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Konzenberg

05.05.2020

Hanglage ist eine Herausforderung für Konzenberger Baugebiet

Eine etwas andere Sitzordnung im Bürgersaal in Haldenwang für die letzte Gemeinderatssitzung von Bürgermeister Georg Holzinger.
Bild: Peter Wieser

Insgesamt 28 Bauplätze sollen südlich der Ritter-Kunz-Straße in Konzenberg entstehen. Was in Holzingers letzter Gemeinderatssitzung diskutiert wurde.

Ein letztes Mal nach 24 Jahren stand Bürgermeister Georg Holzinger vergangene Woche im Haldenwanger Rathaus vor seinem Gemeinderat – nicht im Sitzungssaal, sondern wegen der Corona-Abstände einen Stock höher: im Bürgersaal, wo tags zuvor schon der Gemeinderat Röfingen getagt hatte.

Um das Thema Bauen ging es in den ersten beiden Punkten. Klaus Habersetzer vom Günzburger Ingenieurbüro Degen und Partner stellte in einer Präsentation die Entwurfsplanung für das Baugebiet „Am Friedhof“ im Ortsteil Konzenberg vor. Dort sollen am Ortsende, südlich der Ritter-Kunz-Straße, 28 Bauplätze in einer Größe zwischen 558 und 1090 Quadratmetern entstehen. Habersetzer sprach von einer Herausforderung: Mit der Hanglage nach Süden weist das Gelände eine Höhendifferenz von 21 Metern auf. Erschlossen werden die Baugrundstücke über eine Ringstraße sowie einer mittigen Verbindung in einer Gesamtlänge von circa 425 Metern. Ein etwa 65 Meter langer, asphaltierter Fußweg im südlichen Bereich verbindet das Baugebiet mit der Schmidstraße.

Im nördlichen Bereich, gegenüber des Friedhofs, sollen Parkplätze entstehen. Mit berücksichtigt ist auch der dort endende Radweg. Dieser soll, ähnlich wie im Neubaugebiet in Hafenhofen, an die Fahrbahn herangeführt werden, damit sich Radfahrer auf gleicher Ebene wie Autos befinden und entsprechend wahrgenommen werden.

Regenwasserkanal für 1,14 Millionen Euro

Die Planung der Wasserversorgung ist mit der Glöttgruppe abgestimmt. Die Entwässerung ist im Trennsystem mit Anordnung von Zisternen im geteilten Volumen vorgesehen. Am südlichen Rand des Baugebiets soll ein Regenwasserkanal, auch zum Erhalt der Kapazität bestehender Kanäle, entstehen. Habersetzer sprach von einer Kostenschätzung in Höhe von rund 1,14 Millionen Euro. Wie sich diese tatsächlich entwickelten, könne man derzeit nicht sagen. Das sei in der momentanen Situation ein Lotteriespiel. Der Haldenwanger Gemeinderat beschloss einstimmig, das Ingenieurbüro mit der Ausführungsplanung auf der vorgelegten Basis zu beauftragen und in Abstimmung mit der Verwaltung die Ausschreibungen für die Maßnahme vorzubereiten.

Neuaufstellung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan, so lautete der erste Tagesordnungspunkt. Der bisherige stammt aus dem Jahr 1987 und liegt nur analog vor. Holzinger informierte über Termine mit den Fachbehörden am Landratsamt, auch hinsichtlich einer im Regionalplan Donau-Iller vorgesehenen Grünzone habe es ein Gespräch gegeben. Anhand einer Präsentation gaben Daniela Saloustros und Tanja Schwiebert vom Ingenieurbüro Kling Consult einen Einblick über den Ablauf des Verfahrens. Hinsichtlich der geänderten Entwicklungen und Rahmenbedingungen sei ein Flächennutzungsplan für die künftige Gemeindeentwicklung unter Berücksichtigung aktueller städtebaulicher und landschaftsplanerischer Anforderungen in der Regel nach 15 Jahren fortzuschreiben. Wenn man sehe, aus welchem Jahr der aktuelle stamme, sei es an der Zeit, diesen zu aktualisieren, so Saloustros. Bei der Erhebung der Planungsgrundlagen werde ganz konkret im Vorfeld eine Umfrage bei Behörden und Trägern öffentlicher Belange durchgeführt. Dies sei bereits erfolgt und für die digitale Aufbereitung des Flächennutzungsplans eingearbeitet worden.

Bürgerinformationsveranstaltung für Landschaftsplan

Hinsichtlich des Landschaftsplans habe es im Gemeindegebiet bereits eine Bestandsaufnahme gegeben, informierte Tanja Schwiebert. Ziel sei der ganzheitliche Ansatz zum Schutz, zur Pflege, zur Entwicklung und zur Wiederherstellung von Natur und Landschaft, aber auch örtliche Besonderheiten zu schützen, zu entwickeln und gegebenenfalls zu vernetzen. Welche Inhalte des Landschaftsplans in den Flächennutzungsplan integriert werden, werde in einer weiteren Gemeinderatssitzung beschlossen. Dazu soll eine Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden, in der Anregungen aus der Bevölkerung mit aufgenommen werden können. Dies wurde auf Vorschlag von Georg Holzinger einstimmig festgelegt. In einem war sich der Gemeinderat ebenfalls einig: Zu den Entwicklungspotenzialen der Ortsteile im Hinblick auf Wohnbauflächen, vor allem innerorts, soll für den Weiler Mehrenstetten eine Darstellung von Bauflächen mit aufgenommen werden. Man wolle dort eine bauliche Entwicklung nicht verhindern. Der Ort würde sich ansonsten auflösen und zerfallen.

Bürgermeister und Gemeinderäte verabschiedet

Fünf Gemeinderäte haben auf eigenen Wunsch zur Wahl in den Gemeinderat für die kommenden sechs Jahre nicht mehr kandidiert. Dies sind Tobias Helferich (seit 2014 im Gemeinderat), Karl Semmler, Ortssprecher von Eichenhofen (seit 2008), Ulrich Schneider (seit 2002), Zweiter Bürgermeister Rudi Wolf (seit 2002) und Alois Haid (seit 1996). Es sei stets ein Miteinander gewesen, um die besten Lösungen zu finden, und entsprechend seien auch immer die Entscheidungen gewesen, betonte Bürgermeister Georg Holzinger, der nach 24 Jahren Amtszeit als Bürgermeister der Gemeinde Haldenwang nicht mehr kandidiert hatte. Er dankte seinem Gemeinderat, der Verwaltung und VG-Geschäftsstellenleiter Frank Rupprecht. Gleichzeitig wünschte er seiner Nachfolgerin Doris Egger und dem neuen Gemeinderat ein gutes Gelingen und eine glückliche Hand. „Habe fertig. Ich habe jetzt Urlaub auf dem Bauernhof“, erklärte Holzinger scherzend, nachdem er einen kurzen Rückblick auf mehr als zwei Jahrzehnte zum Geschehen in der Gemeinde gegeben hatte. Rudi Wolf und Frank Rupprecht schlossen sich dem an und gaben den Dank an Holzinger zurück: Georg Holzinger sei ein „Ausnahmebürgermeister“ und ein ganz besonderer Mensch.

Die Diskussion ist geschlossen.

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