vor allem manch unnötige weinrote Zaghaftigkeit.

Die Trainer entschlossen sich zur „siebten Feldspielerin“. Die Gästeabwehr zog sich zurück und verdichtete in der Mitte. Dadurch konnte der VfL-Rückraum um Alena Harder ungestörter spielen und auf den Außenpositionen gab es mehr Platz. Endlich kam Nina Porkert mit ihrem feinen Handgelenk besser zum Zug, insgesamt sieben Treffer sollte sie fortan markieren. Der VfL kam bis auf ein Tor Differenz (11:12/24.) heran.

Die anderen waren hungriger

Freilich kooperierten die Ismaningerinnen auch gut mit ihrer Kreisläuferin. Kurz vor der Halbzeit schlug es dreimal hintereinander jäh im VfL-Gehäuse ein und so musste mit 11:15 gewechselt werden. Bitter nach der Aufholjagd, aber auch nicht ungerecht. Die anderen wirkten (noch) hungriger.

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Der Pausentee tat den Günzburgerinnen diesmal gar nicht gut. Die TSV-Spielerinnen hingegen schienen durch ihre Kabinenerfrischung gepusht. Es war ein Überfall. Ruck-zuck stand es 13:20 (37.).

Günzburger Kampfeslust ist geweckt

Spätestens das 14:21 erweckte dann Günzburger Kampfeslust. Urplötzlich war alles anders. Gierig wurde gekämpft. Kreisläuferin Hannah Sperandio riss mit ihrem Einsatz das Team mit. Der Ball war zu den Schwäbinnen zurückgekehrt und der Rückstand bald aufgeholt. Das temperamentvolle Hin und Her stand beim 21:22 auf Schlagdistanz. Torhüterin Eileen Beck hatte großen Anteil an der mitreißenden Aufholjagd. Doch der Ausgleich sollte nicht gelingen. Das Drehbuch sah kein Happy-End vor, zumindest nicht für die Schwäbinnen. Der TSV berappelte sich wie schon in der ersten Hälfte. Der VfL dagegen hatte viel Kraft verbraucht und kam just in der Phase, da das Spiel auf des Messers Schneide stand, nicht mehr zum Torerfolg. Aus dem 22:23 wurde ein 22:26 (53.). Danach wurde das Spiel kraftlos.

Die Fans brauchten ihr Kommen dennoch nicht zu bereuen. Die Spielerinnen der Trainer-Brüder Peter und Jürgen Kees gaben alles, verpassten aber mehrere Spielphasen, in denen sie nicht an ihr wahres Leistungsvermögen herankamen. Daran lässt sich arbeiten. Viel Zeit bleibt nicht. Heimspiele müssen gewonnen werden, besonders in Zeiten drohender Play-Downs. (AZ)

So haben sie gespielt

VfL Günzburg Schlund, Beck; Harder (6), D. Stoll, Menke, Leis (1), T. Stoll (4), Schütte (1), Sperandio (3), Wimmer, Pfetsch, Jahn (3/2), Porkert (7), Jooß

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