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15.07.2010

Hauptschlagader im Untergrund

Küchenleiter Augustinus Wanner (links) und DLZ-Leiter Wilhelm Wilhelm.
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Küchenleiter Augustinus Wanner (links) und DLZ-Leiter Wilhelm Wilhelm.

Günzburg Sie ist die Hauptschlagader zwischen dem Bezirkskrankenhaus (BKH) und der Kreisklinik Günzburg: die Automatische Warentransportanlage (AWT). Knapp 25 Jahre war das alte System in Betrieb. "Am Ende hatten wir jeden Tag die Befürchtung, dass es zusammenkracht. Ersatzteile gab es hierfür nicht mehr", schildert der Leiter des Dienstleistungs- und Logistikzentrums Günzburg, Wilhelm Wilhelm. Nun ist die AWT modernisiert - dank eines Zuschusses des Freistaates in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Gestern wurde sie offiziell in Betrieb genommen.

Mehr als zwei Kilometer lang

Mehr als zwei Kilometer ist die Anlage lang. Sechs Meter unter der Erdoberfläche fahren den ganzen Tag in den AWT-Kanälen Container hin und hier - elf Stunden lang, 365 Tage im Jahr. Mit einem ausgeklügelten technischen System wissen die Container - insgesamt sind 800 im Umlauf, wohin sie ihre "Ladung" bringen müssen. Mal sind es warme Mahlzeiten, die zu den Patienten transportiert werden müssen, mal Arzneimittel, Medizinbedarf, Wäsche und vieles mehr. Einmal geht es zu einer Station des Bezirkskrankenhauses, das andere Mal hinüber zur Kreisklinik. "Der weiteste Weg ist etwa 950 Meter lang", berichtet Wilhelm.

"Man vergisst oft die Entsorgung", ergänzt der Leiter. Transportiert werden auf diesem Weg auch Müll und Schmutzwäsche. Damit die Container stets sauber sind, müssen sie kontinuierlich durch eine der beiden Containerwaschanlagen.

Hauptschlagader im Untergrund

Die Behälter fahren im Untergrund "wie von Geisterhand", wie es Wilhelm beschreibt. Sie haben eine spezielle Kennung und werden mit sogenannten Transpondern automatisch bewegt. Daten werden berührungslos übertragen. "Dank der Technik können wir sanft anfahren und bremsen, damit die Suppe oder der Kaffee nicht überschwappt", beschreibt der Fachmann einige Details.

Da die Krankenversorgung keine Pause kennt, musste die Anlage stets laufen, obwohl sie umgebaut und komplett modernisiert wurde. "Wir entwickelten eine Umbaustrategie, indem wir in der Nacht eine alte Steuerung durch eine neue ersetzten, die zunächst das Verhalten und die Befehle der alten Steuerung simulierte", so Wilhelm. Am Morgen sei dann meist wieder der Normalbetrieb möglich gewesen. Somit konnte ein Kombinationsbetrieb von Alt- und Neuanlage stattfinden und die Anlage täglich weitgehend den Transportaufgaben nachkommen. Wesentliche Teile, wie die Fahrschienen, die Weichen sowie zehn Aufzugskabinen, seien weiter verwendet worden, berichtet der Projektleiter.

100 zusätzliche Gitterwagen

Gestern wurde die Anlage vollständig in Betrieb genommen und der Wechsel in den Echtbetriebsmodus vollzogen. "Damit beginnt ein neues AWT-Zeitalter, das mit Sicherheit wieder über 20 Jahre hinweg die wesentlichen Logistikaufgaben wirtschaftlich erledigen kann", sagt Wilhelm.

Da auch externe Häuser wie die Kreisklinik Krumbach beliefert werden, haben die Bezirkskliniken 100 zusätzliche Gitterwagen angeschafft.

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